Die Stauanlage Jettenbach staut den Inn 8 km zurück, bis zur Faulbachmündung 1 km unterhalb Gars. Das Staugebiet wird größtenteils durch natürliche Flussufer aus Moränenschotter begrenzt, nur im unteren Teil mussten die Staudämme Fraham und Jettenbach geschüttet und ein Pumpwerk gebaut werden.
Bei km 128 wird das vom Wehr Jettenbach zurückgehaltene Wasser durch die Schützenanlage in den Kanal geleitet. Es war 1923 der erste Wehrbau im bayerischen Inn.
Die Wehranlage besitzt 6 Öffnungen mit einer lichten Weite von 17 m. Als Wehrverschlüsse sind Doppelschützen gewählt, die an Windwerke mit Laschenketten gehängt sind. Der Antrieb ist in einem mit Holz verkleideten Eisenbetonüberbau als Wehrhochbau untergebracht. Links schließen sich fast rechtwinklig 21 Kanaleinlauföffnungen von je 5,6 m Breite an, die durch je 2 Schützentafeln verschließbar sind. In dem Gebäude rechts befindet sich ein kleines Kraftwerk, das mit einer Einradfrancisturbine die im Inn verbleibende Midestwassermenge von 5m3/s verarbeitet.
Über die Wehranlage und das Einlaufbauwerk führen Straßenbrücken.
Das Wehr ist auf 4.000 m3/s ausgelegt, die höchste damals bekannte Wassermenge betrug 2.900 m3/s und wurde 1899 erreicht.
Der 20 km lange Oberwasserkanal beginnt mit einem 300 m langen und 125 m breiten Reinigungsbecken, in dem sich bei Verringerung der Fließgeschwindigkeit das mitgeführte Material ablagern sollte.
Zur Erhöhung der Dichtigkeit und Verminderung der Rauhigkeit wurde der Kanal, der sich nach 6 km von 52 m auf 30m Wasserspiegelbreite bei 8 m Tiefe verengt, mit Beton ausgekleidet. Die durchschnittliche Wassergeschwindigkeit bei möglichst geringem Gefälleverlust beträgt 2.0 m/s.
Der Untergrund beim Einlaufbauwerk in Jettenbach und beim Kraftwerk an der Innterrasse in Töging ist mit wechselnder Dichte alluvialer (nacheiszeitlicher) Kies und Sand und darunter tertiärer Flinz, der sehr hart und wasserundurchlässig ist.