Der Energiesektor in Europa steht vor großen Herausforderungen: Sicherung der Versorgung für künftige Generationen und damit einhergehender hoher Investitionsbedarf, Klima- und Umweltschutz, Sicherung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit – konkurrenzfähige Energiepreise für Unternehmen sowie leistbare Energiepreise für Haushaltskunden, um nur einige zu nennen.
Dass Energiefragen in der europäischen Politik einen immer größeren Stellenwert einnehmen, zeigt sich auch am "Vertrag von Lissabon": Energiepolitik wurde dort im Dezember 2009 zu einer EU-Priorität erklärt. Auch wenn die Art der Energieaufbringung nach wie vor in die Verantwortung der Mitgliedsstaaten fällt, nimmt der Stellenwert europäischer Koordination immer weiter zu.
Die Ziele der EU
Auch im Rahmen des strategischen Grundsatzkonzepts der Europäischen Union für das gegenwärtige Jahrzehnt, der sog. EU-Strategie 2020, kommt dieser hohe Stellenwert der Energiepolitik zum Ausdruck. Ein wesentlicher Teil dieses strategischen Grundsatzpapiers beschäftigt sich damit, wie die 20-20-20-Ziele im Klima- und Energiebereich zu schaffen sind: 20 % weniger CO2-Ausstoß, 20 % mehr Energie-Effizienz und ein 20-%-Anteil erneuerbarer Energiequellen am gesamten Endenergie-Verbrauch in der EU – erreicht werden sollen diese Ziele bis zum Jahr 2020.
Nur durch koordiniertes Vorgehen aller EU-Mitgliedstaaten wird es möglich sein, diese ambitionierten Vorgaben zu erfüllen; nationale Alleingänge erschweren den Weg zu einem gemeinsamen Energiebinnenmarkt. Dem Ausbau der EU-Energieinfrastruktur kommt dabei aus Sicht der EU-Institutionen höchste Priorität zu. Um Strom aus erneuerbaren Energieträgern zu den Verbrauchszentren zu transportieren, bedarf es in Zukunft nicht nur starker und zuverlässiger, sondern auch „intelligenter“ Netze („smart grids“). Eine Integration der volatilen Erzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wie Wind und Sonne ist komplex und verlangt nach flexiblen Pufferkapazitäten, die kurzfristig Strom ins Netz liefern können aber auch große Lastvolumina aufnehmen können – und da spielen die Pumpspeicherkraftwerke von VERBUND ein wichtige Rolle.
Die VERBUND-Position
Stabile Rahmenbedingungen, die notwendige Investitionen fördern, sind die Grundvoraussetzung für das Erreichen der gesetzten Ziele. VERBUND setzt sich dafür ein, dass die von den EU-Institutionen gesetzten Ziele in die Tat umgesetzt werden und beteiligt sich aktiv an den Diskussionen um die Zukunft der europäischen Energiepolitik. Zu diesem Zweck hat VERBUND 2009 ein Büro in Brüssel eröffnet. Die Vernetzung vor Ort und die Beteiligung an Konsultationsmechanismen der europäischen Institutionen sind zentrale Bestandteile unseres europäischen Verständnisses.