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In Ybbs-Persenbeug erhält die Maschine Nr. 7 einen neuen Stator-Ring. Wir waren bei der Millimeterarbeit des Einhebens für Euch vor Ort.

Nach zwei Hochwasser-Alarmen zu den Weihnachtsfeiertagen freut sich die Belegschaft des VERBUND-Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug auf einen Meilenstein im Großprojekt Ybbs2020. Das Einheben eines nagelneuen Stator-Ringes für die Maschine 7 ist eine besondere Etappe auf dem Weg zu effizienterer Stromerzeugung.

Aber „noch ist der Ring nicht im Rohr“, wie es ein Mitarbeiter mit kritischem Blick auf die morgendlichen Regenwolken über der Donau vorsichtig formuliert. Mehrmals musste der Einhebe-Termin aufgrund schlechten Wetters verschoben werden. Jetzt sind alle voller Eifer, das Anlagenteil endlich an seinen neuen Bestimmungsort zu hieven.

 

Das erste Kapitel gehört Leopold Beham: Der Kranführer muss für einen erkrankten Kollegen einspringen und hat die Aufgabe, den Stator-Ring (Durchmesser: 8 Meter) vom Montageplatz in der Maschinenhalle durch das aufgedeckelte Dach auf den Verladeplatz zu heben. Er thront in 25 Metern Höhe in der gut beheizten Kanzel des Portalkranes.

Der Kran fährt am Rande seiner Belastungsgrenze. 113 Tonnen zeigt die Waage an, 130 Tonnen wäre das technische Maximum. Nach 28 Dienstjahren bei VERBUND kann den erfahrenen Arbeiter aus Purgstall nichts aus der Ruhe bringen, nicht einmal die für den Laien fast schon kleinliche Aufforderung „Linkes Ufer 20 Millimeter!“, die aus dem Funkgerät schnarrt. Das bedeutet, dass der Transportführer unten auf der Straße eine Positionskorrektur von 2 Zentimetern anfordert, bei 113 Tonnen Gewicht, die unter Beham baumeln. Alles kein Problem. „Man muss sich zwei Linien suchen und dann mit Kimme und Korn, wie beim Gewehr arbeiten“, erläutert uns Beham seine Kranführer-Tricks. Nach eineinhalb Stunden endlich der Ruf von unten „Wir sind frei“, was so viel bedeutet, wie der Ring liegt auf dem Spezialtransporter auf.

Der Transporter führt das sensible elektrotechnische Teil zum Autokran, der vor dem Dach der Maschine 7 aufgebaut ist. Dort beginnt der eigentlich herausfordernde Teil: der Ring muss aufgestellt werden, um dann in das Krafthaus versenkt zu werden. Ein stählerner Spezialkeil erleichtert das Aufrichten.

Nach einer kleinen Stärkung gehen die Arbeiter das letzte Stück des Weges an: das Einheben in den Turbinenschacht. Noch einmal geht es 25 Meter in die Tiefe. Rechts und links jeweils ein Zentimeter. Mit Steuerungsseilen verhindern die Männer ein Pendeln der heiklen Fracht. Ein kräftiger Stoß würde genügen und die Montage-Arbeit von Monaten wäre umsonst gewesen (von den Kosten ganz zu schweigen). Aber mit gemeinsamer konzentrierter Arbeit gelingt es, auch diese letzte Hürde zu nehmen.

In den kommenden Wochen gehört die Turbine den Elektro- und Leittechnikern. Weniger spektakulär, aber genauso sensibel wird die Installation der neuen Maschine sein. Der Zeitplan sieht derzeit vor, dass im März die neue M7 ihren Betrieb wieder aufnimmt.

 

Wir wünschen dem Projektteam dazu "Glück auf"!