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26. September 2011

Hinter den Kulissen des Donaukraftwerks Wallsee-Mitterkirchen

Stromerzeugung geschieht meist im Verborgenen - wir öffneten die Tore und zeigen so, was Wasserkraft leisten kann.

Hinter dicken Mauern und in tiefen Schächten verbergen sich riesige Maschinen, die tagein-tagsaus die Kraft des Wassers in elektrische Energie verarbeiten.

Beim Donau-Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen öffneten wir gestern, 25. September 2011, die Tore und zeigten, wie und was unsere Wasserkraft schafft. Strom für 377.000 Haushalte wird dort im Jahr erzeugt. Die sechs Turbinen haben je einen Durchmesser von 7,8 Metern. In der Sekunde arbeiten sie 455 m³ Wasser ab. Das entspricht der Kubatur eines kleinen Wohnhauses.

Wie das Kraftwerk zum Fluß kam
Das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen wurde zwischen 1965 und 1968 errichtet.
Dabei kam zum ersten Mal die sogenannte „Trockenbauweise“ zur Anwendung. An einer stark gekrümmten Donauschleife wurde das Kraftwerk „im Trockenen“  in einer großen Baugrube neben dem ursprünglichen Donaubett errichtet. Nach Fertigstellung des Kraftwerkbaus wurde die Donau zum Kraftwerk umgeleitet und der bisherige Flusslauf mit einem Damm abgeriegelt.

Schutz vor Hochwasser
Die in den Stauraum mündende Enns erhöht die Wasserführung der Donau um rund 8 %. Der Bau des Kraftwerkes hat die Hochwassersituation deutlich verbessert. Manche Gebiete sind jetzt völlig hochwasserfrei, andere werden von Hochwässern viel später berührt als vor der Kraftwerkserrichtung. Das Machland ist heute noch „Auffangbecken“ für extreme Hochwässer. Die alte Donauschleife, der sogenannte „Altarm“, ist heute ein attraktiver und naturnaher Erholungsraum.

Jede Menge Bilder und noch mehr Infos gibt es unter www.verbund.com/wallsee-mitterkirchen

 

Technische Daten des Kraftwerks

 Strom-km 2094,5
 Fertigstellung  1968
 Ausbauwassermenge  2.700 m3/s
 Kaplanturbinen vertikal  6
 Laufrad-Durchmesser  7,8 m
 Kraftwerksleistung  210 MW
 Jahresarbeit  1.318,8 GWh
 Fallhöhe  10,8 m
Stauraumlänge  ca. 24 km
Stauziel m ü. A.  240 m ü. A.