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19. September 2011

Wo wir uns ein bisschen Effizienz abschauen könnten

Technische Entwicklungen des Menschen basieren oft auf Adaptionen aus dem Tier- oder Pflanzenreich. Dass diese Art von "Schummeln" äußerst produktiv sein kann, zeigen Erfindungen vom Flugzeug bis zum Computer.

Auch Effizienz lässt sich abschauen, wie die folgenden Beispiele zeigen - und zwar nicht nur wenn es um Energie geht.

Algorithmische Ameisen
Tausende Ameisen funktionieren gemeinsam als Super-Organismus. Eine Kolonie – Staaten mit Blattschneider-Ameisen zählen mehr als 1 Million "Individuen" – kann gleichzeitig viele Aufgaben an mehreren Orten bewältigen. Jahrmillionen hindurch haben sich die netzartige Organisation, die Arbeitsteilung und die Kommunikation weiterentwickelt. Die Effizienzmeister im Tierreich liefern Impulse für viele Bereiche. Ihre Netzwerke standen Pate für die Organisation komplexer Computersysteme (Stichwort: Organic Computing). Das Vorgehen bei der Futtersuche bildet die Grundlage für den „Ameisen-Algorithmus“, mit dem Logistiker Abläufe optimieren. Basis für das Handlungsrezept der Ameisen: Die erste Ameise findet eine Futterquelle und hinterlässt auf ihrem Rückweg zum Nest eine Duftspur. Dieser folgen andere Ameisen auf zunehmend kürzeren Wegen zum Futter, stets mehr und mehr Duftstoffe hinterlassend, bis schließlich alle den kürzesten Weg zwischen Nest und Futter nehmen.

Nashornvögel als effiziente Samentransporter
Der in Afrika und Asien verbreitete Trompeter-Hornvogel trägt Pflanzensamen tropischer Waldbäume bis zu 14,5 Kilometer weit. Eine gelungene Sache für standfeste Bäume, die trotzdem "reisen" und sich fortpflanzen wollen ...

Lasst das Fahrrad fahren
Fahrradfahren macht Spaß, schont das Klima und ist die effizienteste Fortbewegungsart. Das Biken kostet uns auch am wenigsten Energie: Mit 100 Kalorien – das entspricht einem Glas Apfelsaft - kann ein Radfahrer 4,8 Kilometer fahren. Ein Fußgänger braucht für dieselbe Strecke 5 Mal so viel Energie. Und 1 Auto käme damit nur 85 Meter weit.

Schwimmen wie ein Fisch
Michael Phelps gilt als der vielseitigste Schwimmer der Gegenwart. Sein Schwimmanzug ist der Haihaut nachempfunden, ihre Oberfläche ist bedeckt von kleinen "Zähnen" mit Längsrillen. Dadurch entstehen Strudel, die das Wasser näher an den Körper bringen und den Widerstand reduzieren.

Fallen euch noch andere Beispiele für Effizienz-Adaptionen ein? Wir sind gespannt.