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24. November 2011

VERBUND-Smarthome: Pilotprojekt für smarteren Stromverbrauch

Seit Oktober testet VERBUND gemeinsam mit Mitarbeitern und Kunden Smart Metering in der Praxis. Wir haben uns bei den Beteiligten umgehört, welche Erfahrungen sie bislang damit gemacht haben.

Der effiziente Energieeinsatz ist ein Arbeitsschwerpunkt im Competence Center Innovation bei VERBUND. Dazu passt der Trend, dass wir als Konsumenten stärker in den Kreislauf der Energie-Erzeugung und in die Verbrauchssteuerung eingebunden werden wollen.  Mit dem Pilotprojekt „VERBUND-Smarthome“ testen wir aktuell mit Mitarbeitern und Kunden, wie man den Stromverbrauch im Haushalt sichtbar machen kann und welchen Effekt dies auf den Verbrauch hat.

Für Projektleiter Bertram Weiss ist der Fokus von SmartMetering seitens VERBUND klar:
Bertram: Mit VERBUND-Smarthome bieten wir mehr als 200 ausgewählten Kunden die Möglichkeit, spielerisch Verständnis für das Thema Strom und ihren individuellen Stromverbrauch bzw. Erzeugung durch dezentrale Anlagen zu bekommen. In gewissem Sinne verhilft dieses Projekt dem Konsumenten durch mehr Information auch zu einer aktiveren Rolle im Energiesystem. Und es macht das sonst so unsichtbare Produkt Strom besser „greifbar“

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„Greifbarer“ Strom klingt gefährlich, ist es aber sicher nicht. Was können wir uns darunter vorstellen?
Bertram (lacht): Ja, dieser Gag kommt immer.  Greifbar natürlich durch Visualisierung. Bei den meisten Produkten sieht man, wenn man etwas konsumiert hat. Das Gefäß ist leer, der Inhalt weg, das ganze Produkt verschwunden. Dann kauft man Nachschub, den man wieder sieht. Bei Strom ist das anders: Er fließt sozusagen unsichtbar und man merkt ihn nur anhand der betriebenen Geräte. Aber kaum ein Kunde hat ein Gefühl dafür, wie viel Strom welches Gerät verbraucht oder wie hoch sein Gesamt-Verbrauch ist. Auch beim Thema „Energiesparen“ fehlt oft das Gefühl für die verbrauchte bzw. eingesparte Menge Strom.

Mit VERBUND-Smarthome testen wir eine Möglichkeit, sowohl den Gesamtstromverbrauch als auch den Stromverbrauch einzelner ausgewählter elektrischer Verbraucher im eigenen Haushalt im Auge zu behalten. Und zwar über Geräte, die viele von uns haben und noch viel lieber nutzen:  Smartphones wie das iPhone, Tabletts wie iPad, aber auch  Computer. 

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Stephanie Auer, VERBUND-Mitarbeiterin und Pilotkundin, zeigt sich schon jetzt ehrlich begeistert:
Stephanie: Mit VERBUND-Smarthome werden endlich Stromkosten sichtbar gemacht. Ich habe alle Infos über den gesamten Stromverbrauch bzw. auch von 3 ausgewählten Geräten in Echtzeit auf meiner Iphone App.

3 Geräte - 2 Lampen und der Kühlschrank - sind bei mir zu Hause mit einem Zwischenstecker verbunden. Zusätzlich wurde auch ein Zähler und ein Smarthome Gateway mit einem Router installiert. Die Montage war super unkompliziert und in 2 Stunden erledigt. Die Geräte wurden einfach mit plug & play aktiviert - unglaublich easy und selbsterklärend.

Was mir am meisten gefällt: über das Handy kann ich sogar das Licht dimmen - unglaublich oder? Ich hätte noch einige mehr Ideen, welche Geräte ich mit dem Smarthome verbinden könnte... zum Beispiel den Heizstrahler im Badezimmer. Es wäre wirklich toll, jetzt im Winter das Badezimmer schon ein bisschen vorzuheizen.

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VERBUND-Smarthome und  Photovoltaik
Die Lösung von VERBUND geht aber noch ein Stück weiter. Kunden des Pilotprojektes mit eigener Photovoltaikanlage erhalten noch einen zusätzlichen Mehrwert durch die Visualisierung der eigenen Stromerzeugung. Auch eine Gegenüberstellung mit dem Gesamtstromverbrauch im Haushalt und die Darstellung der Netzeinspeisung ist über die Visualisierung möglich.

Martin Granzer gehört zu dieser Pilotgruppe und testet VERBUND-Smarthome in Verbindung mit seiner Photovoltaik-Anlage. Er sieht den großen Vorteil dieser Anwendung in der Möglichkeit einer verbrauchsorientierten Steuerung seiner Geräte.

Martin: Ein großer Nutzen entsteht durch die Visualisierung meines Stromverbrauches, so kann ich jederzeit sehen, welches Gerät besonders viel Strom verbraucht und wo ich einsparen könnte.

Aber der größte Vorteil für mich besteht in Zusammenhang mit meiner Photovoltaikanlage. Durch die Visualisierung kann ich genau sehen, wie viel Strom meine Photovoltaikanlage gerade erzeugt und dann z. B. zu Spitzenzeiten den Geschirrspüler anwerfen, um wirklich den selbsterzeugten Strom zu nutzen. Aktuell kann ich zwei Geräte verbrauchsorientiert einschalten – den Tiefkühlschrank und den Geschirrspüler. Ich möchte diesen Service nicht mehr missen.

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Lieber Bertram – ganz objektiv gefragt– ist dieses VERBUND-Smarthome eine Spielerei für Technik-Freaks oder kann die Gesellschaft auf Dauer daraus Nutzen ziehen?
Betram: Haben sich Kunden einmal daran gewöhnt, dass elektrische Verbraucher schalt- und steuerbar sind und das auch von extern ohne Komfortverlust, dann eröffnen sich für Energieversorgungsunternehmen neue Geschäftsmodelle, die dem Kunden einen deutlichen Mehrwert bieten werden. „Demand Side Participation“ wird durch das Verständnis der Kunden als aktiver Player im Energiesystem leichter möglich. Durch das Angebot von speziellen Tarifen in Kombination mit Vertrauen auf die technische Schalt- und Steuerbarkeit ausgewählter Geräte, können Stromverbraucher in spezifische Zeiten verschoben oder vom Netz genommen werden.

Ein spannender Anwendungsfall hierfür wird zukünftig die Ladesteuerung von Elektrofahrzeugen sein.

Wie wird es mit dem Pilotprojekt weitergehen?
Ende Oktober wurden bei einem Dutzend VERBUND-internen Pilotkunden das VERBUND-Smarthome eingebaut. Nach einer Test- und Feintuningphase werden die restlichen externen VERBUND-Pilotkunden ab Dezember 2011 ihr VERBUND-Smarthome erhalten.

Nach Ende des mehrmonatigen Pilotprojektes wird aufgrund der Evaluierung der Marktforschung und des Kundenfeedbacks über den Zeitpunkt eines roll-outs entschieden werden.

Noch ein Detail am Rande: Um wirkliche Objektivität garantieren zu können wird im Zuge des projektes eine begleitende Marktforschung durchgeführt. Dies soll vor allem die objektive Darstellung der Wünsche und Anregungen der Pilotkunden, das Marktpotenzial aber auch den Mehrwert von VERBUND-Smarthome garantieren.

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