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05. März 2012

Wenn Effizienz in Köpfe und Herzen sickert ...

Effizienz ist das Schlagwort unserer Zeit. Aber wobei können wir eigentlich effizienter werden - und führt das auch zum gewünschten Ergebnis?

Die Technologie hat in den vergangenen Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte gemacht. Oft liegt der Fokus dabei auf effizienterem Einsatz von Energie. Aber auch in anderen Lebensbereichen steht die Effizienz bei vielen Entwicklungen im Vordergund. Beeindruckende Beispiele und auch Tipps, wie ihr selbst Effizienz um- und einsetzen könnt, haben wir hier für euch gesammelt.

Stromschlucker und Klimakiller: Abhilfe gefragt

Der Stand-by-Betrieb von Fernsehgeräten in Europa verbraucht jährlich 15 Mrd. Kilowattstunden Strom. Das ist ein Viertel dessen, was Österreich insgesamt verbraucht.

Für 70 % der Reklamationen bei Smartphones sind schlecht programmierte Apps verantwortlich, sagt Sanjay Jha, Chef von Motorola Mobility. Viele Apps nutzen Ressourcen ineffizient und reduzieren damit die Leistung.

1 Auto mit Verbrennungsmotor verwertet im Antriebsstrang höchstens ein Fünftel der eingesetzten Energie. Zum Vergleich: Bei einem Elektroauto sind es bis zu 70 %.

Multitasking bald out? Qualitat der Arbeit leidet

Rasch die E-Mails checken, eine Nachricht auf Facebook posten und einen Anruf erledigen: Viele Menschen sind einer Flut von Informationen ausgesetzt und bearbeiten gleichzeitig unterschiedliche Dinge. Dabei ist Multitasking ineffizient, wie Wissenschafter von der Universität Stanford herausgefunden haben: Man ist rascher abgelenkt und kann unwichtige Informationen schlechter ausblenden. Auch benötigen Multitasker mehr Zeit, eine Aufgabe zu lösen, wenn sie zwischendurch gestört werden.

Tierische Vorbilder: Wie eine zweite Haut

Michael Phelps gilt als der vielseitigste Schwimmer der Gegenwart. Sein Schwimmanzug ist der Haihaut nachempfunden. Ihre Oberfläche ist bedeckt von kleinen „Zähnen“ mit Längsrillen. Dadurch entstehen Strudel, die das Wasser näher an den Körper bringen und den Widerstand reduzieren. Ein Beispiel, wie wir von der Natur lernen können. 

Wohnen auf Rädern: das mobile Zuhause

Jay Shafer hat sie erfunden – die kleinsten Häuser der Welt auf vier Rädern. Badezimmer, Küche, Schlafkoje – alles, was es zum Leben braucht, und das auf minimalem Raum. Die Idee zu den rollenden „Tiny Houses“ hatte der Amerikaner Jay Shafer in den 1990er- Jahren. Seither lebt er selbst auf rund 9,2 Quadratmetern Fläche. „Ich hatte Bedenken, wie sich ein größeres Haus auf die Umwelt auswirken würde. Und ich wollte nicht eine Menge ungenützten oder unbrauchbaren Raum“, erklärt Shafer.

Mit seiner Firma Tumbleweed bietet er im Internet Niedrigenergiehäuser an, die alle Ansprüche ans Wohnen erfüllen und nicht viel Platz benötigen. Die Hausgrößen reichen von 6 bis rund 70 Quadratmeter. An ein Auto angehängt werden die Kleinsthäuser zum mobilen Zuhause. Sie sind voll funktional und energiesparend, als Baustoff dominiert Holz. Shafer legt Wert auf eine wirksame Dämmung und eine gute Belüftung. Zur Kühlung und zum Erwärmen des kleinen Heims braucht man nicht länger als 5 Minuten. www.tumbleweedhouses.com

 

Vom Dach in den Tank

Übrigens: Mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Hausdach lassen sich 3,3 Elektrofahrzeuge betreiben ...

Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz

Michaela Reitterer betreibt in Wien das erste Stadthotel mit Null-Energie-Bilanz. Nach einem Stadtbummel im grünen Innenhof entspannen und den Duft von frischem Lavendel genießen. Das erwartet einen im 15. Wiener Bezirk. „Bei uns wohnen die Gäste mit ruhigem Gewissen. Wir erzeugen in einem Jahr so viel Energie, wie wir verbrauchen“, sagt die Hotel-Managerin.

