Die Wehranlage Jettenbach wurde bei Inn-km 127,96 in den Jahren 1919 bis 1923 erbaut. Sie dient der Stauhaltung für die Innkanal-Ausleitung zum Kraftwerk Töging. Der Innkanal zweigt unmittelbar oberhalb des Wehres in Richtung Osten ab und führt dem Wasserkraftwerk bei Töging nach ca. 20 km Fließstrecke eine maximale Triebwassermenge von 340 m³/s zu.
Die Antriebe der sechs Wehrverschlüsse sind im darüber liegenden Wehrhochbau, mit Holz verkleidetem Eisenbetonüberbau, untergebracht. Links schließen sich fast rechtwinklig 21 Kanaleinlauföffnungen an, die durch je zwei Schützentafeln verschließbar sind. Am linken Ufer neben der Wehranlage beflndet sich ein kleines Kraftwerk (Jettenbach 1), das früher mit einer Francis-Turbine eine Mindestwassermenge von 5m3/s in den lnn abgab. 2004 wurde am rechten Ufer ein zweites Kraftwerk (Jettenbach 2) mit zwei PIT-Rohrturbinen und einer Leistung von 5 MW errichtet. Diese Turbinen geben nun ein Restwasser von 35 bis 50 m3/s in das ursprüngliche Flussbett ab.
Die wasserrechtliche Neubewilligung für das Ausleitungskraftwerk Jettenbach–Töging beinhaltet die behördliche Forderung nach einer Sicherstellung eines gestaffelten Restwasserabflusses in der Ausleitungsstrecke des Inn.
Hydraulische Untersuchungen am Wehr Jettenbach haben ergeben, dass das geplante Wasserkraftwerk Jettenbach unter die Begünstigung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) fällt.
Im Zuge von umfangreichen Voruntersuchungen wurden verschiedene Kraftwerksstandorte untersucht. Als wirtschaftlichste Lösung wurde eine Anordnung am rechten Innufer, unmittelbar neben der bestehenden Wehranlage, ermittelt.