Das Donaukraftwerk Aschach liegt etwa 2 km stromaufwärts der Ortschaft Aschach am Ende des Donaudurchbruchs zwischen Sauwald und Mühlviertel und wird von einer Zubringerstraße am Südufer erschlossen.
Das Kraftwerk besteht aus dem am südlichen Ufer gelegenen Betriebsgebäude mit Freiluft-Schaltanlage, Montagehalle und Werkstätte, der Schleuse am südlichen Ufer, dem an die Schleuse anschließenden Krafthaus und der bis zum nördlichen Ufer reichenden Wehranlage. Über Schleuse, Krafthaus und Wehranlage führt die Kraftwerksbrücke.
- Krafthaus:
Das in halbhoher Bauweise errichtete Krafthaus liegt etwa in der Strommitte zwischen Schleuse und Wehranlage. Es ist inklusive der Trennpfeiler etwa 180 m lang, sein Hochbauteil ist 42 m breit und ragt 10 m über dem Stauspiegel empor. Sein Flachdach ist in die Kranfahrbahn der Kraftwerksbrücke integriert. Zwischen den Pfeilern der Betonkonstruktion erscheint die Oberwasser-Wand über einer niedrigen Parapet-Zone vollflächig in Glasfelder aufgelöst, an der Unterwasser-Wand erstrecken sich die Glasfelder über die gesamte Höhe des Raumes. Lediglich die Wandfelder hinter den Transformatoren sind massiv ausgefacht. Die vier Transformatoren wurden in zwei Einhausungen an der Unterwasserplattform zusammengefasst.
Die etwa 175 m lange, 16,50 m breite und etwa 10 m hohe Maschinenhalle wird von Süden über einen Verbindungsgang zwischen Schleuse und Krafthaus erschlossen. Die Pfeiler tragen auf Konsolen die Kranbahn, zwischen den leicht geknickten Deckenbindern sind die Montagedeckel angeordnet. Während die Längswände fast völlig verglast sind, ist die nördliche Stirnseite als geschlossene Wand ausgebildet. Die südliche Stirnseite ist im oberen Teil verglast und besitzt etwa auf halber Höhe einen Galeriegang. Am südlichen Ende der Maschinenhalle befindet sich ein Montageplatz, der im 20 m breiten Trennpfeiler zwischen Krafthaus und Schleusenanlage oberhalb des Schleusen-Leerschussblockes liegt. Nördlich des Montageplatzes sind die vier Haupt-Maschinensätze angeordnet. Die Scheiben der vier Generatoren-Gehäuse ragen nur wenig über das Niveau des Hallenbodens auf. Da die Turbinen abwechselnd rechts- und linkslaufend angeordnet sind, ist der Abstand zwischen den Maschinen verschieden breit. Im größeren Raum zwischen Maschine 1 und 2, sowie zwischen Maschine 3 und 4 konnte daher ein gemeinsamer Leitstand für je zwei Maschinen angeordnet werden. Leitstand, Windkessel, Rohrgang, Kabelgang und Luftwaschanlage befinden sich in den beiden Untergeschoßen, die über zweiarmige, freitragende Stiegen erschlossen werden.
- Trennpfeiler:
Im 15 m breiten Trennpfeiler zwischen Krafthaus und Wehranlage sind zwei Maschinensätze zur Deckung des Eigenbedarfs situiert.
- Wehranlage:
Die Wehranlage ist 156 m lang und mit fünf Wehrfeldern ausgestattet, die eine lichte Weite von je 24 m und eine Höhe von 15,80 m besitzen. Die vier Wehrpfeiler sind je 9 m breit und 73 m lang. An der Seite zum Oberwasser sind sie halbrund abgeschlossen, während an der Unterwasser-Seite ein etwa 35 m langer Fuß ausgebildet ist, der zur Vermeidung von Verwirbelungen und Auskolkungen dient. Im Inneren der Wehrpfeiler befinden sich die Antriebe der Wehrverschlüsse und Kontrollräume.
