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11. April 2012

Kleine Verschnaufpause mit fast 30 - Eine Bildgeschichte

Seit fast 30 Jahren zwängt sich die Donau an den Laufrädern am Kraftwerk Greifenstein vorbei. Tagein, tagaus. Einen kleinen Einblick in Bildern in die lange Geschichte.

Greifenstein stellt geografisch das letzte Donaukraftwerk vor der Bundeshauptstadt Wien und in der Ausbaureihenfolge das vorletzte Donaukraftwerk in Österreich dar.

Nach dem Baubeschluss am 24. Juni 1981 begannen zwei Monate darauf die Vorarbeiten mit der Schlägerung von 295 Hektar Auwald zur Errichtung der Baustelleneinrichtungen.

Der offizielle Baubeginn erfolgte am 1. November des Jahres mit dem Aushub der Baugrube, Drainagearbeiten und der Errichtung der Fundamente. 

 

7. Juli 1982

 

12. August 1982

 

 30. September 1982

 27. Oktober 1982

 

15. Dezember 1982 

 

8. Juni 1983

 

 8. Juni 1983

 

 30. August 1983

 

13. Oktober 1983

Die Aushubarbeiten am Durchstich der Donau mit einem Aushub-Volumen von insgesamt 10,7 Mio. m³ fanden im Sommer 1983 statt und im November war der Bau soweit fertiggestellt, dass das neue Donaubett geflutet werden konnte.

 3. Dezember 1983

 

11. Jänner 1984

Der Maschinensatz 1 wurde am 28. April 1984 in Betrieb genommen, knapp drei Wochen später erfolgte der erste Vollstau und am 21. Mai wurde die offizielle Eröffnung des Kraftwerks Greifenstein begangen.

In den folgenden Monaten wurden nacheinander alle neun Maschinensätze in Betrieb gesetzt, sodass mit dem Maschinensatz 9 am 23. April 1985 der Bau abgeschlossen werden konnte.

 

Größtes zusammenhängendes Auwaldgebiet Mitteleuropas

Im Zuge des Kraftwerksbaus fanden auch umfangreiche Auschutz-Begleitprogramme statt, um das größte zusammenhängende Auwaldgebiet Mitteleuropas zu sichern. Nachdem das Flussbett der Donau seit der Regulierung vor mehr als 100 Jahren sich durch die höhere Fließgeschwindigkeit immer weiter eingetieft hatte, war die angrenzende Au von Austrocknung und Versteppung bedroht. Durch den Aufstau des Kraftwerks und die Errichtung des 42 km langen Gießgangs in den Nordauen konnte sich das Gebiet weitgehend erholen.

2012: Ein "Pickerl" fürs Kraftwerk

Doch manchmal ist auch eine kurze Auszeit nötig, denn die Turbinen brauchen von Zeit zu Zeit etwas Pflege. Eine von 9 Turbinen, die für sich 40.000 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgt, steht heute still. Kein Wasser, kein Lärm. Lediglich die Rufe der Techniker schallen durch den leeren Schacht.

 

Turbinenservice steht an. Offen und verletzlich gibt Maschine 4 den Blick in ihr Inneres preis. Die Nabe und die 4 Rotorblätter, die das Laufrad bilden, fehlen.

 

Das Gefühl der Leere weicht der Anspannung. Die rundum überprüfte 60 Tonnen schwere Nabe schwebt mit Hilfe eines Krans an ihrem Bestimmungsort. Millimetergenau sinkt der tonnenschwere Koloss hinab zur Turbine.

 

Alle sind hochkonzentriert. Jeder Handgriff muss sitzen. Die Turbine, das Herz des Kraftwerks, ist ein sensibles Organ, welches keine Fehler erlaubt.

 

Nach ungefähr einer Stunde dann endlich die Erleichterung, die Nabe passt und sitzt.

Die Rotorblätter warten noch auf ihren Auftritt. Die Dammbalken, die das Wasser noch abhalten, werden wie ein Bühnenvorhang geöffnet und dann kann das alltägliche Schauspiel der Stromerzeugung wieder seinen gewohnten Gang nehmen.