Das Kraftwerk Ferlach-Maria Rain war Teil der Planungen der Österreichischen Draukraftwerke AG von 1952 bis 1959 zum Ausbau der Wasserkraft an der Drau zwischen Villach und dem Kraftwerk Schwabeck. Der Rahmenplan von 1965 sah den Ausbau der "Mittleren Drau" mit den Stufen Rosegg-St. Jakob, Feistritz-Ludmannsdorf, Ferlach-Maria Rain und Annabrücke vor. Die Kraftwerke Rosegg-St. Jakob, Ferlach-Maria Rain und Annabrücke sollten ohne Bedienungspersonal betrieben und vom Kraftwerk Feistritz-Ludmannsdorf aus ferngesteuert und überwacht werden.
Nach Feistritz-Ludmannsdorf und Rosegg-St. Jakob wurde Ferlach-Maria Rain als drittes Kraftwerk an der Mittleren Drau in den Jahren 1971 bis 1975 realisiert.
Bereits vor dem im Dezember 1971 erfolgten Baubeschluss arbeitete der Planungsstab der Österreichischen Draukraftwerke AG unter Zuziehung externer Fachleute detaillierte Pläne aus. Die architektonische Gestaltung und die Detailplanung für den Hochbau des Krafthauses übernahm Architekt Rudolf Nitsch aus Klagenfurt.
Auf Grund der Erhöhung des Wasserspiegels im Rückstauraum des Kraftwerks musste eine neue Brücke für die Loiblpaß-Bundesstraße, die Hollenburger Talbrücke, errichtet und die Eisenbahnbrücke über die Drau angehoben werden. Nach den Hochwassern von 1965 und 1966 wurde bei der Planung die Sicherung vor Hochwasser besonders berücksichtigt.
Die günstigen topografischen und geologischen Verhältnisse ermöglichten die Anwendung der bereits bei voran gegangenen Kraftwerksbauten an der Drau angewendeten Methoden. Ab Ende September 1971 baute man die Zufahrtsstraße von Ferlach bis zur Baustelle und in der Folge auch eine Brücke über das Vorflutgerinne. Da - im Unterschied zu Edling und Feistritz-Ludmannsdorf - das Krafthaus im bestehenden Flussbett errichtet wurde, musste zunächst die Drau in einem provisorischen Gerinne am rechten Ufer abgeleitet werden. Aushubarbeiten für das Gerinne fanden ab Mitte November 1971 statt, gleichzeitig wurde eine provisorische Baubrücke über das neue Draubett errichtet.
In der zweien Septemberhälfte des Jahres 1972 begann man mit den Betonierarbeiten im Bereich des Krafthauses, als letzter Abschnitt wurde der Bereich der Maschinenhalle und der Anlagengeschoße ausgeführt. Im Frühjahr 1974 waren die Betonierarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen. Bei der Wehranlage wurde zunächst die Betonierung des nordseitigen Landpfeilers und der anschließenden Ufermauern ausgeführt. Für die Fertigstellung der Betonierarbeiten war der Termin der Drau-Rückleitung am 14. Februar 1974 maßgeblich. Da bereits ab Mai 1974 zwei Krane verfügbar sein mussten und zu diesem Zeitpunkt vom Kraftwerk Rosegg-St. Jakob noch kein Kran abgezogen werden konnte, wurden zwei Maschinenhaus-Krane zur Montage der Maschinen angekauft. Schließlich gingen am 14. Februar und am 15. April 1975 die beiden Maschinensätze in Betrieb.
Die gleichzeitige Errichtung mit den Kraftwerken Rosegg-St. Jakob und Malta stellte die Planungs- und Bauabteilungen der Österreichischen Draukraftwerke AG vor große Herausforderungen, die vorgesehene Bauzeit konnte dennoch unterschritten werden. Möglich wurde dies unter Anderem durch den guten Baugrund, günstige Bausaisonen ohne Drauhochwässer, rechtzeitig begonnene und ausreichend dotierte Vorarbeiten und durch die Zusammensetzung der ausführenden Arbeitsgemeinschaft aus Firmen, die bereits beim Bau der Kraftwerke Feistritz-Ludmannsdorf und Rosegg-St. Jakob mitgewirkt hatten.
Zur Erzielung der notwendigen Fallhöhe wurde die Drau oberhalb des Kraftwerks um etwa 17 m aufgestaut und unterhalb die Fluss-Sohle bis zu 4,5 m eingetieft.
Die Finanzierung erfolgte zu 51 % aus Eigenmitteln und zu 49 % aus Fremdmitteln. Die Kärntner Elektrizitäts-AG (KELAG) sicherte sich am Kraftwerk Ferlach-Maria Rain ein 50%iges Strombezugsrecht gegen anteilige Mitfinanzierung der Baukosten.