Das Krafthaus des Ausleitungskraftwerks Laufnitzdorf liegt nahe der gleichnamigen Ortschaft an der mittleren Mur etwa 5 km flussabwärts der zugehörigen Wehranlage Mixnitz. Die Zufahrt erfolgt am rechten Flussufer von Südosten über eine Ausfahrt von der Brucker Begleitstraße. Das Krafthaus-Ensemble besteht aus dem Krafthaus mit angeschlossenem Betriebsgebäude, dem Wasserschloss und der im Westen vorgelagerten Freiluft-Schaltanlage.
- Krafthaus:
Das Krafthaus liegt senkrecht zur Achse des Ausleitungskanales und ist auf einer rechteckigen Grundfläche von 38/20 m errichtet, seine Höhe beträgt 19 m. Unterwasserseitig sind im Sockelgeschoß querrechteckige Fensteröffnungen eingelassen, hinter denen sich Werkstätten befinden. Die darüber aufragenden, glatt verputzten Außenflächen sind durch die großen Rundbogenöffnungen des Einfahrtstores an der linksufrigen Stirnseite und der beiden Fenster an der zum Unterwasser gerichteten Längsseite gegliedert. Neben den Rundbogenfenstern befindet sich an der großen, geschlossenen Mauerfläche die Aufschrift "STEWEAG 1931". Unterhalb des flachen Walmdaches sind kleine, querrechteckige Lüftungsfenster angeordnet. Die zum Oberwasser gewendete Längsseite des Krafthauses wird von Mauerpfeilern mit Zu- und Ablufteinrichtungen der Generatoren begleitet. Der rechtsufrigen Stirnseite der Maschinenhalle sind in einem glatt verputzten Anbau mit Sichtbetonrahmung die Zellen der beiden Transformatoren vorgelagert, von denen durch eine querrechteckige, über die gesamte Breite des Krafthauses reichende Öffnung die Abspannungen zur Freiluft-Schaltanlage führen.
Der Hauptzugang zur etwa 25 m langen, 13 m breiten und ebenso hohen Maschinenhalle erfolgt durch das dreiteilige Falttor mit rundbogiger Oberlichte an der linksufrigen Stirnseite. In der Maschinenhalle nehmen die beiden Generatorengehäuse der vertikal eingebauten Maschinensätze, die annähernd in den Achsen der sprossengeteilten Rundbogenfenster angeordnet sind, etwa zwei Drittel der Raumhöhe ein. Die Bahn des Hallenkrans ist auf den glatt verputzten Mauern der Halle gelagert, darüber trägt ein schmaler, von den Lüftungsfenstern durchbrochener Mauerstreifen eine flache Holzbalkendecke. An der rechtsufrigen Stirnseite der Maschinenhalle ist ein erhöhter Abstellplatz angeordnet, der mit dem Fußbodenniveau der Maschinenhalle durch eine Stiege verbunden ist. Durch große Türen können die Maschinentransformatoren auf diesen Abstellplatz, die so genannte "Umspannerbühne", geschoben werden. Eine einflügelige Tür führt vom Abstellplatz zum Obergeschoß des Betriebsgebäudes. Eine zwischen den Generatoren angeordnete Stiege führt in das Untergeschoß, in dem sich die Reglereinrichtungen, die Werkstätte und die Maschinensätze befinden. Rundbogenöffnungen trennen die einzelnen Raumteile des Untergeschoßes voneinander.
- Betriebsgebäude (ehemaliges Steuerhaus):
Das Betriebsgebäude schließt am rechtsufrigen Ende der unterwasserseitigen Krafthaus-Mauer im rechten Winkel an. Der über rechteckigem Grundriss errichtete Trakt wird von einem flach geneigten Walmdach bedeckt. Über einem Sockelgeschoß aus Sichtbeton erheben sich zwei glatt verputzte Obergeschoße mit Fensteröffnungen unterschiedlichen Formats und einem gekehlten Abschlussgesimse. Von der Unterwasserplattform und vom rechten Ufer des Ausleitungskanals führt jeweils eine einflügelige, von Fenstern flankierte Tür ins Innere, wobei je vier Sichtbeton-Pfeiler die Öffnungen rahmen. Oberhalb des Eingangs an der Unterwasser-Plattform befindet sich die Aufschrift "WERK - LAUFNITZDORF", der rechtsufrige Eingang besitzt ein von zwei Sichtbeton-Pfeilern getragenes Vordach. Von einem Vorraum führt ein Stiegenlauf in das Obergeschoß, in dem der Raum der ehemaligen Warte angeordnet ist. Vom Wartenraum kann durch ein querrechteckiges Fenster an der rechtsufrigen Fassade die Freiluft-Schaltanlage überblickt werden.
-Wasserschloss:
Im Oberwasserbereich des Krafthauses ist erhöht das Wasserschloss situiert, in das der Ausleitungskanal der Wehranlage Mixnitz mündet. Das Gebäude übernimmt Ausrichtung und Grundform des Krafthauses und besitzt wie dieses ein flach geneigtes Walmdach. Über einem hohen Sockelgeschoß mit aufgespitzter Sichtbeton-Oberfläche folgt ein glatt verputzter Aufbau mit abschließender Gesimskehle. Zwei Stiegenaufgänge führen von der Ebene des Krafthauses zum Wasserschloss, dessen Inneres durch von Sichtbeton-Pfeilern gerahmte, einflügelige Türen erschlossen wird. Kleine, querrechteckige Fenster mit senkrechter Teilung und Sohlbänken sorgen für die Belichtung der Räume. Betonpfeiler, die durch Schwibbögen mit den Außenmauern verbunden sind, tragen die offene Dachkonstruktion. In der Mittelachse des Raumes sind die Turbinen-Einlaufschütze angeordnet. An der unterwasserseitigen Flanke des Wasserschlosses schließt eine Plattform mit der Rechen-Reinigungsmaschine an. Ihre Unterkonstruktion, die von außen als massive Terrassenmauer erscheint, beherbergt den Beginn der beiden Druckrohre, ein Stiegenhaus und diverse Nebenräume.
Der Unterwasserkanal wird bei seiner Mündung in die Mur von einer Straßenbrücke überquert. Zwei ehemalige Werkswohnhäuser sind am rechten Ufer des Unterwasserkanals situiert.