Das Kraftwerk Spielfeld liegt nördlich der gleichnamigen Ortschaft im Leibnitzer Feld an der unteren Mur. Flussabwärts befinden sich am rechten Ufer die Einmündung des Gamlitzbachs und das Schloss Spielfeld. Die Zufahrt zum Kraftwerk erfolgt vom rechten Mur-Ufer über eine von der Bundesstraße 67 abzweigende Stichstraße. Das Kraftwerk besteht aus einem am rechten Ufer gelegenen Betriebsgebäude mit Freiluft-Schaltanlage, anschließendem Krafthaus und der Wehranlage.
Die Gestaltung des Kraftwerks Spielfeld ist nahezu spiegelbildlich identisch mit jener des wenige Jahre zuvor (1974 - 1977) errichteten Kraftwerks Obervogau. Die massiven Volumen der schalrein belassenen Ortbetonflächen bestimmen den Gesamteindruck der Kraftwerksbauten. Krafthaus und Betriebsgebäude sind mit ihren Längsseiten aneinander gebaut und bilden auch gestalterisch eine Einheit: An den Sichtbeton-Oberflächen der Außenwände von Krafthaus und Betriebsgebäude erzeugen die Abdrücke der senkrecht angeordneten Schalungsbretter sowie horizontale und vertikale Fugenteilungen eine Gliederung, in die sich die Fenster-, Tür- und Toröffnungen einordnen. Bauteile und technische Ausrüstungen aus Stahl wie Fensterrahmen, Türen, Geländer, Teile der Wehrverschlüsse, Dammbalkenkräne und die Rechenreinigungs-Maschine sind blau beschichtet.
Krafthaus und Betriebsgebäude
Der quaderförmige Baukörper des Krafthauses ist auf einer Fläche von 28,6 m/14,5 m errichtet, insgesamt etwa 23,5 m hoch und mit einem Flachdach bedeckt. Vor seine zum Unterwasser gerichtete Längsseite schiebt sich der Riegel des eingeschoßigen, flach bedeckten Betriebsgebäudes. Aus den Attikamauern, die auch als Brüstungsmauern für die Flachdächer dienen, kragen wuchtige Rinnkästen und Wasserspeier aus Beton vor. Unterhalb der Traufe des Krafthauses sind rundum querrechteckige Fensterfelder mit senkrechten Teilungen angeordnet. Da die Fensterelemente übereck geführt sind und tief in der Laibung sitzen, scheint die Attikazone darüber zu schweben.
Das Betriebsgebäude wird durch ähnlich gestaltete, querrechteckige und übereck geführte Fenster belichtet, die sich etwa in halber Höhe der Fassade befinden. Entlang der oberwasserseitigen Längsfront des Krafthauses führt ein Betonträger, auf dem die Fahrbahn der Rechenreinigungs-Maschine ruht. Der Träger ragt uferseitig über das Krafthaus hinaus und wird an seinem Ende von einem frei stehenden Betonpfeiler gestützt. Das Einfahrtstor zur Maschinenhalle liegt an der südlichen Stirnseite des Krafthauses und ist in 4 x 12 Felder geteilt, die Rahmenprofile sind dunkelblau beschichtet, während das helle Stahlblech der Feldfüllungen außen sichtbar belassen, innen im Blau der übrigen Stahlteile gestrichen wurde.
Die etwa 28 m lange, 8 m breite und 11 m hohe Maschinenhalle besitzt massive Wände mit vorkragenden Bahnen für den Hallenkran und eine Beton-Rippendecke, an der Lampen montiert sind. Die Zugänge zu den beiden horizontal eingebauten Maschinensätze befinden sich unter abnehmbaren Feldern des mit rötlichbraunen Klinkerfliesen belegten Bodens. In der Mitte der Halle sind zwei Pulte mit den Turbinenreglern angeordnet, an der nördlichen Stirnseite führt ein Stiegenlauf zur Wehranlage hinauf. Gegen die Oberwasser-Seite sind die Leitstände situiert, die Nebenräume an der Unterwasser-Seite enthalten eine Werkstätte, ein Gefahrstoff-Lager und einen dreiarmigen Stiegenabgang in das Untergeschoß, in dem sich Zugänge zu den Maschinensätzen, Lager- und Archivräume sowie der Schaltkeller befinden.
Wehranlage
Die Wehranlage schließt nach einem Trennpfeiler nördlich des Krafthauses an und besteht aus drei Feldern mit je 22 m lichter Weite und 6 m Verschlusshöhe. Die 2,4 m breiten Wehrpfeiler besitzen im Unterwasser flache, langgezogene Sporne mit halbrundem Abschluss.
An das Betriebsgebäude schließt südlich die Freiluft-Schaltanlage mit dem Transformator und dem "Schienenturm" an, einem hochrechteckigen, quaderförmigen Bau aus Sichtbeton. Er enthält die Sammelschienen der 6 kV-Leitung, die zum Transformator geleitet werden. Die Freiluft-Schaltanlage ist von einer Brüstungsmauer aus schalreinem Beton mit horizontaler Fugenteilung umgeben. Der Stauraum reicht bei einer Länge von 5,5 km bis in das Unterwasser des Kraftwerks Obervogau. Im Baubereich wurden an beiden Ufern bis zu 6 m hohe Erddämme aufgeschüttet, die als Schutz vor Hochwasser dienen.
Auf beiden Seiten der Dämme wurden Begleitgräben gezogen, die allfälliges Sickerwasser abführen und außerdem als Entwässerungsrinne für das hochliegende Grundwasser dienen können. Der rechte Begleitgraben wurde so ausgebildet, dass der Gamlitzbach selbst bei einem hundertjährigen Hochwasser gefahrlos in das Unterwasser des Kraftwerks abgeführt werden kann. Im rechtsufrigen Unterwasserbereich befindet sich an der Mündung des Gamlitzbachs in die Mur ein Schlauchwehr zur Stauhaltung des Gamlitzbachs. Das Schlauchwehr besteht aus einem mit Wasser gefüllten Gummibalg, der die gesamte Breite des Baches abschließt.