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24. Dezember 2011

Es wird scho glei dumpa - und bleibt trotzdem hell

Während viele von uns den Heiligabend in hell erleuchteten Häusern und wohliger Wärme verbringen, gibt es einige wenige Menschen, die für uns Sorge tragen. Und die arbeiten auch bei VERBUND.

Neben Notärzten, Rettungsteams, Polizei und Feuerwehr gibt es auch weniger "bekannte" Berufsgruppen, die am Heiligen Abend im Einsatz sind - und diesen nicht bei der Familie verbringen können.

Zum Beispiel Johann Seidl: Bis 6 Uhr früh am 25. Dezember sorgt er in der Einsatzleitstelle Kaprun dafür, dass die VERBUND-Kraftwerke in Salzburg, Tirol und Kärnten immer genau so viel Strom zur Verfügung stellen, wie gerade gebraucht wird. Seine Aufgabe verlangt vollste Konzentration, denn im Falle einer Störung muss er sofort handeln.

Weihnachten im Kraftwerk
Etwas anders ist der Dienst am Heiligen Abend dennoch. Ein kleiner Weihnachstbaum steht neben den Bildschirmen, die Johann Seidl mit allen wesentlichen Informationen über "seine" Kraftwerke versorgen. Und trotz aller Konzentration auf seine Aufgaben, mit dem einen oder anderen Gedanken ist er doch bei seiner Familie: "Über's Jahr gesehen ist der 24. Dezember sicher der härteste Tag für einen Dienst. Grad wenn du am Weg in die Arbeit an den hell erleuchteten Wohnungen und Häusern vorbeikommst und die Familien dort zusammensitzen."

So schnell bringt den 42-Jährigen allerdings nichts aus der Ruhe. Johann hat schon seit seiner Lehre mit Strom zu tun und kennt die VERBUND-Kraftwerke wie seine Westentasche. Seit 1990 arbeitet er nun in der Kraftwerkswarte Kaprun.

Ein windiger Heiligabend 
Auch Industrie und Gewerbe ruhen heute, haben die Produktion ausgesetzt oder gedrosselt und feiern Weihnachten. Daher wird weniger Strom benötigt als an anderen Wochenenden unter dem Jahr. Die Wetterprognosen für Deutschland zeigen jedoch Wind an, der sich über die Nacht meist noch verstärkt.

Johann nutzt daher den überschüssigen Strom im europäischen Netz und lädt damit die "Grünen Batterien" in den Alpen auf. Gemeint sind die großen Speicherseen. Per Knopfdruck startet er die Pumpen und nach kurzer Zeit schießt das Wasser vom unteren Stausee mitten durch den Berg in das obere Staubecken. Auf seinen Monitoren muss Johann jetzt genau kontrollieren, ob alles wie geplant läuft. Der Strom aus den Windkraftwerken treibt nun die Pumpen an, Energie wird zwischengespeichert.

Wenn in 2 Wochen die Industrie wieder komplett hochfährt und Strom knapp ist, werden Johanns Kollegen das Wasser wieder den Berg hinablassen und damit Turbinen antreiben, die Strom erzeugen.

Weihnachtsgrüße nach Wien
Im Ernstfall stärken Johann heute Nacht seine Kollegen den Rücken. Sie haben Bereitschaftsdienst und sind im Falle einer Störung in kurzer Zeit bei ihm. Solange alles ordnungsgemäß abläuft, feiern sie aber mit ihren Familien.

Lieber greift Johann zum Telefon und ruft seine Kollegen von VERBUND an, die in dieser stillsten Nacht des Jahres ebenfalls Dienst haben. Zum Beispiel im benachbarten Zillertal in Tirol und im Kärntner Maltatal. Oder in Wien, wo sein Kollege alle 9 Donaukraftwerke fernsteuert und damit in Ost-Österreich die Rund-um-die-Uhr-Stromversorgung sichert.

Vielleicht denken wir heute - mit dem guten Gewissen, dass es auch an Tagen wie diesen "stille Helden" gibt - genau an diese Menschen, wenn zuhause das Essen auf dem Herd brutzelt, Weihnachtsmusik erklingt oder einfach nur das Licht im Flur angeht - als wäre das alles selbstverständlich.

Damit wünschen wir Dir, lieber Johann, sowie unseren anderen Kollegen und natürlich Euch, lieben Leserinnen und Lesern, frohe Weihnachten!

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