- Schleusenanlage:
Die Schleusenanlagen der Donaukraftwerke sind als Zwillingskammer-Schleusen mit den von der Donaukommission empfohlenen Maßen ausgebildet. Ihre Nutzlänge ist mit 230 m, die Breite einer Schleusenkammer mit 24 m festgelegt. Die Schleusen des Kraftwerks Aschach sind am südlichen Donau-Ufer angeordnet, wobei die Höhe der Oberhaupt-Verschlüsse 16,0 m, die Höhe der Unterhaupt-Verschlüsse 22,40 m beträgt. Im Boden der Schleusenkammern sind Kanäle und Schlitze zur Füllung und Entleerung angeordnet, wobei das Wasser über den Schleusen-Leerschussblock geleitet wird, der sich im Trennpfeiler zwischen Krafthaus und Schleuse befindet. Die Antriebe für die Oberhaupt-Verschlüsse sind in dreigeschoßigen, quaderförmigen Gebäuden auf den Schleusenmauern untergebracht. Die Befehlsstelle der Strom- und Schleusenaufsicht befindet sich auf der Mittelmauer des Oberhauptes in einer Höhe von 10,65 m über der Mauer-Plattform: Das auf rechteckigem Grundriss errichtete, viergeschoßige Gebäude enthält im oberen Geschoß den Arbeitsraum der Schleusenaufsicht, der mit einem umlaufendem Fensterband ausgestattet ist. Erstes und zweites Obergeschoß sind durch je vier quadratische Fensteröffnungen mit dazwischen angeordneten Lisenen gegliedert. An der Mittelmauer des Schleusen-Unterhauptes wurde ein aus neun Feldern zusammengesetztes, figürliches Relief appliziert.
Auf der Kraftwerksbrücke befindet sich die Fahrbahn des 23,70 m hohen Portalkranes.
- Montagehalle:
Im Anschluss an die Schleusenanlage ist in Verlängerung der Werksachse am südlichen Flussufer eine Montagehalle situiert, die auf einer Grundfläche von etwa 35/23 m errichtet ist und eine lichte Höhe von etwa 16 m besitzt. Die glatte Fassade der Unterwasserfront weist ein aus der Fassadenflucht zurückversetztes Feld aus Glasbausteinen auf. Davor befindet sich ein über die gesamte Höhe des Gebäudes reichender, schlanker Rundpfeiler, der die Decke zwischen Erdgeschoß und Obergeschoß durchstößt. Ein unterwasserseitig gelegenes Falttor erschließt das Innere.
- Betriebsgebäude:
Unmittelbar südlich schließt an die Montagehalle das Betriebsgebäude an: Der fünfgeschoßige, aus mehreren Trakten bestehende Baukörper ist auf einer Fläche von 39/25 m errichtet, an die 20 m hoch und mit einem Flachdach bedeckt. Die gegen Südosten gerichtete Längsseite ist als Hauptfassade gestaltet: Die vier Fensterbänder der Obergeschoße wechseln mit Parapetfeldern ab und gliedern die glatten Fassadenflächen. Das Erdgeschoß ist im Bereich um die zweiflügelige Eingangstür in Glasfelder aufgelöst, während die südliche Hälfte mit Steinplatten verkleidet ist. Vom Eingang gelangt man in ein Foyer, dessen Rückwand mit einer Holzvertäfelung und einem Schaubild des Kraftwerks ausgestattet ist. Nördlich des Foyers erschließen eine zweiarmige, freitragende Stiege und ein Aufzug die Obergeschoße. Im dritten Obergeschoß befindet sich die Warte, die mit einer abgehängten Decke mit nachträglich eingebauten Leuchtstoffröhren ausgestattet ist. Die Nordwest-Seite der Warte weist eine durch schmale Pfeiler unterteilte Fensterfront über niedrigem Parapet auf, die den Blick auf die Freiluft-Schaltanlage ermöglicht. Die Schalttafeln an den Wänden und die Schaltpulte sind zum Großteil noch im Originalzustand vorhanden. Der obere Teil der Wände besitzt einen Dekor aus leicht erhabenen, hochrechteckigen Putzfeldern. Neben der Warte befindet sich ein Schauraum mit archäologischen Funden aus der Zeit des Kraftwerksbaues, sowie Informationstafeln über das Kraftwerk selbst. Im Gang des dritten Obergeschoßes befindet sich ein Gemälde des Kraftwerks von Leo Adler aus dem Jahr 1967. An der Front gegen das Oberwasser ist die Werkstätte situiert.
Am nördlichen Ufer ist stromaufwärts der Betriebshafen der Österreichischen Donaukraftwerke AG angeordnet.