Das Draukraftwerk Feistritz-Ludmannsdorf liegt nördlich der Ortschaft Feistritz im Rosental/Bistrica v Ro¿u. Erreichbar ist das Werk über eine Abzweigung von der Landesstraße Feistritz - Wellersdorf.
Das Kraftwerk besteht aus der am nördlichen Ufer anliegenden, senkrecht zur Flussachse stehenden Kraftstation und der anschließenden Wehranlage. Am Nordufer befinden sich außerdem das Wartengebäude und Trakte mit Werkstätten, Garagen, Magazinen und Büros, sowie eine Freiluft-Schaltanlage östlich des Wartengebäudes.
- Kraftstation:
Die auf einer Fläche von 84,35/18,35 m errichtete Kraftstation nimmt die Maschinenhalle und den Montageplatz auf, im nördlichen Bereich den so genannten Anlagentrakt, der Werkstätten und Büroräume umfasst. Der Bau ist mit der Längsachse in Nord-Süd-Richtung orientiert und im Bereich des Krafthauses insgesamt 46,70 m hoch, über dem unterwasserseitigen Geländeniveau beträgt seine Höhe 15,50 m.
Die gegen das Unterwasser gerichtete Längsfront der Kraftstation wurde nahezu gänzlich in durchgehende Glasflächen aufgelöst, die vor das tragende Gerüst der Betonpfeiler gehängt sind: Oberhalb der niedrigen Parapetzone mit dunkelgrauer Spaltplatten-Verkleidung ist zunächst ein Band aus quadratischen Klarglasfeldern in Abwechslung mit schmalen, hochrechteckigen Profilglas-Flügeln angeordnet. Darüber schließen großflächige Glasfelder an, die bis zur Höhe der Kranbahn reichen. Das schmale Band zwischen der Kranbahn und der Attikazone ist ebenfalls verglast.
Die Trennung zwischen Maschinenhalle und Anlagentrakt wird durch einen fassadenbündig angeordneten Betonpfeiler markiert, der mit den Betonbändern von Kranbahn und Traufe, sowie mit den Stirnwänden das "Rahmengerüst" der Fassadengliederung bildet. Die nördliche Stirnseite des Anlagentraktes besitzt in den beiden oberen Geschoßen große, querrechteckige Fensterflächen. Durch den Einsatz von horizontal und vertikal ausgerichteten Schalbrettern entstanden unterschiedlich strukturierte Felder.
-Maschinenhalle:
Der südliche Teil der Kraftstation wird zur Gänze von der Maschinenhalle eingenommen, die inklusive Montageplatz 58 m lang, 18,35 m breit und 15,50 m hoch ist. Der nördlich anschließende, 25,60 m lange und 17,80 m breite Anlagentrakt enthält die Halle der mechanischen Werkstätte, sowie Büro- und Nebenräume.
Die Maschinenhalle wird über die Halle der mechanischen Werkstätte durch ein Einfahrtstor mit integrierter Tür an der nördlichen Stirnseite erschlossen. Eine direkte Zufahrt zur Maschinenhalle ist außerdem durch ein Einfahrtstor an der Unterwasser-Seite möglich. In der Maschinenhalle stützen schlanke, an der Unterwasser-Seite frei stehende Pfeiler die Kranbahn. Auf der Kranbahn sitzende, zarter dimensionierte Stützen tragen die Deckenrippen, auf denen rot beschichtete Platten liegen.
An der Oberwasser-Seite sind die Ausfachungen zwischen den Wandpfeilern hell beschichtet, ebenso die gegen die Wehranlage gerichtete, südliche Stirnseite. Oberhalb des mit Glasfeldern versehenen Tores zur Werkstätten-Halle an der nördlichen Stirnseite befindet sich eine Galerie. Im nordwestlichen Bereich sorgt eine zweiarmige, freitragende Treppe für die vertikale Erschließung der gesamten Hochbaugeschoße des Krafthauses.
An der südlichen Stirnwand führt ein Stiegenabgang in die Untergeschoße, in denen die Maschinensätze und Nebenräume für technische Anlagen, sowie der Zugang zum Staubalken der Wehranlage angeordnet sind. Auf einer Ebene mit dem rötlichen Klinkerbelag des Hallenbodens befinden sich die kreisförmigen Generatoren-Abdeckungen der beiden Maschinensätze aus petrolfarbenem Stahlblech, im Zentrum der Generatoren-Abdeckungen ragen die orangegelben Gehäuse der Hilfsgeneratoren mehr als 2 m hoch auf. Einen weiteren Farbakzent bilden die beiden leuchtend roten Hallenkräne, an deren Bahn Leuchtstoff-Röhren angeordnet sind.
