Das Ensemble um das Krafthaus der Kaprun-Hauptstufe liegt am Fuß des Bürgkogels im "Kapruner Winkl" am linken Ufer der Kapruner Ache. Über die Landesstraße oder, vom rechten Ufer der Kapruner Ache kommend über die Werksbrücke, gelangt man auf einen geräumigen Platz, der von mehreren Nebengebäuden umgeben wird. Von ihm führt die Krafthausstraße zum Hauptgebäude des Kraftwerks.
Das Hauptgebäude besteht aus dem Krafthaus mit angebauter Werkstätte. Die etwa 200 m nordöstlich liegende Gruppe von Nebengebäuden umfasst Bauten für Vermessungstechnik und Lehrlingsausbildung, Kraftfahrzeug- und Bautrupp-Werkstätten, Garagen, Magazine und einen Lokschuppen. Ein weiteres Garagengebäude befindet sich am Hang des Bürgkogels unmittelbar nordöstlich des Hauptgebäudes. Am rechten Ufer der Kapruner Ache ist am Beginn der Kesselfallstraße die Freiluft-Schaltanlage "Kaprun" mit dem Betriebsgebäude des Kraftwerks situiert. Die Häuser der Werksiedlung befinden sich beiderseits der Kapruner Ache.
- Krafthaus mit Werkstättentrakt:
Das Krafthaus ist mit einer Längsseite in den Hang eingetieft, wodurch der insgesamt 94,3 m lange, 33,4 m breite und 25 m hohe, flach gedeckte Baukörper nach außen nur mit einer Höhe von etwa 12 m und einer Breite von 13 m sichtbar ist. Die Ansicht des Krafthauses wird an der Zufahrtsseite durch zwei aus Naturstein gemauerte Rundbögen geprägt: Ein Rundbogen markiert den Beginn des Rohrbahn-Schrägaufzugs, der zweite bildet die Toreinfahrt an der Stirnseite des Krafthauses. Das Naturstein-Verblendmauerwerk mit Ortsteinquaderung und Keilsteinen verleiht den ansonsten ungegliederten Flächen ein lebhaftes Relief und zugleich wuchtige Monumentalität. Die horizontal durchgezogenen Fugen betonen die Breitenlagerung der Trakte.
Die Maschinenhalle überragt die anderen Baukörper und wird durch eine Reihe querrechteckiger Öffnungen mit Lamellen unterhalb der Dachkante belüftet. Talseitig vorgelagert befinden sich Räume für Transformatoren und Schaltanlagen. Durch vier hochrechteckige, mit Lamellen versehene Öffnungen, die an der Längsseite zwischen den Transformatoren situiert sind, erhalten die Generatoren ihre Zuluft. Den Kammern für die Generatoren-Zuluft entsprechen an der Bergseite Kammern für die Generatoren-Abluft. Der Innenraum der Maschinenhalle ist 80 m lang, 15,5 m breit und 15,6 m hoch, wobei das Fußbodenniveau der Halle unterhalb dem Geländeniveau liegt. Eine Gleisbühne führt an der talseitigen Längsfront des Krafthauses vom Einfahrtstor ausgehend an den Transformatoren-Nischen entlang. Am südwestlichen Ende des Krafthauses befindet sich der Raum der ehemaligen Warte, von der ursprünglich ein Balkon in die Maschinenhalle führte. Der Balkon wurde nachträglich durch eine verglaste Galerie ersetzt. Die gelb beschichteten, zylinderförmigen Gehäuse der vier Generatoren ragen bis zur Höhe der Gleisbühne auf und werden von jeweils zwei hellgrün beschichteten Turbinengehäusen flankiert. Zusammen mit dem Blau der Reglergruppen, den roten Bodenfliesen und der in Türkis gehaltenen Schallschutzdecke erzeugen sie eine stark von Farben geprägte Raumwirkung.
Der zweigeschoßige Werkstättentrakt wird durch schmale, hochrechteckige Fenster belichtet, darüber befinden sich unter der Dachkante kleine, annähernd quadratische Öffnungen.
- Nebengebäude:
Die ein- bis zweigeschoßigen Nebengebäude sind mit Walmdächern versehen. Ihre Außenflächen sind teils weiß verputzt, teils mit Verblendmauerwerk gestaltet. Der eingeschoßige Bau mit den Einrichtungen für Vermessungstechnik und Lehrlingsausbildung besitzt ein ausgebautes Dachgeschoß mit dicht gereihten, abgewalmten Gaupen. Das zweigeschoßige Magazingebäude besteht aus einem werksteinverkleideten und aus einem weiß verputzten Teil, die unter ein Walmdach zusammengefasst sind. An seine nördliche Stirnseite schließt ein Lokschuppen an, dessen Pfeiler aus Werksteinen errichtet sind. Die beiden zweiflügeligen Einfahrtstore der Stirnwand sind durch die Glasfelder der Sprossenteilung belichtet. Im Giebelbereich des Satteldaches sind gekreuzte Pfostenverstrebungen angebracht.
- Betriebsgebäude:
Der zweigeschoßige, U-förmige Bau des Betriebsgebäudes ist mit einem flachen Walmdach gedeckt. Seine glatt verputzte Fassade wird durch ein kantig profiliertes Kranzgesimse und zwei Reihen annähernd quadratischer Fenster gegliedert. Im ersten Obergeschoß ist die Zentralwarte situiert, deren großflächige Verglasungen Ausblick auf die Freiluft-Schaltanlage gewähren. An der Eingangsfassade befinden sich zwei Mosaiken von Friedrich Inhauser mit Darstellungen von Arbeiten an den Kraftwerken von Kaprun, eines davon ist bezeichnet mit: "Inhauser 1956".
- Maiskogelbahn:
Die Maiskogelbahn führt vom Niveau des Krafthauses zu der auf 1.545 m Seehöhe gelegenen Bergstation, von wo die Schieberkammer Maiskogel zugänglich ist.
- Werksiedlungen:
Die Gebäude der Werksiedlungen umfassen Wohnhäuser, Häuser für Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa das Betriebsgebäude und den Werkskindergarten der Tauernkraftwerke AG, sowie die Barbara-Kapelle. Sie sind durch Aufnahme historischer, ortsüblicher Bauformen, so etwa der ausladenden Satteldächer, Balkone und klein dimensionierter Fensteröffnungen, charakterisiert.
- Abtransport von Triebwasser:
Nach Abarbeitung fließt das Wasser in den Unterwasserkanal und von dort in die Kapruner Ache.