Das 1,5 km südlich der Ortschaft Mayrhofen gelegene Krafthaus des Speicherkraftwerks Mayrhofen bildet den Mittelpunkt der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller.
Die Kraftwerksanlage umfasst das Krafthaus mit nördlich anschließendem Ausgleichsbecken, das östlich gelegene Betriebsgebäude und den Garagenbau im Süden. Die zugehörige Freiluft-Schaltanlage liegt etwa 500 m vom Kraftwerk entfernt am Ufer des Zemmbachs.
Das Krafthaus besteht aus der Maschinenhalle, der bergseitig vorgelagerten Kugelschieber-Halle, in welche die Rohre der Triebwasserleitung münden, und den nordseitig anschließenden Nischen für die Transformatoren. Die lang gestreckten, flach gedeckten Baukörper sind niedrig gehalten, wobei horizontale Gliederungselemente, schlanke Stahlbeton-Konstruktionen und großflächige Verglasungen den Gesamteindruck bestimmen. Die Fassadenverkleidungen bestehen aus vorgehängten, blau beschichteten Leichtmetallelementen.
Die Maschinenhalle erstreckt sich über einen Grundriss von 121 / 12,3 m, sie ist 12,7 m hoch und überragt die nördlich und südlich anschließenden Baukörper. Zwischen Kranbahn und Deckenanschluss gelegene Fensterbänder sorgen für die Belichtung der Halle, deren westliche Stirnfront zur Gänze verglast ist. Unter einem an der Nordfassade angebrachten Vordach reihen sich die neun offenen Nischen mit den Transformatoren. Sie bilden zusammen mit dem Ausgleichsbecken die charakteristische Hauptansicht des Kraftwerks. Die Erschließung der Maschinenhalle erfolgt durch ein zwischen Werkstätten- und Transformatorentrakt situiertes Falttor. Der Raum der Maschinenhalle wird etwa bis zur halben Höhe von den sechs Maschinensätzen eingenommen.
Östlich schließt an das Krafthaus ein zweigeschoßiger Trakt mit verglaster Stirnfront an, der die Zentralwerkstätte und Magazine aufnimmt. Ein an den Werkstättentrakt angefügter Zubau für Sozial- und Sanitärräume übernimmt die Fassadengliederung der älteren Gebäude.
Das dreigeschoßige Betriebsgebäude mit Erweiterungsbauten besitzt ebenfalls horizontale Fensterbänder. Im Betriebsgebäude ist im ersten Obergeschoß die zentrale Schaltwarte für das Zillertal untergebracht, ebenerdig befindet sich eine 25 kV-Schaltanlage.
Das Ausgleichsbecken hat eine Grundfläche von etwa 12.000 m² und dient zum Auffangen der großen Betriebswassermenge beim Anfahren aller Maschinensätze. Vor der Einmündung des Wassers in den Stillupp-Bach ist ein Regulierweh angeordnet.
Die Umgebung des Kraftwerks wurde gärtnerisch gestaltet. Im Grünbereich nördlich des Betriebsgebäudes befindet sich die Bronzeplastik "gezügelte Kraft" des Bildhauers Albin Moroder aus dem Jahr 1971: Ein Pferd, vor einen zweirädrigen Wagen gespannt, wird vom Wagenlenker gezügelt.
- Abtransport von Triebwasser:
Das Wasser fließt nach der Abarbeitung in ein Unterwasserbecken, das auch der Schwalldämpfung dient, und wird von dort der Stilluppe zugeführt.