Eine 84-Quadratmeter große Fotovoltaik-Anlage erzeugt Strom, 160 Quadratmeter Solarfläche sorgen für heißes Wasser und warme Frischluft für die Lüftung. Die Wasser-Wärmepumpe schafft ein angenehmes Raumklima, für die Toiletten und die Bewässerung des Gartens wird Brunnenwasser verwendet. Reitterer stellt den Gästen E-Scooter zur Verfügung, kooperiert mit einem Taxiunternehmen,das ausschließlich Hybrid-Autos benutzt, und gibt Umweltbewussten Rabatt, die mit dem Rad oder dem Zug anreisen. Das Ökohotel erhielt zahlreiche Preise. Mehr unter www.hotelstadthalle.at

 

Mit Sonne kochen: Licht-Menu

Solaröfen kommen ohne fossile Brennstoffe aus und schonen das Klima, da sie kein CO2 ausstoßen. Ein Beispiel ist der Solarofen SUN COOK+. Die Speisen befinden sich in einer mit Isolierglas abgedichteten Box mit Deckel. An dessen Innenseite befindet sich ein schwenkbarer Spiegel, der die Sonnenstrahlen auf die Glasscheibe umleitet. Dadurch erwärmen sich die Speisen in der Box. Der tragbare Kocher wiegt 13 Kilogramm und misst aufgebaut 59 x 55 x 29 cm. Erhältlich ist er für 329,95 € zuzüglich Versandkosten über idcook.com.

Rotweißroter „Rekord“: Zeit für Holzheizungen

Ein österreichischer Pionier wartet mit einer Neuheit im Wärmebereich auf: einer fast emissionsfreien Holzheizung. Die mit Pellets betriebene Anlage unterschreitet alle Grenzwerte und ist laut Hersteller „die klimafreundlichste Zentralheizung der Welt“. Pellets für Privathaushalte sind Mini-Rollen aus gepressten und getrockneten Sägespänen im Format eines Zigarettenfilters – hochwertiger Brennstoff aus Biomasse. Die neue KWB-Easyfire-Pelletsheizung weist eine fahrbare Asche-Box auf, die nur alle 2 Jahre geleert werden muss.

Die Anlage filtert sogar Feinstaub aus dem Rauchgas. Eine spezielle Lambda-Sonde sorgt für perfekte Verbrennung und die Zündung per Heissluft ist energiesparend. Die Heizung wird in 7 Pakete verpackt geliefert, sie kann angeblich von zwei Installateuren in nur 30 Minuten montiert werden. Die Stellfläche ist mit nur 0,6 Quadratmetern gering. Auch ist eine Rücklauf-Anhebung integriert, was weitere Kosten spart. Effizienz pur. KWB-Chef Erwin Stubenschrott: „Moderne Pelletsheizungen sind ein notwendiger Beitrag zu einem flächendeckend umweltfreundlichen und annähernd emissionsfreien Heizen.“ www.kwb.at

 

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Augen auf! Energie bewusst nutzen

Effizienztreiber schützen die Umwelt, schonen die Geldbörse oder erleichtern den Alltag. Mit diesen Tipps könnt ihr eure Geldbörse schonen und der Umwelt Gutes tun:

  • Elektrogeräte bei längerer Nicht-Benutzung ganz ausschalten (Steckdosenleiste mit AUS-Schalter)
  • LED-Lampen verwenden
  • Stromsparfunktion des Computers verwenden
  • Mit 30 statt mit 60 Grad waschen
  • Beim Kauf eines Kühlschranks auf die Energie-Effizienz-Klasse A++ oder A+++ achten

Mitsammeln: In einem Handy stecken bis zu 60 verschiedene Rohstoffe. Aber nur 3 %  der Althandys werden recycelt. www.handy4help.at

Wusstet ihr, dass ihr täglich 130 Liter Wasser verwendet, davon allein 40 Liter für die WC-Spülung? Abhilfe schaffen wassersparende Toilettenkästen und WC-Wasserstopps zum Nachrüsten. Auch beim Duschen und Händewaschen ist Effizienz angesagt: Innovative Armaturen verbrauchen bis zur Hälfte weniger Wasser.

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