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In Österreich sind wir in den Bereichen Strom-Erzeugung, -Handel und -Vertrieb tätig. Über unser unabhängiges Tochterunternehmen APG betreiben wir das österreichische Hochspannungsnetz. In Europa sind wir in rund 20 Ländern im Stromhandel aktiv sowie über Joint Ventures in Italien und der Türkei auch in der Erzeugung und im Vertrieb.
1988 wurde die ehemals staatliche Verbundgesellschaft teilprivatisiert: 51 % des VERBUND-Aktienkapitals besitzt immer noch die Republik Österreich, denn es ist verfassungsrechtlich festgeschrieben, dass die Energieversorger mehrheitlich der öffentlichen Hand gehören müssen. Rund 20 % sind Streubesitz, die restlichen Anteile halten die österreichischen Landes-Energieunternehmen EVN und Wiener Stadtwerke sowie die TIWAG.
Regionale Energieunternehmen wie Salzburg AG, Energie AG, BEWAG, KELAG, etc. sind nicht im Besitz von VERBUND.
Nein, die genannten Unternehmen sind mehrheitlich im Besitz der jeweiligen Bundesländer. Wiener Stadtwerke, EVN und TIWAG sind jedoch als Aktionäre an VERBUND beteiligt.
VERBUND besitzt Standorte in allen Bundesländern, außer in Vorarlberg.
Ja, Sie können über autorisierte Händler an der Wiener Börse VERBUND-Aktien erwerben. Informationen zur VERBUND-Aktie finden Sie unter Investor Relations.
Deutlich mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze bei VERBUND wurden gemäß der EU-Definition für das erste Halbjahr 2010 als "Green Jobs" klassifiziert.
Fossile Energieträger wie Kohle oder Öl erzeugen bei ihrer Verbrennung das klimaschädigende Kohlendioxid (CO2), das unter anderem zu einer weiteren Erwärmung der Atmosphäre und vielen Problemen auf der Erde führt. Wasserkraftwerke erzeugen dagegen kein CO2. Und im Unterschied zu Kernkraftwerken entstehen auch keine Abfälle, deren Entsorgung noch Generationen von Menschen Sorgen bereiten wird.
Wasserkraftwerke liefern weitgehend gleichmäßig und ohne Umwelt-Emissionen zuverlässig Strom. Beim modernen Kraftwerksbau wird der Eingriff in die Natur heute auf ein Mindestmaß reduziert. Mit umfangreichen Ökologie-Projekten wie Wanderhilfen für Fische und Aufforstungen oder Neubepflanzungen sorgen wir zudem dafür, dass das Gleichgewicht in der Umwelt wieder hergestellt wird.
Dass unsere Bemühungen keine leeren Versprechungen bleiben, zeigt die Tatsache, dass insgesamt 30 % der Kraftwerksflächen in Österreich nach (!) dem Bau der Anlagen unter Naturschutz gestellt wurden. Das sind zusammen rund 3.000 Hektar.
Das gesamte ausbauwürdige Wasserkraft-Potenzial beträgt in Österreich rund 53.700 GWh Jahreserzeugung. Rund zwei Drittel davon wurden bereits erschlossen, 2 % sind derzeit in Bau.
Rund zwei Drittel der österreichischen Stromerzeugung erfolgen durch die Nutzung der erneuerbaren Energiequelle Wasserkraft. Damit ist Österreich hinter Norwegen Nummer zwei in Europa.
Nein. In Österreich ist der Ausbau der Flüsse zur Stromgewinnung schon weit fortgeschritten. Als "Land am Strome" profitieren wir von dem großen Anteil an sauberem Strom aus Wasserkraft. Der Ausbaugrad beträgt in Österreich bereits zwei Drittel. Mittelfristig ist ein Ausbau von rund 5 % des Bedarfs geplant und dies unter den strengen Auflagen der heimischen Umweltgesetze. Aus bestehenden Wasserkraftwerken lässt sich durch Modernisierung und umweltschonende Erweiterung zum Teil erheblich mehr Strom gewinnen, darum hat Effizienzsteigerung Vorrang vor dem Neubau von Anlagen.
