Am 10. Februar 1970 wird die „Gemeinschaftskernkraftwerk Tullnerfeld GmbH“ gegründet. An ihr ist VERBUND mit 50 % beteiligt, sieben Landes-Energieunternehmen – Wien und Burgenland sind nicht dabei – halten die anderen 50 %. In den folgenden acht Jahren wird das Atomkraftwerk Zwentendorf gebaut.
1973 trifft auch Österreich der erste Erdölpreis-Schock. Rasch entschließen sich Politik und E-Wirtschaft für mehr Energie-Sicherheit durch den Ausbau der Wasserkraft. So werden in den „Seventies“ drei Donaukraftwerke gebaut, darunter das größte in Altenwörth, Niederösterreich, sowie das Speicherkraftwerk Malta mit der höchsten Talsperre Österreichs.
Zugleich wächst der Widerstand gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf kontinuierlich. Schließlich setzt die Regierung eine Volksabstimmung über die Inbetriebnahme an: Am 5. November 1978 sprechen sich 50,5 % der abstimmenden Bürger dagegen aus. Das Kraftwerk geht nicht in Betrieb, und zudem wird ein Verfassungsgesetz beschlossen, das grundsätzlich die Nutzung der Nuklearenergie in Österreich untersagt.
Da der Stromverbrauch Österreichs in diesem Jahrzehnt um mehr als ein Drittel gestiegen ist, sucht die heimische E-Wirtschaft fieberhaft nach Lösungen und reaktiviert alte Pläne, vor allem für Kohle- und Donaukraftwerke. Ein wesentlicher Faktor dafür ist der zweite Erdölpreis-Schock von 1978/79.