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18. Mai 2012

KUNST im FLUSS

Drei junge österreichische Künstler ließen sich von den VERBUND-Kraftwerken in Malta, Kaprun und entlang der Mur inspirieren.

Mit KUNST IM FLUSS hat VERBUND ein Förderprogramm für Bildende Kunst etabliert, das vor allem junge Kunst fördert. Vorläufer waren erfolgreiche Kunstprojekte mit Studierenden der Akademie der bildenden Künste (2006/2007) sowie der Universität für angewandte Kunst (2008/2009) (beide in Wien), die bereits Beachtung in einer breiteren Öffentlichkeit gefunden haben. 

Thematisch vorgegeben sind dabei jeweils Begriffe, die in einem direkten Bezug zum Unternehmen VERBUND stehen wie Wasser oder Energie, 2012 führte die Kooperation mit der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz zur Ausstellung „Rinnen“ , die im Herbst 2012 auch in Wien zu sehen sein werden.

Den Beginn der Reihe „vor Ort” im Rahmen von KUNST IM FLUSS machten im Jahr 2011 die erstmals durchgeführten Artist-in-Residence Aufenthalte von drei jungen österreichischen Künstlern in Kärnten (Malta), Salzburg (Kaprun) und der Steiermark (Kraftwerke entlang der Mur). 


Stefanie Moshammer: „Flusskrebs“ – aus der 4-teiligen Serie „Generation Animalus Plastikus“ C-Print

Die Künstler im Interview:

Die drei Künstler Markus Guschelbauer, Markus Oberndorfer und Simon Quendler setzten sich direkt vor Ort mit den Themen Wasser, Energie und Strom künstlerisch auseinander. Wir haben bei ihnen nachgefragt, welche Erfahrungen sie gemacht haben.

flow_Was ist für Sie als Künstler an diesem Artist-in-Residence-Programm interessant?

Guschelbauer_Kaprun lässt einen mit seiner überwältigenden Naturkulisse nicht primär an Kunst denken, was den Ort aber umso spannender für meine Kunstproduktion machte.

Oberndorfer_Der Aufenthalt ist meiner Meinung nach sehr wichtig für Künstler, bietet er doch ein gewisses Maß an Freiheit und die Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen.

flow_Wie haben Sie die Tage an diesen speziellen, auch sehr exponierten Orten verbracht?

Guschelbauer_Bei Schönwetter war ich mit und ohne Kamera wandern, habe Ideen gesammelt und Situationen beobachtet, auf den richtigen Moment gewartet, um Installationen in der Landschaft zu verwirklichen und anschließend zu fotografieren. Bei Schlechtwetter habe ich Bilder am Computer bearbeitet und Videos bzw. Fotoskizzen angefertigt.

Quendler_Ich habe meinen Arbeitsplatz meist an die Mur verlagert und mich mit Sedimentation und Absinkgeschwindigkeit befasst. Ich habe Ablagerungen und Schwebstoffe mit handelsüblichen Kaffeefiltern aus dem Fluss gelöst, sie getrennt und mit Farbstoffen vermengt, die ich künstlerisch weiterverarbeitet habe.

flow_Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Arbeit generell?

Guschelbauer_Mich interessiert das Künstliche im Verhältnis zur Natur. Meine Arbeiten greifen die Tradition der Landschaftsdarstellung auf und sind der Versuch einer eigenständigen Interpretation. Ich begreife mich als Landwirt, der mit künstlichen Materialien (Stoff, Plastikfolie, Spiegel und dergleichen) das Land bearbeitet und in Videos oder Fotografien umsetzt.

Oberndorfer_In meinen fotografischen Arbeiten steht immer der Raum im Vordergrund, auch wenn Objekte abgebildet sind. Ein authentisches Bild der Wirklichkeit ist mir dabei weniger wichtig, als Geschichten und Assoziationen auszulösen. 

20120517_kunstimfluss-oberndorfer
Ein ironischer Blick von Markus Oberndorfer auf das Verhältnis und Wechselspiel von Kunst und Natur, Enge und Weite (o. T . – aus der Serie 26. 7. 2011, C-Print, 2011)

Die entstandenen Arbeiten – Fotografien, Videos und Malereien – wurden im Zuge der Ausstellung „vor Ort“ im Berghotel Malta der Öffentlichkeit präsentiert und werden im Herbst 2012 auch in Wien in der Vertikalen Galerie in der VERBUND-Zentrale Am Hof zu sehen sein.



Markus Guschelbauer: „Wildbach“, C-Print, 2011



Camilla Franek: “Tinte in Wasser”  3-teilige Serie (Auszug), C-Print, 2012