Das Kraftwerk Obervogau ist ein typisches Beispiel für ein seriell hergestelltes Murkraftwerk und das erste von später insgesamt neun Werken aus der Feder des Grazer Architekturbüros Haidvogel - Oratsch - Andree.
Es stellt eine exakte Spiegelung des wenige Jahre später errichteten Werks Spielfeld um die Flussachse dar. Der wuchtige Stahlbetonbau steht im Kontrast zu den in transparenter Skelettbauweise zuvor errichteten Kraftwerken Gabersdorf und Gralla und besticht durch ein einheitlich durchgezogenes Farbkonzept in grau und blau.
Die Betriebsräume wurden auf das absolute Minimum reduziert, da die Kraftwerke in dieser Zeit bereits nicht mehr für permanente Personalanwesenheit konzipiert wurden. Durch die bewusst eingesetzte Fugenteilung an den Fassaden, die in der Attikazone auskragenden Regenwasser-Sammelkästen sowie die auffällig gestalteten verlängerten Kranbahnen der Rechenreinigungsanlage erhebt das Werk einen gestalterischen Anspruch, der über den reinen Zweckbau hinausgeht.