Entlang der westlichen, oberwasserseitigen Längsfront des Krafthauses sind eine Abstellnische für Dammbalken und die Nischen der Dammbalken-Verschlüsse situiert. Über ihnen verläuft, auf gleicher Höhe mit dem Dach des Hauptgebäudes, die Bahn des Portalkrans, die auch über die Wehranlage führt. Eine kleinere Bahn dient dem Befahren mit der Rechenreinigungs-Maschine.
- Wehranlage:
Die südlich an das Krafthaus nach einem Trennpfeiler anschließende Wehranlage ist 60,35 m breit und besitzt drei Wehrfelder mit einer lichten Weite von je 15 m und einer Verschlusshöhe von 23 m. Die beiden Wehrpfeiler sind 4,8 m breit und 58 m lang. Aufgrund der großen Fallhöhe wurde ein 12,50 m hoher Staubalken eingebaut, der die oben aufgesetzten Stauklappen von den Grundablass-Druck-Segmentschützen trennt. Der Staubalken besteht aus einem über die gesamte Länge des Wehres reichenden Ortbetonkörper, der die Wangen der Wehrpfeiler etwa in halber Höhe durchstößt und im Inneren begehbare Hohlräume aufweist. In diesen Hohlräumen sind die hydraulischen Antriebe für die Verschlüsse der Wehrfelder situiert.
Die Kontrollgänge unterhalb der Einlaufrechen und der Wehrschwelle sind mit Rundbogen-Querschnitt ausgeführt.
- Wartengebäude:
Das östlich des Krafthauses liegende, dreigeschoßige Wartengebäude wurde auf einer nahezu quadratischen Grundfläche von 26/ 21 m errichtet. Es ist 21 m hoch, mit einem Flachdach gedeckt und im zweiten Obergeschoß durch einen gedeckten Gang mit dem Hauptgebäude verbunden. Dieser ist an der südlichen Seite mit raumhohen Glasflächen ausgestattet, während der nördliche Teil, der Kabeltrassen enthält, mit geschlossenen Wänden ausgeführt wurde.
Das erste Obergeschoß ist wesentlich niedriger als Erdgeschoß und zweites Obergeschoß ausgebildet und beherbergte ursprünglich die Relaisräume der Warte. Die Außenflächen sind durch rundumlaufende, den tragenden Stützen vorgehängte, querrechteckige Platten aus Sichtbeton horizontal gegliedert. Die zwischen den querrechteckigen Fenster-Öffnungen verbleibenden Wände wurden in den Obergeschoßen mit weißen Spaltplatten verkleidet.
Im Erdgeschoß verkleidete man hingegen die Ausfachungen zwischen den Stützen mit dunkelgrauen Spaltplatten. In den nachträglich veränderten Bereichen wurden die Wände verputzt, und an der Westseite fügte man nachträglich ein Flugdach hinzu. Im Rahmen des letzten Umbaus wurden auch die Fensteröffnungen verändert. Der an der Ostseite liegende Haupteingang führt durch eine zweiflügelige Schiebetür zu einem durchgebundenen Eingangsbereich, an dessen Westseite ein frei tragender, dreiarmiger Stiegenlauf und ein weiterer Eingang angeordnet sind.
Im zweiten Obergeschoß wurde der Wartenraum als Einsatzleitstelle für die gesamte Drau neu gestaltet: Die Belichtung erfolgt über ein Fensterband an der Ostseite und eine Lichtgitter-Decke. Die Ausstattung besteht aus Holzwänden mit integrierten Schaltmosaiken und Großbildschirmen, sowie zwei gegeneinander geschwungenen Schaltpulten. Im Erdgeschoß und im Untergeschoß befinden sich Sozialräume. Das Wartengebäude ist reich mit Kunstwerken, hauptsächlich Graphiken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, ausgestattet.
Im Norden des Hauptgebäudes schließt der Werkshof an: Der hakenförmige, eingeschoßige Trakt mit Werkstätten, Büros, Lager und Garagen wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Östlich des Kraftwerks befindet sich am nördlichen Drauufer eine ehemalige Werkskolonie der Österreichischen Draukraftwerke AG. Der Rückstauraum mit dem Feistritzer Stausee ist etwa 15 km lang. An seinem nördlichen Ufer entstand bei Selkach ein Landart-Projekt mit Hafenbecken, Aussichts-"Zikkurat" und Begleitdamm, der an typische Wasserformen wie Strudel, Walze und Wellen angelehnt ist. Das Projekt wurde von Thomas und Ed Hoke sowie Armin Guerino entwickelt.