Die ersten theoretischen Überlegungen für eine energietechnische Nutzung der Mur zwischen Judenburg und Zeltweg wurden 1922 angestellt. Spezielle Aufmerksamkeit widmete man damals der Farracher Murschleife.
Ein erstes Kraftwerksprojekt wurde ausgearbeitet, scheiterte jedoch aufgrund kriegsbedingter Material- und Personalengpässe 1940. Erst in den 1980er-Jahren, als die Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG) die letzten noch nicht genutzten Lücken an steirischen Fließgewässern zu schließen versuchte, gewann das Projekt Farracher Murschleife wieder an Bedeutung.
Ab 1985 fanden konkrete Planungsarbeiten für ein Ausleitungskraftwerk im Murwald südwestlich des Wärmekraftwerks Zeltweg der Verbund-Austrian Thermal Power GmbH. & Co. KG (ATP) statt. Nach der Erteilung der Baugenehmigung wurde im November 1989 mit der Einrichtung der Baustelle begonnen.
Im darauf folgenden Dezember kam es zur Besetzung des Areals durch Umweltaktivisten, die Arbeiten mussten eingestellt werden. Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung sowie eine komplette Umplanung des Krafthauses in den folgenden zwei Jahren entschärften die Widerstände, sodass im November 1991 zum zweiten Mal mit dem Bau begonnen wurde.
Zusätzlich zu dem ursprünglich geplanten Maschinensatz im Krafthaus wurde noch eine zweite, kleinere Kaplan-Maschine eingeplant, um besser auf schwankende Wassermengen im Winter reagieren zu können. Nach Rodungsarbeiten wurde im Frühjahr 1992 die Krafthaus-Baugrube ausgehoben. Im August wurden die Saugrohrschalungen montiert und mit den Betonierungsarbeiten begonnen. Um die 30 m tiefe Baugrube auszuheben mussten insgesamt 110.000 m³ Erdmaterial abtransportiert werden. Mittels 24.000 m² Schalungen wurden 16.000 m³ Beton und 1.050 t Baustahl verarbeitet.
Der Rohbau des Unterwasserauslaufs war im Winter 1992/93 soweit fortgeschritten, dass die Einschüttung des Bauwerkteils erfolgen konnte. Der Rohbau wurde in Ortbeton hochgezogen und erreichte im Juni 1993 das Niveau der Maschinenhausdecke, sodass die Seitenteile mit Erdreich hinterfüllt werden konnten. Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme der Wehrturbine im Oktober 1993 begann im Krafthaus die Montage der beiden Kaplan-Turbinenlaufräder. Die Inbetriebnahme der Maschine 2 erfolgte am 21. April 1994, am 16. Jänner 1995 wurden die Arbeiten an der Maschine 3 abgeschlossen.
Die offizielle Übergabe des Werks erfolgte am 2. Juni 1995.