Wir erzeugen mehr als 40 % des österreichischen Stromverbrauchs. Rund vier Fünftel unserer Eigenerzeugung von fast 30 Mrd. kWh stammen aus Wasserkraft. Damit ist Österreich hinter Norwegen Nummer zwei bei der Wasserkraft in Europa.
Zu unseren Kernmärkten außerhalb Österreichs zählen neben Deutschland auch Italien und die Türkei.
In Deutschland besitzen wir seit 2009 13 Kraftwerke am bayerischen Inn. Mit Sorgenia in Italien und EnerjiSA in der Türkei haben wir zwei starke Joint Ventures, mit denen wir die Zukunft der Energie in Europa mitgestalten.
Als Marktführer in Österreich setzen wir unser Know-How auch gewinnbringend im Ausland ein, denn nur ein profitables Unternehmen ist wertvoll für seine Mitarbeiter, Eigentümer und die Gesellschaft.
Daher stehen bei uns auch langfristiger Ertrag und nicht die kurzfristige Gewinnmaximierungi im Zentrum. Nachhaltiges Wirtschaften beinhaltet auch das Engagement in Europa, denn es sichert unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit in einem zusammenwachsenden europäischen Strommarkt.
1 kWh Strom wechselt in Europa durchschnittlich vier Mal den Besitzer (Stromhändler), bevor sie zum Endverbraucher gelangt. Für Stromunternehmen mit hoher Eigenproduktion wie VERBUND besitzt der Stromhandel einen zentralen Stellenwert. Über den Handel können wir Teile unserer Stromerzeugung bereits Monate im Vorhinein verkaufen und so die Finanzierung von Investitionen - z. B. neue Kraftwerke - langfristig planen.
Nein. VERBUND kauft, wie andere Stromunternehmen in Österreich, an der Börse Strom zu. Woher dieser Strom genau kommt - ob z. B. aus einem Windpark an der Nordsee oder aus einem Kernkraftwerk in Bayern - ist den Stromhändlern nicht bekannt (auch weil nur 5 % des in Europa erzeugten Stroms zertifiziert, das heißt gekennzeichnet sind). Daher spricht man bei diesem Produkt von Strom unbekannter Herkunft. Dieser "Graustrom" ist also Strom aus einerseits Kernkraft- und Kohlekraftwerken, andererseits aber auch aus Windparks, Photovoltaik und z. B. Pumpspeicher-Kraftwerken.
Nein. Denn das würde bedeuten, dass VERBUND wissentlich Strom bei Kernkraftwerksbetreibern einkauft. VERBUND bezieht aber Strom über die Börse, wo nicht bekannt ist, woher der Strom stammt (siehe dazu "Handelt VERBUND mit Atomstrom?").
Diese Frage hat jedoch einen anderen Haken: Rechnerisch stammt so lange ein geringer Prozentsatz aus Strom aus Kernkraft, so lange auch nur ein einziges Atomkraftwerk am europäischen Festland in Betrieb ist. Da Kontinental-Europa komplett vernetzt ist, gelangt Strom im Stromnetz von einem Land in das andere. Österreich hat nur dann tatsächlich keinen Atomstrom mehr, wenn entweder die Leitungen gekappt werden oder in Europa kein Atomkraftwerk mehr in Betrieb ist.
Oder jedes Kraftwerk ist zertifiziert, damit die Stromhändler wissen, ob sie Strom aus Kernkraftwerken oder Kohlekraftwerken oder Windparks kaufen. Dafür setzen wir uns als VERBUND auf europäischer Ebene ein.
Laut dem Stromkennzeichnungsbericht 2011 der e-Control liegt der Anteil des ENTSO-E-Mixes (Strom unbekannter Herkunft) am gesamten österreichischen Endkundenmarkt bei rund 15 %. Der Kernenergieanteil innerhalb dieses Strommixes beträgt rund 27 %. Daraus ergäbe sich ein rein rechnerischer Atomstromanteil von rund 4%.
