Die Planungen für die Kraftwerks-Oberstufe Gerlos mit einem Speicher Durlaßboden und einem Krafthaus in Funsingau reichen bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. Wegen großer geologischer Probleme im Bereich des geplanten Sperrenbauwerks konnte das Projekt anfänglich jedoch nicht verwirklicht werden. Erst die Neuentwicklung des bewusst unterströmten Dammes zu Beginn der 1960er-Jahre brachte die Lösung, sodass 1963 mit den Bauarbeiten an der Sperre Durlaßboden mit dem zugehörigen Krafthaus Funsingau begonnen werden konnte.
Das Krafthaus, welches zusammen mit dem Kraftabstieg, der Apparatekammer und dem Wasserschloss zum Baulos 2 gehörte, wurde am 1. Juli 1965 mit dem Aushub der Baugrube und der Freilegung des Felsuntergrundes begonnen. Die Gerloser Ache musste im Zuge der Vorarbeiten in ein neues, nördlicher gelegenes Bett umgeleitet werden. Am 18. August 1965 erfolgten die ersten Fundamentbetonierungen, ab 15. September die Montage der Saugrohrpanzerung.
Da im Bereich des Aushubs schwach sulfat-hältige Quellen austraten, musste für den gesamten Tiefbauteil ein spezieller Hochleistungsbeton mit Contragreßzement (CGZ 375) verwendet werden. Ab Mai 1966 wurden die Hochbauarbeiten für das Krafthaus vorgenommen, die bereits sechs Wochen später abgeschlossen werden konnten. Insgesamt 2.230 m³ Stahlbeton mit 80 t Bewehrungsstahl und 150 m³ Ziegelmauerwerk wurden für den Bau verwendet, die Skelettkonstruktion der Maschinenhalle benötigte 20 t Konstruktionsstahl. Einer der Gründe für den raschen Abschluss lag in der Ausführung der Maschinenhalle als Stahl-Skelettbau, dessen Vorfertigung unabhängig von den anderen Arbeiten am Krafthaus stattfinden konnte.
In den Monaten Juni 1965 bis September 1966 wurde parallel zum Kraftwerk die anschließende Freiluft-Schaltanlage errichtet. Die Haupt-Montagearbeiten am maschinellen und elektrischen Teil waren am 30. April 1967 soweit abgeschlossen, dass die Monteure mit den Vorbereitungen für das Andrehen der Maschinen begannen. Nach dem ersten Volllast-Versuch ging das Werk am 27. Mai 1967 offiziell in Betrieb.