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30. November 2011

Gesundheits-Check fürs Kraftwerk

Auch Kraftwerke brauchen von Zeit zu Zeit einen Gesundheitscheck und vor allem Spezialisten für die kleinen und großen Wehwehchen. Wir haben für euch dorthin geschaut, wo sonst jede Sekunde Hunderte Kubikmeter Wasser durchfließen.

Die derzeit niedrige Wasserführung der Donau ist für den Herbst nicht ungewöhnlich. Solch eher trockene Monate nutzen die Techniker von VERBUND traditionell für Revisionsarbeiten in den Kraftwerken – so auch im Kraftwerk Greifenstein.

2011-11-30-kraftwerk-greifenstein

Punkt 8 Uhr treffen wir uns mit dem ORF-Team im Kraftwerk Greifenstein zu einer Spezialführung. Aktuell ist Turbine Nummer 4 abgeschaltet, mit Damm-Balken komplett vom Wasser getrennt und somit für uns erreichbar. Mit dem Lift geht es in eine Tiefe von 30 Metern unter der Donau und danach durch den Turbinengang, der uns direkt unter den ersten drei Turbinen hindurchführt. Beeindruckende Größen und das dumpfe Getöse des durchfließenden Wassers begleiten uns. Über steile Leitern und durch enge Luken geht es nun wieder nach oben, direkt zu den Schaufelrädern der Turbine.



Hautnah beobachten wir die Ausbesserungsarbeiten an der riesigen Kaplan-Rohrturbine. Ganze 9 Stück dieses modernen Turbinentyps mit waagrechter Welle sind in Greifenstein eingesetzt. Das Laufrad mit seinem Durchmesser von 6,5 Metern treibt einen Drehstromgenerator an und erzeugt bei voller Leistung Strom für 50.000 Haushalte im Jahr.



Dann werfen wir noch einen Blick auf die andere Seite der Turbine. In einem engen Stahlkorb geht es wieder rund 30 Meter unter den Wasserspiegel zum so genannten „Leitapparat“.

 

Direkt hinter den Damm-Balken tost die Donau mit einem Wasserdruck von 850 Kubikmetern pro Sekunde auf die „Absperrung“, wo sie sonst ungehindert durch den Rechen strömt. Damit fischen die Donau-Kraftwerke jedes Jahr rund 6.000 Tonnen Zivilisationsmüll aus dem Fluss.

 

 
Revisionen – die Gesundheitschecks der Kraftwerke
Jedes Jahr wird eine andere der neun Maschinen in Greifenstein auf diese Weise gewartet und gründlich durchgecheckt. Roststellen werden gesucht, Kanten nachgeschliffen und alle Teile auf Verschleißspuren und mögliche Risse untersucht. Immerhin hat die Maschine bereits über 25 Jahre Laufzeit hinter sich. Bei liebevoller Pflege halten die Teile noch Jahrzehnte ohne Probleme. Das älteste Donaukraftwerk in Ybbs-Persenbeug läuft übrigens heute noch einwandfrei mit den Maschinensätzen aus dem Jahr 1959.