1903 begann die "Schweizerische Eisenbahnbank" gemeinsam mit der "AG Albert Buss & Cie." in Basel mit der Planung eines Ausleitungskraftwerks in Deutschfeistritz. Das Krafthaus entstand an der Stelle eines aufgelassenen Silberbergwerks und wurde von der schweizerischen beziehungsweise der österreichischen Gesellschaft "Albert Buss & Cie." in Graz und Wien als General- und Bauunternehmer geplant und ausgeführt. Der Grazer Architekt Josef Hötzl zeichnete für die architektonische Gestaltung der Anlage verantwortlich.
1906 begann man mit dem Bau des zum Kraftwerk gehörigen Wehrs Adriach und des Betriebwasserkanals. Im selben Jahr starteten auch die Bauarbeiten am Krafthaus Deutschfeistritz. 1908 ging das Werk mit fünf Doppel-Francis-Turbinen in Betrieb. Ursprünglich diente der hier erzeugte Strom zur Versorgung der Papierfabriken Guggenbach und Leykam-Josefsthal, der Eisenbahnlinie Peggau - Markt Übelbach sowie zu Beleuchtungszwecken der Ortschaften an der Mur und der Bahnhöfe der Südbahnstrecke. Heute wird die erzeugte Energie in das Netz der STEWEAG-STEG-GesmbH. (SSG) eingespeist. 1910 wurde die "Steiermärkische Elektrizitäts-Gesellschaft" (STEG) aus einem Zusammenschluss der Kraftwerksgesellschaften Lebring und Deutschfeistritz mit Sitz in Graz gegründet.
Zu Beginn der 1960er-Jahre suchte die STEG nach leistungsmäßigen Ausbaumöglichkeiten für das Kraftwerk Peggau-Deutschfeistritz. Da das historische Krafthaus kaum für eine Leistungserhöhung adaptierbar war, entschloss man sich für einen Neubau und die Verlängerung des Oberwasserkanals. Mit dieser Lösung konnte der Triebwasserweg mit dem Stollen und der historischen Wehranlage in Adriach erhalten werden und auch das Jugendstil-Krafthaus behielt seinen Platz im Ensemble.
Nach der Inbetriebnahme des neuen Krafthauses im Herbst 1965 erfolgte 1967 die Demontage der alten Maschinen. In der Maschinenhalle wurde eine Zwischendecke eingezogen, um Platz für Büros der Fachabteilungen und Archive zu schaffen. Zusätzlich erhielt der Bau einen Aufzug neben dem Treppenhaus sowie eine Werkstätte im Erdgeschoß. Die alte 20 kV-Schaltanlage, die bis dahin im Südturm des historischen Krafthauses untergebracht war, galt nach der zusätzlichen Einspeisung des Kraftwerks Rabenstein nicht mehr als kurzschlussfest. Aus diesem Grund erfolgte 1988 der Neubau einer 20 kV-Schaltanlage an der Stelle der früheren Dampfzentrale, die bereits 1967 abgebrochen wurde.
Mit 1. April 2002 ging das Werk in der VERBUND-Austrian Hydro Power AG auf, ein Umstand, der einige Umnutzungen erforderlich machte. In einer ersten Phase wurde das Erdgeschoß des historischen Krafthauses für Büronutzungen adaptiert, in einer zweiten Phase folgte die Sanierung und der Umbau des Obergeschoßes. Zusätzlich erfolgte der Umbau einer ehemaligen Wohnung im zweiten Obergeschoß des Nordturms zu Büros für die Verbund-Telekom.