Das Kraftwerk Mandling besteht aus dem Krafthaus am Enns-Ufer, aus der Bachfassung mit Wehr am Mandlingbach, und aus der dazwischen liegenden Triebwasserführung.
Das Krafthaus liegt am Ostrand der gleichnamigen Ortschaft im Grenzgebiet zwischen Steiermark und Salzburg. Das Gebäude ist am linken Ufer der Enns, östlich des Saumerbachs situiert und wird durch den von der Ennstal-Bundesstraße abzweigenden "Dschungelweg", der die Bahnlinie unterquert, von Norden erschlossen.
Das auf rechteckigem Grundriss über einer Fläche von 21,70/13,0 m errichtete Krafthaus liegt mit seiner Längsachse parallel zum Verlauf der Enns. Es ist oberhalb der Geländekante etwa 8 m hoch und mit einem Satteldach bedeckt. Während der untere Bereich aus glatten, schalreinen Betonmauern besteht, ist der zwischen Kranbahn und Traufe liegende Teil an der nördlichen Längsseite als Holzkonstruktion mit Glas-Ausfachungen ausgeführt. Gekuppelte, senkrechte Pfosten teilen das so entstehende Fensterband in quadratische Felder, die mit Diagonalstreben ausgesteift sind. Jeweils am unteren Ende der Holzpfosten ist ein Beleuchtungskörper angebracht. Das Motiv des von Diagonalen geteilten Quadrates wurde für die Gestaltung des Einfahrtstores aufgegriffen, dessen Fläche durch aufgesetzte Bänder eine ähnliche Gliederung erhielt. Die Fugenteilung des Sichtbetons orientiert sich an den Feldern der Holzkonstruktion, sowie an den Kanten von Fenster und Toröffnungen, während die Giebelbereiche der Stirnwände mit dunklen Faserzement-Schindeln verkleidet sind. Im mittleren Bereich der Stirnwände wurden außerdem die Betonflächen schräg nach oben gezogen und die restliche Fläche bis zum Dachbinder mit Holz verschalt.
Die Erschließung des Maschinenraums erfolgt von der nördlichen Längsseite durch ein Schiebetor mit integrierter Gehtür. An der selben Seite mündet auch die Druckrohrleitung in das Krafthaus. Auch im Inneren des 9,70 m langen, 8,20 m breiten und etwa 9 m hohen Maschinenraumes wurden die Betonoberflächen sichtbar belassen. Als Kranbahn dienen in den Innenraum vorragende Betonauflager. Der offene, einfach stehende Holz-Dachstuhl besteht aus kräftig dimensionierten Sparren, Stuhlsäulen und Bindern. Vom Einfahrtstor gelangt man zunächst zu einem Montageplatz, von dem aus die Räume an der östlichen Stirnseite und, über eine an der südlichen Längsseite entlang führende Galerie, die Räume für Werkstatt, Magazin, Fernwirkraum, sowie der Warten- und Aufenthaltsraum zugänglich sind. Ein Stiegenabgang führt zum Untergeschoß, das den Maschinensatz beherbergt.
An der südlichen Längsseite ist ein niedrigerer, mit einem Pultdach abgeschlossener Trakt angebaut, der Nebenräume und technische Einrichtungen enthält und mit schmalen, querrechteckigen Fenstern belichtet wird. Hier wurde die Deckung aus Faserzement-Schindeln bis zu den Sohlbänken der Fenster herunter gezogen. Der Aufenthaltsraum liegt an der Südwestecke des Nebentraktes und besitzt zwei Fenster, die aus einem hochrechteckigen Flügel und einem Flügel mit abgeschrägter Sohlbank bestehen.
Zur Ausleitung der Abluft dient ein niedriges Betongehäuse mit flachem Pultdach und Jalousien, das etwa an der Mitte des Nebentraktes angebaut ist.
Ein Anbau für den Haupttransformator schließt an der östlichen Stirnseite an: Seine Seitenwände und das Satteldach bestehen aus schalreinem Ortbeton, während die Stirnwand-Verkleidung, die bis zur Höhe der Traufe reicht, aus Blechplatten hergestellt wurde. Neben dem Haupt-Transformator befindet sich eine weitere metall-verkleidete Nische für den Eigenbedarfs-Transformator. Auch bei den Blechverkleidungen der Transformatoren erzeugte man durch Sandstrahlen der Oberfläche ein Muster mit Diagonalen.
- Wehr und Triebwasser-Führung:
Nach dem Zusammenfluss der Kalten und der Warmen Mandling staut ein Stauklappen-Wehr den Mandlingbach etwa 6 m über die Bachsohle bis 936 m Seehöhe auf und bildet einen See mit über 10.000 m³ Nutzinhalt. Über einen 2.231 m langen Druckstollen wird das Triebwasser bis zur Apparatekammer geleitet, von wo eine etwa 670 m lange, in der Erde verlegte Stahldruckrohr-Leitung zum Krafthaus führt. Die Entnahmestrecke wird über eine Dosieranlage mit Restwasser versorgt. Nach Abarbeitung des Triebwassers fließt es von einem Auslauf an der Südseite des Krafthauses durch einen 26,7 m langen Unterwasser-Kanal in die Enns.