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26. Januar 2012

Das Frühwerk von Cindy Sherman

Die US-Amerikanerin Cindy Sherman zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Frühwerk hat die SAMMLUNG VERBUND jetzt in einem Buch aufgearbeitet, 50 Arbeiten daraus sind in der Vertikalen Galerie ausgestellt.

Cindy Sherman (*1954 in New Jersey) ist eine amerikanische Foto-Künstlerin, die besonders durch die Beschäftigung mit Identität und Rollenbildern Bekanntheit erlangt hat. Während ihrer Studienzeit schaffte sie unter dem Konzept "Spiel der Verwandlung" erstmals zahlreiche Fotografien, die viele Elemente des Theaters und des Films in sich vereinen. Seit mehr als 35 Jahren visualisiert Cindy Sherman mit Gestik, Pose, Verkleidung, Mimik und Make-up eine Vielzahl von Rollenbildern und weiblichen Identitäten.

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Sie erhielt zahlreiche Kunstpreise und Auszeichnungen und ist mit Werken in den wichtigsten Kunstsammlungen vertreten, wie z. B. der Tate Gallery (London), der Corcoran Gallery (Washington D. C.), dem Museum of Modern Arts (New York) und dem Metropolitan Museum (New York). Ende Februar 2012 startet eine große, 180 Fotografien fassende Retrospektive im MOMA in New York.

Catalogue Raisonné zum Frühwerk von Cindy Sherman

Gestern Abend war Cindy Sherman zu Gast bei VERBUND in Wien und präsentierte gemeinsam mit Gabriele Schor, der Kuratorin der SAMMLUNG VERBUND, ihr Frühwerk in einem "Catalogue Raisonné". Gabriele Schor hat dafür mehr als drei Jahre lang in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin das Frühwerk wissenschaftlich aufgearbeitet. Unter anderem sind darin viele unbekannte Fotografien der Künstlerin erstmals zu sehen.

Cindy Sherman

Die begleitende Ausstellung "That’s me - That’s not me. Frühe Werke von Cindy Sherman" in der Vertikalen Galerie der VERBUND-Zentrale zeigt rund 50 Werke der Künstlerin, welche die SAMMLUNG VERBUND seit ihrer Gründung im Jahre 2004 kontinuierlich erworben hat.

Zum Frühwerk von Cindy Sherman

Entgegen der bisherigen Annahme sind nicht die berühmten "Untitled Film Stills" (1977-1980) Shermans erste Arbeiten, vielmehr entstand während der Jahre 1975 bis 1977 in Buffalo ein umfassendes Frühwerk, welches das Fundament ihres zukünftigen OEuvre werden sollte. Shermans Frühwerk ist entscheidend bestimmt durch die Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre aufkommenden künstlerischen Ausdrucksformen wie Film, Video, Fotografie, Installationen, Performances, Konzeptkunst und Body Art.

Cindy Sherman

Die drei Phasen des Frühwerks

Vorerst beginnt Sherman mit dem Porträt. Durch den differenzierten Einsatz von Make-up und Mimik entstehen 1975 einige Bildfolgen, die ihr Gesicht in Verwandlung zeigen. Die Serie veranschaulicht den Werdegang von einem Mädchen zu einer jungen Frau, sie thematisiert den Prozess der Adoleszenz.

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Nach den Porträts beginnt Shermans zweite Phase, in der sie ihren ganzen Körper einsetzt und durch Mimik, Gestik, Pose, Verkleidung, Perücke und Make-up in das Spiel der Verwandlung einbindet. Sie fotografiert sich in unterschiedlichen Posen, Rollen und Identitäten und schneidet die entworfenen Figuren aus dem Fotopapier aus (Cutout), so entsteht der Film Doll Clothes (1975) und die Cutout-Arbeiten Fairies, Mini, The Mask und The Giant (alle 1976).

In der dritten Phase ihres Frühwerkes lässt Sherman die unterschiedlichen Figuren interagieren, wie in den Cutout-Serien "A Play of Selves", "Bus Riders" und "Murder Mystery" (alle 1976).

Mitmachen und einen Catalogue Raisonné gewinnen

Wir verlosen einige Exemplare des vorgestellten Katalogs. Damit dieser in die richtigen Hände, sprich wirklicher Cindy Sherman-Fans gelangt, freuen wir uns über Euren kreativen Beweis, dass ihr echte "Shermaniacs" seid: Postet hier im Blog oder schickt uns etwas an flow@verbund.com.

Teilnahmeberechtigt sind alle Österreicher/-innen ab 18 Jahren, der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, Barablöse nicht möglich. Einsendeschluss ist der 29. Jänner. Wir behalten uns zudem das Recht vor, die eingesendeten Beiträge hier im Blog zu veröffentlichen.

Ausstellung ab 26. Jänner

Wer sich besonders für das Frühwerk interessiert, hat ab 26. Jänner die Möglichkeit, dieses in der Vertikalen Galerie in der Konzernzentrale Am Hof 6a in 1010 Wien zu besichtigen.

Die "Vertikale Galerie" ist öffentlich zugänglich mit geführtem Rundgang, und zwar jeden Mittwoch ab 18.00 Uhr und Freitag ab 16.00 Uhr. Natürlich bei freiem Eintritt. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich: sammlung@verbund.com oder unter +43 050313-50044. Mehr Infos dazu finden ihr auch auf der Website der SAMMLUNG VERBUND.


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