Zur Übersicht

Österreichs erstes Donaukraftwerk, erhält ein neues Innenleben: Maschinen und Generatoren werden nach über 50 Jahren Betrieb schrittweise auf den jüngsten Stand der Technik gebracht. Ein wichtiger Meilenstein ist die Erneuerung bei Maschine 7.

Stimmungsvoller Spätherbst liegt über dem Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Statt in nasskaltem Wetter durften die Andritz-Mitarbeiter im fast zu warmen Inneren der Maschinenhalle über vier Wochen lang im neuen Stator-Ring so genannte Stator-Bleche einschichten.

 

43.000 Stück dieser Bleche bilden den physikalischen Eisenkern, mit dessen Hilfe aus der Bewegung der wassergetriebenen Turbine in Strom umgewandelt wird. „Wie ein Fahrraddynamo, nur halt mit 7 Metern Durchmesser“, erklärt uns Franz, Vorarbeiter bei der „Generator-Partie“, freudestrahlend.

Die Kollegen feiern heute den Abschluss dieser mühsamen Montage-Arbeiten: alle Bleche sind korrekt eingepasst: Die abschließende Induktionsmessung hat ergeben, dass sauber gearbeitet wurde und keine Fremdkörper zwischen den Blechen eingeschlossen wurden. Diese könnten beim Dauerbetrieb des Generators zu Heißstellen führen und müssten neu geschichtet werden. Dafür gönnen sich die Arbeiter heute ein herzhaftes Gulasch und laden gleich alle Mitarbeiter mit ein zur Jause, auch den Arbeitstrupp, der den Tag bei der Turbine „unten“ verbracht hat.

 

„Unten“, das ist der abgedämmte und trockengelegten Bereich der Maschine 7, auf dem Niveau des Donau-Grundes. Dort liegt wie ein U-Boot die 46-Megawatt-Turbine im Trockenen. Die Schaufeln des Laufrades haben einen Durchmesser von 7,5 Meter. 500.000 Liter Wasser pro Sekunde können hier abgearbeitet werden.

 

Im Einlaufbereich der Turbine, quasi an der „Nase“, wurde der Deckel des Generators abgenommen und zentimeterweise auf einer schweren Eisenschiene geschoben. So kann der Autokran vom Dach des Krafthauses zugreifen und den alten Stator-Ring herausheben. Wieder einmal Millimeter-Arbeit für den Kranführer, der nur per Funk seine Anweisungen bekommt und so im Blindflug die 97 Tonnen schwere Last ausheben muss.

Der neue Generator wartet auf die nächste Prozedur: Der Einbau der Ständerwicklung. Bescheidene 10 Tonnen Kupfer mit einer Gesamtlänge der Einzelleiter von 80,5 km umgeben mit einer hochspannungsfesten Isolierung werden dazu bis Jänner verarbeitet - dann soll der neue Stator-Ring in die Maschine eingesetzt werden, die nächste Fingerspitzenarbeit mit Mega-Gewicht.