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14. Juni 2012

Blühende Inn-Dämme beim Kraftwerk Rosenheim

Unsere Pflegemaßnahmen bringen rund um unsere Kraftwerke bis zu sieben heimische Orchideenarten zum Blühen!

Auf den Kraftwerksdämmen bei Rosenheim und Feldkirchen stehen derzeit die Orchideen in voller Blüte. Besonders auch an den Innradwegen kann man diese bunte Blütenpracht bewundern.

Diese Blütenpracht ist Teil von umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen und durchgehenden Damm- und Gewässerentwicklungskonzepten am Inn, die wir als Betreiber der bayerischen Innkraftwerke heuer in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt Rosenheim starteten.

Betriebsmeister Johann Weiderer führte VERBUND-Projektleiter Georg Loy und Landschaftsplaner Christoph Stein an Orchideenstandorte bei diesen Kraftwerken. Weiderer und Stein entdeckten rund sieben heimische Orchideenarten auf einer Wiese beim Kraftwerk Rosenheim. Besonders attraktiv stechen die roten Kerzen der heimischen Orchideen hervor. 

Orchideenpracht durch Wasserkraft

Neben regionalen Seltenheiten wie Schnee-Heide und Schweizer Moosfarn konnten Orchideen-Arten wie Helm-Knabenkraut, Breitblättriges Knabenkraut, Geflecktes Knabenkraut sowie die Raritäten Fleischfarbenes Knabenkraut und auch die gerade aufblühende Echte Sumpfwurz bestaunt werden.

Aber auch die Blutrote Sommerwurz, eine eigentümliche Pflanze ohne eigenes Blattgrün sowie das zierliche Pyrenäen-Leinblatt verleihen den Flächen einen hohen ökologischen Wert. „Aus botanischer Sicht ist es erstaunlich, dass in nur ca. 15 Jahren aus dichten Fichten- und Gebüschbeständen derart artenreiche Magerrasen entstehen konnten“, so Landschaftsplaner Stein. „Dies spricht für die bisherige Pflegepraxis durch den Wasserkraftbetreiber und lässt darauf hoffen, dass durch weitere Dammpflegemaßnahmen der hohe ökologische Wert stabilisiert und auch weiter ausgebaut werden kann,“ so Stein weiter.

Buntes Blütenmeer am Kraftwerksstandort

Im Auftrag der VERBUND Innkraftwerke erheben Mitarbeiter des Landschaftsplanungsbüros Dr. Schober derzeit Flora und Fauna der Inn-Dämme des Kraftwerks Rosenheim. Im Zuge der ökologischen Aufnahmen zeigte sich, dass orchideenreiche Magerrasen im Inntal um Rosenheim fast nur mehr auf den Inn-Dämmen vorhanden sind. Die Inn-Dämme leisten damit entlang des Flusses zwischen Alpenrand und Donau einen sehr bedeutenden Beitrag zum Biotop-Verbund.

Vor 20 Jahren waren diese Flächen und auch die Dämme der Innkraftwerke mit Fichten und dichtem Gebüsch zugewachsen. Um die Kontrollen bei Hochwasserschutz zu gewährleisten, wurden v.a. die Dämme vom Bewuchs freigestellt. Durch die extensive Bewirtschaftung entwickelten sich nach und nach wertvolle Standorte. 

Wie Betriebsmeister Weiderer betont, ist die Dammpflege bereits seit 2 Jahrzehnten auf die natürliche Entwicklung der Artenvielfalt abgestimmt. Mittlerweile sei der Zeitpunkt gekommen, die bisher gängige Pflegepraxis zu beurteilen und weiter zu optimieren. Z. B. sind sogenannte „fremde“ Pflanzenarten wie die Kanadische Goldrute oder das Indische Springkraut, die in bestimmten Abschnitten zu dominant sind.

Nächste Schritte des Dammpflegekonzepts

Weiter ist daran gedacht, dichte Gehölze aufzulichten, damit sich weitere Orchideenstandorte und Lebensräume für eine große Artenvielfalt enwickeln. Dabei sollen seltene Baumarten wie Schwarzpappeln, Ulmen und Sanddorn erhalten bleiben. Die Gehölzarbeiten werden außerhalb der Vogelbrutzeit stattfinden.