Das Enns-Kraftwerk Mühlrading liegt südlich der Ortschaft Kronstorf am linken, oberösterreichischen Ufer. Am rechten, niederösterreichischen Ennsufer ist die Ortschaft Ernsthofen mit ihrem Vorort Mühlrading gelegen. Die Zufahrt zum Kraftwerk, das eine befahrbare Brücke besitzt, erfolgt über Nebenstraßen von beiden Flussufern.
Das senkrecht zur Flussachse liegende Kraftwerk besteht aus einem am linken Ufer anliegenden Krafthaus und einer bis zum rechten Ufer reichenden Wehranlage. In der selben Achse sind am linken Ufer Schalthaus und Betriebsgebäude, am rechten Ufer ein Werkstättengebäude und ein Werkswohnhaus situiert.
- Krafthaus:
Das Krafthaus ist etwa 85 m lang, 37 m breit und über der Unterwasser-Plattform etwa 11 m hoch. Die Ausläufe der vier Turbinen sind zweigeteilt und mit einem Rundbogen nach oben abgeschlossen. Darüber erhebt sich die zum Unterwasser gerichtete Schauseite des Krafthauses aus gestocktem Beton, in der kleine, hochrechteckige Fensteröffnungen angeordnet sind. Ursprünglich waren alle Fenster gleich groß und in fünf Vierergruppen zusammengefasst. Beim Umbau der Warte brach man ein Fenster zusätzlich aus und vergrößerte zwei bestehende Öffnungen, sodass eine Dreiergruppe höherer Fenster entstand. Profilierte Fensterfaschen aus Konglomerat und ein Gesimse aus dem selben Material gliedern die Fassade. Oberhalb des Gesimses ist eine niedrige Attikamauer angeordnet, die vom Gesims der Kraftwerksbrücke abgeschlossen wird. Die Kraftwerksbrücke bildet zugleich auch das Flachdach des Krafthauses, das nur von den Laternenaufbauten über den vier Maschinensätzen und über dem Montageplatz durchbrochen wird. Die Laternen besitzen einen quadratischen Grundriss, auf jeder Seite querrechteckige Fensteröffnungen und sind mit Montagehauben in der Form eines flachen Zeltdaches abgeschlossen.
Vor der landseitigen Stirnseite des Krafthauses ist ein Vorplatz ausgebildet, von dem ein zweiflügeliges Tor in den Montageraum führt. Die breite Durchfahrtsöffnung zum annähernd auf quadratischem Grundriss errichteten Montageplatz ist mit profilierten Marmorplatten gerahmt. Durch eine weitere marmorgerahmte Durchfahrt gelangt man zu den vier vertikal eingebauten Maschinensätzen. Der Raumteil zwischen den Montage-Laternen ist mit einer Balkendecke abgeschlossen. Die Oberwasser-Seite des Krafthauses ist geschlossen ausgebildet und glatt verputzt, dahinter befindet sich ein Korridor, der Räume mit technischen Hilfseinrichtungen erschließt. An der Unterwasser-Seite tragen frei stehende Pfeiler die Decke. Hinter Einbauten mit Leitschränken befinden sich eine Reihe von Nebenräumen, die ihre Belichtung von den unterwasserseitigen Fenstern erhalten. Auch die nachträglich umgebaute Warte, die sich mit einem verglasten Raumteiler zum Maschinenraum öffnet, ist in diesem Bereich situiert.
- Wehr:
Die 110 m breite Wehranlage ist mit fünf Feldern zu je 17,25 m lichter Weite und 9 m Verschlusshöhe ausgestattet. Die Wehrpfeiler mit grob aufgespitzten Sichtbeton-Oberflächen sind an beiden Enden gerundet, oberwasserseitig mit konsolenartig auskragenden Pfeilerköpfen, unterwasserseitig steil geneigt und mit einem kurzen Pfeilerfuß ausgestattet. Die Windwerkshäuser sind mit flach geneigten Satteldächern bedeckt und bestehen aus massiven Betonmauern an den Stirnenden, die in der Mitte durch Stahlträger mit verglasten Wänden verbunden sind.
- Kraftwerksbrücke:
Eine einspurige Fahrbahn führt an der Oberwasser-Seite über das gesamte Kraftwerk. Sie verläuft im Bereich des Krafthauses auf dem Flachdach entlang der Laternenaufbauten und im Bereich des Wehres auf einem Träger, der auf den Pfeilerköpfen ruht. Unter der Fahrbahn, die auch die oberwasserseitige Schiene des Portalkranes aufnimmt, ist der Kabelgang angeordnet. Im Bereich der Wehranlage verlaufen die Schienen der Kranbahn beiderseits der Windwerkshäuser.
- Betriebsgebäude, Schalthaus und Nebentrakt:
Am rechten Ufer sind in gleicher Richtung der Werksachse die Bauten von Betriebsgebäude, Schalthaus und eines Nebentraktes über rechteckigem Grundriss errichtet. Das ebenerdige, flach bedeckte Schalthaus besitzt glatte Außenflächen und Fenster unterschiedlichen Formats. Eine Durchfahrt führt in den Werkshof. Nach Süden anschließend folgt das Betriebsgebäude, dessen glatte Eingangsfassade gegen Westen gerichtet und ähnlich der Krafthausfassade gestaltet ist. Die zentrale Eingangstür und die größeren der symmetrisch angeordneten Fenstergruppen sind mit Faschen aus Konglomerat umgeben. Über einem profilierten Konglomeratgesimse trägt eine niedrige Attikazone das flache Walmdach. In seinem östlichen, zum Werkshof gerichteten Teil ist das Betriebsgebäude zweigeschoßig ausgeführt; das mit einem Gesimse abgeschlossene Sockelgeschoß besteht aus aufgestocktem Sichtbeton und besitzt zweiflügelige Toröffnungen mit Stichbogenabschluss. Ein ebenerdiger, in Höhe der Kraftwerksbrücke flach gedeckter Nebentrakt schließt an der nördlichen Stirnseite des Krafthauses an und enthält Lager und Werkstätten, die mittels zweiflügeliger Tore erschlossen werden.
- Werkstättengebäude:
Am rechten Ufer ist ein auf rechteckigem Grundriss errichtetes, ebenerdiges Werkstättengebäude situiert, das mit einem Walmdach bedeckt ist.
- Werkswohnhäuser:
Am rechten Ufer ist ein lang gestreckter, zweigeschoßiger Werkswohntrakt angeordnet, ein zweites Werkswohnhaus - das "Wohnhaus Plaik", befindet sich am linken Ufer auf oberösterreichischer Seite.
- Stauraum:
Der Stauraum ist etwa 6 km lang und reicht bis zum Unterwasserauslauf des Kraftwerks Staning. An das Wehr schließt am rechten Ufer im Oberwasser ein etwa 1.600 m langer Damm an. Die Länge des linksufrigen Dammes beträgt nur 600 m.