Das Draukraftwerk Lavamünd liegt westlich der Ortschaft Lavamünd/Labot etwa 6,1 Flusskilometer stromabwärts des Kraftwerks Schwabeck und kurz vor der Grenze zu Slowenien. Die Zufahrt erfolgt vom rechten, südlichen Drauufer über eine Stichstraße von der Bundesstraße zwischen Bleiburg/Pliberk und Lavamünd/Labot.
Das Pfeilerkraftwerk ist senkrecht zur Flussachse situiert und besteht aus drei Maschinenpfeilern und vier Wehrfeldern, die alternierend angeordnet sind. Am rechten Flussufer liegt das Wartengebäude mit angeschlossenem Schalthaus und einer Freiluft-Schaltanlage, sowie ein Trakt für Werkstätten, Garagen und Sozialräumen.
Die Gesamtlänge der Kraftwerksanlage beträgt 144 m. Ihre jeweils 16 m breiten, 48 m langen und insgesamt 25 m hohen Maschinenpfeiler besitzen an der Oberwasser-Seite bugartig geformte Tauchwände mit Plattformen, unter denen die Turbineneinläufe und die Dammtafel-Verschlüsse angeordnet sind. Die Unterwasser-Plattformen sind rechteckig ausgebildet. Während die Maschinenpfeiler oberwasserseitig die Wehrbrücke kaum überragen, beträgt ihre sichtbare Höhe an der Unterwasser-Seite etwa 13 m. Über einem vorspringenden, leicht angeböschten Sockel mit halbrundem Abschlussprofil sind ihre ungegliederten Oberflächen aus rauem Beton hell beschichtet. Drei kleinformatige, querrechteckige Fenster mit Lamellenteilungen belüften die dahinter liegenden Gänge. In den drei Pfeilern befinden sich die zylinderförmigen Maschinenräume und die elektrisch angetriebenen Schützen-Windwerke. Die Maschinenräume erhalten Tageslicht über eine Tambour-ähnliche Zone mit schmalen, rundum angeordneten, querrechteckigen Fenstern. Auf dieser Zone ruhen Montagedeckel, die als kreisförmige, außen rot beschichtete Betonplatten ausgeführt sind. Eine zusätzliche Belichtung der Innenräume erfolgt seitlich durch jeweils zwei kleine, quadratische Fensteröffnungen in den Pfeilerwangen. Die Kronen der Pfeiler-Plattformen und Brüstungsmauern sind mit Naturstein-Platten verkleidet. Auch die Ausgänge zu den Plattformen auf der Oberwasser-Seite sind mit Steinquadern gerahmt. Die Erschließung der Pfeiler erfolgt über einen oberwasserseitig, unmittelbar unterhalb der Kraftwerksbrücke gelegenen Wehrgang. Am rechten Ufer ist in Fortführung der Kraftwerksachse ein Montageplatz mit quadratischem Montagedeckel angeordnet.
Die vier Wehrfelder mit beweglichen Wehrverschlüssen besitzen eine lichte Weite von je 24 m und eine Verschlusshöhe von 11 m. Die Wehrbrücke wird aus der zweiteiligen Fahrbahn für den Dammtafel-Portalkran gebildet. Oberwasserseitig liegt die Bahn der Rechenreinigungs-Maschine.
Die rechtsufrige, parallel zum Fluss verlaufende Kraftwerkszufahrt führt Richtung Nordwesten zunächst an einem Trakt mit Werkstätten, Garagen und Sozialräumen vorbei auf das Wartengebäude mit angeschlossenem Schalthaus zu. Alle Gebäude besitzen steile Walmdächer mit Schleppgaupen, ihre glatt verputzten Außenflächen sind durch einfach gekehlte Traufgesimse, glatte Fenster- und Türumrahmungen, sowie Rundbogenöffnungen bei Türen und Toren gegliedert, die Fassadenöffnungen sind teilweise mit Werksteinen gerahmt.
Wartengebäude und Schalthaus:
Das in der Achse der Kraftwerkszufahrt über rechteckigem Grundriss errichtete Wartengebäude wendet sich mit seiner südöstlichen Längsseite gegen die Zufahrt. Seine gegen den Fluss gerichtete Schmalfront besitzt ein um die Mittelachse komponiertes Fassadensystem: Über einem hohen Sockelgeschoß mit Oberflächen aus gestocktem Sichtbeton ist im ersten Obergeschoß eine Gruppe von vier Fenstertürn, im zweiten Obergeschoß eine Dreiergruppe von quadratischen Fenstern angeordnet, die durch eine Steinumrahmung zusammengefasst und links und rechts von je einem quadratischen Fenster begleitet wird.
Der Haupteingang ist in der Mitte der fünfachsigen Längsfassade, die auf zwei Geschoßen hochrechteckige Fensteröffnungen besitzt, situiert: Ein Stufenaufgang führt zu einer rundbogigen, zweiflügeligen Eingangstür mit einer tiefen Laibung aus Werksteinen. Die ursprünglich im Erdgeschoß untergebrachte Warte wurde bereits ausgebaut. Eine einarmige Stiege führt zum Obergeschoß, in dem sich Büroräume befinden. Durch einen Gang im Untergeschoß ist das Wartengebäude mit der Kraftwerksanlage verbunden.
Im rechtwinklig an der Nordwestseite anschließenden, eingeschoßigen Längstrakt des Schalthauses befinden sich die Transformatoren, Einrichtungen für die Spannungsregelung und Schaltanlagen. Der Trakt wird durch schmale, hochrechteckige Fenster belichtet. Südwestlich des Schalthauses liegt die Freiluft-Schaltanlage.
Der hakenförmige, eingeschoßige Trakt an der Einfahrt zum Kraftwerk enthält in seinem kürzeren, senkrecht zur Einfahrtrichtung gestellten Teil Sozialräume. An der nordöstlichen Ecke führen zwei Rundbögen in einen offenen Vorraumbereich. Von dort erschließt eine weitere Rundbogentür das Innere des Gebäudes, das durch annähernd quadratische und hochrechteckige Fenster belichtet wird. Über einen weiteren, hofseitigen Eingang ist die Stiege zum Dachgeschoß erreichbar. Im Längstrakt sind Garagen und Werkstätten angeordnet, die durch zweiflügelige Einfahrtstore mit geradem Sturz von der Hofseite aus erschlossen werden und an der Südwestseite querrechteckige Glasbaustein-Felder besitzen.
Der Fischaufstieg in der linken Wehrwange stammt noch aus der Bauzeit, ist jedoch außer Betrieb. Die Verbindung zum linken Drauufer erfolgt über einen Torbogen, der die Lavamünder Bundesstraße überspannt. Über den Torbogen ermöglicht eine Treppenanlage mit zentralem Plateau das Überqueren der Straße. In den Scheiteln des Torbogens sind Wappenfelder aus Steinrelief eingelassen, die den österreichischen Bundesadler und das Wappen des Bundeslandes Kärnten zeigen. Die Länge des Stauraums beträgt ungefähr 6,1 km.