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25. Mai 2012

Robert und das Nespresso-Kapsel-Sammeltaxi

Seit einiger Zeit gibt es bei uns einen ganz besonderen Kaffee-Talk: Nespresso-Kapseln, die bei Mitarbeitern für guten Kaffeegenuss sorgen wollen, müssen unseren Kollegen Robert Klump auf ganzer Linie überzeugen.

Kapsel_ Hallo! ... Ha ... llo! Nehmen Sie mich, nehmen Sie mich, bitte, nehmen ... Sie mich, mich!

Robert_ Kapsel-hoi! Nerven bringt nichts, wie Sie sicherlich schon gehört haben ... Wir stehen auf Nachhaltigkeit! Und schauen ganz genau hin! Bevor du dir also unnötig Hoffnungen machst, würde mich zunächst einmal interessieren, welche Stationen Sie vor Ihrem bisherigen Kapseldasein absolviert haben.

Kapsel_ Aha, ok. Also, wo fange ich da nur an? Ähm,  ursprünglich stamme ich aus dem Erdmantel, wo ich die ersten paar Millionen Jahre verbracht habe. Sehr heiß, stickig, das war nicht Meins. So, ja danach bin ich mit meinen Verwandten an die Erd-Oberfläche gezogen – endlich mehr Luft. Da hab ich dann auch meine Ausbildung gemacht, bei so einer Bauxit-Anlage in Australien, größter Aluminium-Exporteur der Welt, heiß, aber windig ...

Robert_ ... und wo Sie mit enormem Energieeinsatz zu reinen Aluminium ausgebildet wurden?

Kapsel_ Ja, das stimmt. Obwohl wir das häufigste Metall sind, muss man uns zunächst herauslösen, ja. Nicht einfach, sag ich nur. Uns macht das natürlich eine Menge Spaß, durch die ganzen Röhrchen und Kessel, Achterbahn, Loopings, yeah ... Ja, und dann wollte ich aber auch einfach mal raus, die Welt sehen ... Da habe ich mich mit einer Initiativbewerbung bei Nespresso gemeldet.

 

Robert_ ... und wurden gleich zu einer Kapsel befördert?

Kapsel_ Nja, nicht gleich. Die wollten meine Papiere und so, das hat gedauert. Und laut war es in den Containern, da konnte man kaum ein Kapselauge zudrücken. Und die Pads haben sich ständig als die Großen aufgespielt. Da war ich froh, als ich endlich runter vom Schiff und in der Boutique war.

Robert_ Fein, und jetzt sind Sie bei uns gelandet. Nun, welche Stärken haben Sie denn? Wir stehen ja besonders auf hands-on-Recycling-Qualitäten ...

Kapsel_ Ja, klar, da bin ich stark, also doppelt stark quasi. Beim Koffein und beim Recyceln. Weil ich bin zu 100 % recyclebar. Einfach zu Nespresso bringen und schon erledigt.

 

Robert_ Und wie sieht Ihre weitere berufliche Laufbahn aus? Was möchten Sie denn noch unbedingt machen?

Kapsel_ Tja, also das ist eine gute Frage. Ich mein, meine Eltern wollten ja immer, dass ich später wieder eine Kapsel werde. "Bist a Kapsel, bleibst a Kapsel" hat mein Vater immer gesagt. Aber spannender fände ich natürlich was anderes ... Also, so, zum Beispiel eine kreative Zweckentfremdung ...

Robert_ Ähm, und was verstehen Sie darunter genau?

Kapsel_ Achso, klar, also auf meiner Schifffahrt von Australien nach Europa, ja, da hab ich so einen Typen kennengelernt. Und der hat es bis zum Schlüsselanhänger von so einer Sängerin geschafft. Und das wär schon so was, wo ich sagen würd, das wär cool so, von der Kapsel zum Schlüsselanhänger ...

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Nespresso "wirbt" bekanntlich damit, die Aluminium-Kapseln seien nahezu unbegrenzt recycelbar. Eine erste Voraussetzung dafür ist aber, dass die gebrauchten Kapseln überhaupt zu Nespresso zurückkommen.

Deshalb sammelt Robert Klump, 41, aus der Abteilung Konzernrisikomanagement, mit anderen Kolleginnen und Kollegen seit einem Jahr gebrauchte Nespresso-Kapseln. Mittlerweile bringen Mitarbeiter die Aluminium-Kapseln auch von zuhause in die Arbeit, um sie dort in entsprechenden Behältern anzuhäufen. Rund 700 Kapseln pro Woche schleppt Robert dann zur Nespresso-Boutique Am Graben in Wien.

Nun haben wir bei Nespresso angeregt, eine Abholung einzuführen und dies als Pilotprojekt im 1. Bezirk zu starten. Ein kleines Beispiel, wie wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen, auch unseren Alltag nachhaltiger zu gestalten.