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10. Februar 2012

Green Apps im Test

Mehr als 30 % der Österreicherinnen und Österreicher besitzen bereits ein Smart Phone. Aber gibt es dafür auch Apps zum Thema Energieeffizienz und Green Living?

Wir haben uns für euch einige Apps am Beispiel des Apple Stores angeschaut. Die Suche nach den richtigen Apps ist gar nicht so einfach. Mit Begriffen wie „umwelt“, „co2“, „fußabdruck/footprint“, „eco“, „strom“ oder „energie/energy“ lassen sich eine Menge unterschiedlicher Apps ausfindig machen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, auch mit englischen Begriffen zu suchen, da die deutschsprachigen Apps etwas rar ausfallen.

Im nächsten Schritt haben wir die Apps zum Testen auf das iPhone (4) geladen. Auswahlkriterien waren eine halbwegs professionelle Gestaltung, Aktualität und die Option Gratis-Download.


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Der CO2-Rechner des Klimaschutzprojekts Allgäu war für uns die nützlichste App im gesamten Test. Zunächst sieht man eine Durchschnittsbilanz des CO2-Verbrauchs, den man anschließend in den Kategorien Heizung, Strom, Mobilität, Konsum und Ernährung anpassen kann – und zwar sehr detailliert. Das eigene Ergebnis lässt sich mit dem deutschen Durchschnitt vergleichen, was in unserem Fall sehr aufschlussreich war. Alleine durch einen Flug von 2 Personen nach New York und zurück explodiert der ökologische Fußabdruck. Ein weiterer Bereich der App ist dem CO2-Verbrauch von Produkten gewidmet: Auch hier gab es einige Aha-Erlebnisse. 1 Kg Hummer etwa generiert 27.000 g CO2, eine 1-l-Wasserflasche immerhin 500 g.


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Ähnlich funkioniert auch der CO2-Footprint-Rechner von Thyssen Krupp Elevator. Die App ist optisch sehr schön gestaltet, die Bedienung ist dagegen eher unklar und die Dateneingabe etwas umständlich. Auch die einzelnen Einstellungen sind nicht so feingliedrig wie beim zuvor genannten Rechner. Trotzdem ein schönes Beispiel, wie Unternehmen ihren Beitrag leisten können.


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Ein großes Highlight für uns war EcoChallenge der FH Potsdam in Kooperation mit dem Land Brandburg und den Entwicklern von Raureif. Mit dieser umfassenden App erhält man einen spannenden Einblick in die effizientere Nutzung unserer Ressourcen. Ob Fisch aus den Meeren, das Plastik-Sackerl an der Kassa, der Umgang mit Licht oder der tägliche Wasserverbrauch – die App bietet einen informativen und zugleich spielerischen Ansatz. So muss Aufklärung aussehen, finden wir. Bei uns hat sie auch schon gewirkt!


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Eine simple App ist der iEnergy Energie-Rechner (links im Bild), mit Hilfe dessen sich Verbrauch und Kosten für ein Stromgerät ausrechnen lassen. Wir haben mal ein Macbook mit 60 W und den VERBUND-Tarif H2ö-direkt als Beispiel genommen. Das Schöne an dieser App ist, dass sie die für viele immer wieder unverständliche Kilowattstunde (kWh) entschlüsselt und den Zusammenhang zwischen Leistung und Verbrauch elektrischer Energie deutlich macht. Sehr nützlich!

Die App rechts ist ein CO2-Rechner von Veolia Umweltservice. Im Grund ähnlich wie die oben vorgestellten, die Handhabung fanden wir etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür gibt es umfangreiche Zusatzinformationen zu CO2, immerhin besteht auch dazu Aufklärungsbedarf.


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Überzeugend war für uns auch die Bosch Solar Energy App. Sie ist für User geeignet, die eine eigene Photovoltaik-Anlage planen. Durch die Eingabe von Parametern wie Dachgröße, Standort, Förderung, etc. wird auf Basis eines von drei Bosch Solar-Modulen der Output und Nutzer errechnet. Über die iPhone-Kompasssteuerung lassen sich Neigungswinkel und Ausrichtung der geplanten Anlage besonders elegant eingeben. Schwachpunkt war, dass es beim Fachhändler-Kontakt keinen Eintrag für Österreich gab.


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Bei den Produkt-Scannern sind uns zwei Apps ins Auge gestochen. Mit Codecheck lassen sich Barcodes von Produkten abfotografieren und Details zum Produkt über eine Datenbank abrufen. Sehr einfach und sehr nützlich.


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Ähnlich funktioniert die App Get Neutral - mit dem Unterschied, dass sie die Klimabilanz des Produktes ausgibt. Für uns war nicht so sehr das Ergebnis der App selbst erhellend, als vielmehr der prüfende Blick auf das Produkt selbst. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und Mühe macht, zu lesen was im Kleingedruckten von Produkten steht, dann braucht es oft gar keine App mehr.

Positiv aufgefallen ist uns noch eine weitere App: Das Bündnis 90/Die Grünen bietet eine iVeg App. Der alleinige, aber wie wir finden durchaus brauchbare Nutzen ist die Anzeige der Verfügbarkeit von saisonalem Gemüse und Obst. Da im Supermarkt heutzutage ganzjährig Tomaten, Gurken, Radieschen oder Erdbeeren angeboten werden, kann man als Konsument schon mal den Durchblick verlieren. Und mit dieser App ist es möglich, durch entsprechende Einkaufspolitik auf das Angebot Einfluss zu nehmen.

Etwas enttäuscht hat uns die App von Greepeace International. Außer einem händeklatschenden Pinguin hat die App leider kaum einen Nutzen. Die neue App der WWF Climate Group war für uns ebenfalls wenig nützlich, da es offensichtlich mehr um den Verkauf neuer Elektrogeräte geht.

Insgesamt fanden wir die Ausbeute an gelungenen Apps eher dürftig. Dauerthaft am Smart Phone verbleiben dürfen die EcoChallenge und Get Neutral.

Habt ihr App-Tipps?

Uns würde interessieren: Habt ihr auch ein paar Green Apps getestet und vielleicht noch andere Tipps, die wir hier aufnehmen können? Vielleicht gibt es ja auf der Android-Plattform einige nützliche Apps. Wenn ihr etwas wisst, einfach posten!