Damit Kraftwerke keine unüberwindbaren Barrieren darstellen, sorgen moderne Fischwanderhilfen dafür, dass heimische Fische wie der Huchen entlang der Flüsse wandern können.
Flussbarbe und Huchen auf Wanderschaft
Elegant gleitet die Flussbarbe durch das Wasser. Auf dem Weg zu ihren Laichgründen hat sie schon an die 100 Kilometer zurückgelegt. Nun nähert sie sich einem Flusskraftwerk.
An und für sich wäre die Konstruktion aus Turbinen, Pfeilern und Betonwänden ein unüberwindbares
Hindernis. Bei der Planung des Kraftwerks wurde aber auch der Wandertrieb
der Fische berücksichtigt: Eine Pumpe erzeugt
eine künstliche Strömung, welche die Barbe
zu einem "Vertical-Slot-Pass" lockt. Durch diese,
auch „Schlitzpass“ genannte Konstruktion,
kann der Fisch das Kraftwerk passieren und
seine Wanderung hinter dem vermeintlichen
Hindernis fortsetzen.

Der Huchen
Der Vertical-Slot-Pass
Ein Vertical-Slot-Pass ist ein Betongerinne mit Querwänden aus Holz oder Betonfertigteilen. Dadurch entsteht eine stufenartige Anordnung von Becken, die es auch kleinen oder schwachen Fischen ermöglicht, die Höhenunterschiede, die sich bei Flusskraftwerken ergeben, zu überwinden.
Naturelemente und moderne Technik
Der Vertical-Slot-Pass wurde in Nordamerika entwickelt
und ist eine von mehreren Technologien,
die wir bei VERBUND bei unseren Wasserkraftwerken
in Österreichs Gewässern einsetzen, um Fischen
eine möglichst ungestörte Wanderung zu ermöglichen.
Die Fischwanderhilfen erweitern wir kontinuierlich und modernisieren sich zudem nach den
aktuellen Kenntnissen der Wasserökologie.
Die Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Villach an der Drau beispielsweise verbindet naturnahe
und technische Elemente. Eine
neue Lockstrompumpe zeigt den Fischen den
Weg zu dem Vertical-Slot-Pass, als naturnaher Teil
wurde der bestehende Aichholzgraben integriert.

Lockstrompumpe
Auch beim Bau des Kraftwerks Werfen/Pfarrwerfen
an der Salzach wurde unter ökologischer
Bauaufsicht eine moderne Fischwanderhilfe
errichtet, die natürliche Ressourcen mit High-
Tech kombiniert. Neun Meter Höhenunterschied
müssen Fische auf Wanderung
bei diesem Wasserkraftwerk
überwinden. Dabei hilft ein naturnaher
Gerinneabschnitt, der durch zwei Vertical-
Slot-Passagen und eine technische Flachpassage
ergänzt wird.
Ein Novum ist der Bau einer Bypass-Leitung mit Fischleitanlage, die den Fischen auch
eine Abwärtsbewegung direkt beim Kraftwerk
ermöglichen soll. Das 1982 in Betrieb gegangene
Donaukraftwerk Melk wurde 2007 um
eine neue, fast zwei Kilometer lange Fischwanderhilfe
erweitert. Der naturnahe Umgebungsbach
wurde dem Vorbild voralpiner Zubringerbäche
nachempfunden. Im Hochwasserfall sorgt
ein Vertical-Slot-Pass für ausreichende Wasserführung
im Umgehungsbach. Aus einem nebenbei
liegenden Altarm, dem Luberegger Altarm,
wird zusätzlich Wasser in den Umgehungsbach
geleitet, damit eine ausreichende Lockströmung
entsteht.

Weitere Wasserkraftwerke, die über eine
neue bzw. modernisierte Fischwanderhilfe verfügen,
sind unter anderem die Standorte Spielfeld
an der südlichen Mur und Hieflau an der Enns.
Ob die Fischwanderhilfen optimal funktionieren
und von den Fischen auch verwendet werden,
prüfen Wissenschafter in einem sogenannten
Monitoring. Und wenn zu enge Platzverhältnisse
das Anlegen von gerinneartigen Aufstiegshilfen
verhindern, können Fischlifte errichtet werden:
Wandernde Fische werden in einem mit Wasser
gefüllten Container ins Oberwasser befördert
und können nach der kurzen Liftfahrt ihre Reise
wieder fortsetzen.
Ganz ohne Hinweise kommt auch dieser Blog nicht aus, daher die Bitte,
diese Punkte zum Kommentieren beachten