Der Bau des Ennskraftwerkes Landl fällt in die Endphase eines der bedeutendsten Konflikte im österreichischen Kraftwerksbau. Seit der Zwischenkriegszeit beanspruchten sowohl die Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG) als auch die Oberösterreichische Kraftwerke AG (OKA), ab 1947 die oberösterreichische Ennskraftwerke AG, eine Sondergesellschaft im Sinne des Zweiten Verstaatlichungsgesetzes, den Ausbau der Wasserkraft an der mittleren Enns. Nachdem 1955 das Werk Hieflau in Betrieb gegangen war, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf den Bereich zwischen Hieflau und Altenmarkt. Die Ennskraftwerke AG propagierte eine große Stufe bei Kastenreith in Oberösterreich mit einem Rückstauraum bis über die Grenze zur Steiermark hinweg, während die STEWEAG unter dem damaligen Leiter der Bauabteilung Hermann Grengg für ein Mehrstufenprojekt mit Anlagen bei Landl, Krippau und Altenmarkt eintrat.
Nachdem das Widerstreitverfahren im März 1963 zugunsten der STEWEAG entschieden wurde, begann man bereits einen Monat darauf mit dem Baubeginn. Da wie in Altenmarkt auch in Krippau der Bauplatz zu klein für ein Krafthaus war, wurde der Maschinensatz in einer Kaverne im Berg untergebracht. Die Kaverne wurde über einen Zufahrtsstollen erschlossen und aus dem standfesten Hauptdolomit ausgebrochen. Das Portal über dem Zufahrtsstollen wurde verstärkt ausgeführt, um später die verlegte Eisen-Bundesstraße darüber führen zu können.
Nach Abschluss der Montage- und Innenausbau-Arbeiten konnte im September 1965 die erstmalige Stromerzeugung und Stromeinspeisung in die 110 kV-Leitung von Eßling nach Krippau erfolgen.