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19. Januar 2012

Schaum-Party der anderen Art in Persenbeug

Gemeinsam mit Mitgliedern der umliegenden Freiwilligen Feuerwehren haben wir eine Löschübung in Österreichs ältestem Donaukraftwerk durchgeführt.

Das Herzstück eines Kraftwerks ist der Transformator, der die elektrische Spannung umwandelt. Über die Drähte eines Trafos fließt die gesamte Leistung einer sieben Meter großen Donau-Turbine. Im Jahr fließt hier der Stromverbrauch für 60.000 Haushalte. Diese gewaltigen Kräfte sind aber nicht ungefährlich. Denn der Trafo enthält über 30.000 Liter Isolieröl zur Kühlung und hat damit eine enorme "Brandlast", wie die Feuerwehrleute das nennen.

Um im Unglücksfall diesen Brandherd ohne Gefahr für die Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen zu können, hat VERBUND die Haupt-Trafos der Donaukraftwerke mit Schaumlöschanlagen ausgestattet. Statt mit Schlauch und Atemschutzgerät den Brand im Kraftwerk anzugreifen, sprühen die Feuerwehrler nun Schaum durch Rohrleitungen ins Innere des Kraftwerks. Der Transformator wird so mit Schaum zugedeckt und das Feuer erstickt.

Um die Funktion dieser neuen Anlage zu demonstrieren, haben wir über 70 Feuerwehrvertreter aus der Umgebung aller Donaukraftwerke nach Ybbs-Persenbeug eingeladen. Der Erfolg und die Effizienz der Methode war vor allem für die Ortsfeuerwehr aus Weins-Ysperdorf und Persenbeug, die den eigentlichen Einsatz durchgeführt haben, verblüffend.

 

Nach dem Kommando durch den Werkmeister Ernst Brandstätter füllt der synthetische Schnee in fetten Flocken den Raum. 
In nur fünf Minuten füllte sich der Trafo-Raum mit Löschschaum. Von den sicherheitshalber bereitgestellten 5.000 Litern Löschwasser wurde nur ein Drittel benötigt. Attraktion für die Fachleute war dabei die Direktübertragung mittels Kamera aus dem Trafo-Raum ;-)

Während im geheizten Krafthaus die durchsickernden Schaumschwaden bei den Beobachtern für Heiterkeit sorgten („Jetzt ned aufmochn!“), haben auf der Kraftwerksbrücke die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Weins-Ysperdorf nach streng vorgeschriebenem Rezept mit 11 Bar Druck das Gemisch in die Leitungen gepumpt. Wind und Schneegestöber erleichterte die Aufgabe auf der zugigen Kraftwerksbrücke nicht eben. Aber: "Besser in der Frischluft von oben reinpumpen als untern im Rauch herumtappen", bringt ein Feuerwehrmann die Vorteile der neuen Anlage auf den Punkt.

A propos Feuerwehrler: Trotz Werktag ist eine erstaunliche Zahl von Freiwilligen gekommen, um die Funktionsweise, die bei allen Donaukraftwerken ident ist,  kennen zu lernen. „So eine Gelegenheit, Schaumeinsatz zu sehen, kommt nie wieder“, meint ein Persenbeuger Feuerwehrmann, der heute dank Zeitausgleich in seinem Schichtdienst kommen konnte.

Vom Werksgruppenleiter bis zum Feuerwehrmann sind sich trotz gelungener Vorführung alle einig: Sie hoffen, dass ein Ernstfall ausbleibt. Aber ein gutes Gefühl bleibt dennoch zurück. Auch bei uns.

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