Das Kanalkraftwerk besteht aus einem Wasserschloss, 15 Druckrohren und 15 Francis-Turbinen. Die Kraftwerksanlage liegt im oberbayerischen Gemeindegebiet von Töging, nahe der Stadt Mühldorf am Inn.
Das Kraftwerk Töging ist als Kanalkraftwerk konzipiert, weil der Kanal eine Gefällszusammenlegung ermöglichte, die für den wirkungsvollsten Einsatz der damals zur Verfügung stehenden Francis-Turbinen erforderlich war. Es zählte seinerzeit zu den größten Wasserkraftanlagen Mitteleuropas und stellte eine Pionierleistung des Kraftwerkbaus dar.
Die Stauanlage Jettenbach staut den Inn 8 km zurück, bis zur Faulbachmündung 1 km unterhalb Gars. Das Staugebiet wird größtenteils durch natürliche Flussufer aus Moränenschotter begrenzt, nur im unteren Teil mussten die Staudämme Fraham und Jettenbach geschüttet und ein Pumpwerk gebaut werden.
Das Wehr ist auf 4.000 m3/s ausgelegt, die höchste damals bekannte Wassermenge betrug 2.900 m3/s und wurde 1899 erreicht.
Der 20 km lange Oberwasserkanal beginnt mit einem 300 m langen und 125 m breiten Reinigungsbecken, in dem sich bei Verringerung der Fließgeschwindigkeit das mitgeführte Material ablagern sollte.
Zur Erhöhung der Dichtigkeit und Verminderung der Rauhigkeit wurde der Kanal, der sich nach 6 km von 52 m auf 30m Wasserspiegelbreite bei 8 m Tiefe verengt, mit Beton ausgekleidet. Die durchschnittliche Wassergeschwindigkeit bei möglichst geringem Gefälleverlust beträgt 2.0 m/s.
Der Untergrund beim Einlaufbauwerk in Jettenbach und beim Kraftwerk an der Innterrasse in Töging ist mit wechselnder Dichte alluvialer (nacheiszeitlicher) Kies und Sand und darunter tertiärer Flinz, der sehr hart und wasserundurchlässig ist.
Das durch den Kanal geführte Wasser wird im Wasserschloss auf die 15 Druckrohre der Rohrbahn am Hang verteilt.
Die im Kraftwerk aufgestellten 15 Francis-Stirnkesselturbinen mit waagerechter Welle treiben acht Drehstromgeneratoren und sieben Gleichstromgeneratoren. Während die von den Gleichstromeinheiten erzeugte Energie direkt über Stromschienen in das Ofenhaus 1 der VAW gelangt, fließt die von den Drehstromeinheiten erzeugte Energie über eine Kabelbrücke zum 6 kV-Schalthaus und von da zu Gleichrichtern bei den Ofenhäusern II und III.