Das rasante Wirtschaftswachstum sorgt für eine Trendumkehr: 1965 werden weniger als drei Viertel des benötigten Stroms im Inland erzeugt. In der Hochkonjunktur finden zudem die Baufirmen nicht ausreichend Arbeitskräfte für große Kraftwerksneubauten. Bald muss im Winter wieder Strom importiert werden.
Österreichs Wirtschaft boomt weiter; allein in den 1960er-Jahren wird sich der Stromverbrauch des Landes nahezu verdoppeln. Der Nachtteil für die E-Wirtschaft: Sie findet in der Hochkonjunktur nicht immer ausreichend Arbeitskräfte für große Kraftwerksneubauten.
In den "Roaring Sixties" gehen weitere Großkraftwerke ans Netz: mit Aschach (Oberösterreich) und Wallsee-Mitterkirchen (Ober-/Niederösterreich) zwei große Donaukraftwerke sowie mit Mayrhofen, Tirol, die Hauptstufe der später leistungsstärksten Speicherkraftwerksgruppe Österreichs. Doch ist Österreich ab Mitte der 1960er-Jahre erneut auf Stromimporte angewiesen.
In dieser Situation glauben E-Wirtschaft und Politik zunehmend an eine Lösung aller Energieprobleme durch Atomkraft. 1968 wird eine Planungsgesellschaft für Kernkraftwerke in Österreich gegründet, den Anfang soll der Standort Zwentendorf an der Donau im niederösterreichischen Tullnerfeld machen.