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13. März 2012

Fernsteuerung für die Donau – Nervenzentrum Freudenau

Seit beinahe einem Jahr steuert die Zentralwarte im Kraftwerk Freudenau alle neun österreichischen Donaukraftwerke. Das Umstellungsprojekt dauerte acht Jahre und bedeutet einen Meilenstein für den Kraftwerksbetrieb an der Donau.

Kraftwerkssteuerung aus dem „Nervenzentrum“
Schwer zu glauben: ein gewaltiges Kraftwerk wie Ybbs wird ferngesteuert. Den Vergleich mit einem Spielzeugauto oder einer Eisenbahn verbitten sich die Dienshabenden aber. Der komplexe Zusammenhang der verschiedensten Kraftwerksteile erfordert modernste Leittechnik, rechnergestützte Vernetzung hunderttausender Messpunkte und intensiv ausgebildetes Personal.
Seit 2003 wurde an der Donau Kraftwerks-Warte um Kraftwerks-Warte erneuert. „Das Zeitfenster für die umfassenden Arbeiten bei der Leittechnik-Verkabelung, Rechnerinstallation, Messeinrichtungen usw. war denkbar knapp“, erzählt Projektleiter Eduard Gumpenberger von VERBUND Hydro Power AG.
Die Maßnahmen wurden möglichst in der Zeit geringer Wasserführung oder im Rahmen von Revisionen durchgeführt um Erzeugungsverluste zu vermeiden. Gleichzeitig musste die Betriebsordnung von der Behörde genehmigt werden, um die Sicherheit für Anlagen und vor allem Anrainerinnen und Anrainer im Stör- und Hochwasserfall zu sichern.

Effizienz-Erhöhung durch Spezialisierung
Aber auch die Arbeitsabläufe wurden analysiert und umgestellt. Ein neu geschaffenes Service-Center entlastet das Warte-Personal von den Portierdiensten wie der Torüberwachung oder dem Zutritt von Fremdfirmen. Per Kamera überwacht das Service-Center jedes Werkstor und übernimmt auch die Anrufvermittlung.
So banal das klingt: die Spezialisierung der Dienste spart enorm viel Zeit für das Kraftwerks-Personal. Hier hat sich die Situation massiv verbessert, wie die Leiter der beiden Kraftwerksgruppen an der Donau, Reinhard Kremslehner und Heinz Allmer, bestätigen: durch die zentrale Fernsteuerung ist vor Ort im Einsatzfall mehr Personal rasch verfügbar.

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Szenarien am Simulator
Viel Hirnschmalz floss auch in die Steuerungsprogramme. Auf einem Simulator, dem „virtuellen Kraftwerk“, wird das Wartenpersonal für den Normalbetrieb und Hochwasserszenarien trainiert – das Programm entwickelte VERBUND gemeinsam mit Andritz Hydro. Sollte es dennoch zu Störungen kommen, steht den „Kraftwerks-Piloten“ ein Notdienst zur Verfügung. Die Warten in den Kraftwerken können im Bedarfsfall jederzeit durch Personal vor Ort besetzt werden.

Donau-Kraftwerke live erleben
Habt ihr gewusst, dass unsere Kraftwerke auch für Besucher geöffnet sind?

Im Kraftwerk Freudenau beispielsweise könnt ihr in einem Rundgang die mächtigen Maschinen hautnah erleben – 30 Meter unter dem Wasserspiegel. Einfach hinkommen und Unterhaltsames wie Wissenswertes erfahren.

Nähere Informationen und Öffnungszeiten unter: www.verbund.com/tm/de/donau