Die Strombilanz 2010 der e-Control weist 22 % Importanteil auf; 2010 war der Anteil an Kernenergie am ENTSO-E-Mix rund 27 %. Daraus ergäbe sich rein rechnerisch ein Anteil an Kernenergie an der österreichischen Stromaufbringung von 6 %.
Nein. Jener Anteil an Wasser, der durch Pumpen in den Stausee gelangt, wird bei der Erzeugung aus dem natürlichen Zufluss durch Bäche und Niederschlag herausgerechnet. Dies ist einfach möglich, da wir wissen, wie viel Wasser wir gepumpt haben. Der Strom, der mit dem gepumpten Wasser erzeugt wird, ist als Strom unbekannter Herkunft, also Graustrom deklariert.
Auch wenn wir wissen, dass der Strom zum Pumpen überwiegend aus erneuerbaren Quellen, vor allem Windparks stammt. Denn in Zeiten mit wenig Stromverbrauch (z. B. in der Nacht) erzeugen Windparks besonders viel Strom. Dass aber der Strom so zu sauberem Wasserkraftstrom wird, stimmt eben nicht.
Die Einhaltung dieser Vorschrift prüft der TÜV-Süd übrigens jährlich - und sehr genau.
Unter "grüner Batterie" versteht man mehrere Pumpspeicher-Kraftwerke, die Wasser als Speichermedium für überschüssigen Strom verwenden. Im Gegensatz zu anderen Speichertechnologien wird damit energieeffizient, ohne Risiko und umweltfreundlich zwischengelagert. Die Energie steht bei Bedarf zum Ausgleich für Verbrauchs- und Erzeugungsschwankungen zur Verfügung.
Ja, an ausgewählten Standorten können Sie VERBUND-Kraftwerke besichtigen. In Freudenau (Wien) wartet ein eigenes Besucherzentrum auf Sie, ebenso an den Standorten unserer Speicherkraftwerke im Maltatal bzw. in Kaprun. An anderen Standorten sind Führungen nach Voranmeldung möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des VERBUND Tourismus.
VERBUND steht der technologischen Entwicklung im Bereich des Strom-Messwesens positiv gegenüber. Die derzeit verwendeten mechanischen Stromzähler (Ferraris-Zähler), die in Österreichs Haushalten jährlich manuell abgelesen werden müssen, könnten in Zukunft durch intelligente Zähler abgelöst werden.
Die so genannten "Smart Meter" erfassen den Stromverbrauch digital. Die neuen Zähler haben eine Fülle von nützlichen Zusatzfunktionen. Mehrtarif-Funktionalität, Schnittstellen für externe Geräte und vieles mehr kommen insbesondere den Kunden zugute. So wird es künftig erstmals möglich sein, zeitnah über den individuellen Stromverbrauch zu informieren. Oder es können neue, auf den Verbrauch abgestimmte Tarifmodelle angeboten werden. Dadurch sind auch Einsparungen erzielbar. Auch ein Lieferantenwechsel sollte aufgrund der verbesserten Verfügbarkeit der Kundendaten in Zukunft leichter und schneller erfolgen.
Unsere Mission besteht in zukunftsweisenden Energielösungen für verantwortungsvolle Menschen. Daher setzen wir verstärkt auf Innovation, Forschung und Entwicklung. Eines unserer Ziele ist, mittels der Entwicklung neuer Stromanwendungen den Anteil des Stroms – vor allem aus erneuerbaren Quellen – am Gesamtenergiemix zu erhöhen.
Vorrang haben für uns neben der Entwicklung neuer Stromgewinnungsmethoden, z. B. für sensible Gewässer, die Effizienz-Themen Elektromobilität und Energie-Management. Wir beteiligen uns aktiv an einer „Strom-Revolution“ im Verkehr und forcieren die Markteinführung von E-Fahrzeugen.
Media RelationsUnternehmenskommunikation