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20. März 2013

So habt ihr den Schlegeis Speicher noch nie gesehen: Total entleert....

Alle zehn Jahre wird der Stausee vollständig abgelassen. Aus Behördlichen Gründen ist das vorgeschrieben. So liegt nun mitten in der Winterlandschaft des Zillertals ein Stausee – ohne Wasser. Aber keine Angst, wenn die Alpenstraße Schlegeis Mitte Mai eröffnet, ist schon wieder einiges aufgestaut.

Es liegt in der Natur eines Speichersees, dass zahlreiche Bauteile unter Wasser liegen und somit nicht sichtbar und im Regelbetrieb nur schwer zugängig sind. Um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten, müssen aber auch diese in regelmäßigen, behördlich vorgeschriebenen Abständen einer Kontrolle unterzogen und gegebenenfalls Reparaturen ausgeführt werden.

 

Im Bereich des Schlegeis-Speichers sind diese Arbeiten derzeit im Gange. Bei diesen geplanten Maßnahmen wird dafür gesorgt, dass wichtige Sicherheitseinrichtungen - wie z. B. der Grundablass - auch in Zukunft voll funktionstüchtig sind. Zu diesem Zweck ist der Speicher Schlegeis derzeit vollständig entleert und der freie Durchfluss hergestellt.

Der Speicher ist ein künstliches Gewässer und wird als Jahresspeicher bezeichnet, da sein Füllgrad einem Jahreszyklus folgt. Im Frühjahr, wenn der Schnee schmilzt, wird begonnen den Speicher mit Schmelzwasser zu füllen – bis in den Spätsommer und den Herbst. Dann ist der Speicher voll gefüllt und speichert 126,5 Mio. m³ Wasser für die kommenden Winter-Monate. Bis zum Ende des Winters wird der Speicher geleert, damit er dann beim Einsetzen der Schneeschmelze wieder aufnahmefähig ist. 

 

Die Schlegeis-Sperre, mit deren Hilfe das Wasser am Schlegeis im Zillertal gefasst wird, ist 131 Meter hoch und mit 725 m Länge die längste Talsperre von VERBUND. Sie wurde in den Jahren 1965 bis 1972 errichtet. Der durch die Sperre gebildete Schlegeis-Speicher fasst 126,5 Mio. m³ Wasser und gehört damit auch zu den größten Speicherseen Österreichs. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Badewanne fasst etwa 900 Liter Wasser. Mit dem Wasser aus dem Schlegeis-Speicher könnten  über 140.000 Badewannen gefüllt werden.

Permanente Überwachung und kontinuierliche Kontrolle

Dank eines umfangreichen und ständig überwachten Systems von hochsensiblen Messeinrichtungen und durch die kontinuierliche Kontrolle besonders geschulter Mitarbeiter gehören die VERBUND-Talsperren zu den bestüberwachten Bauwerken Österreichs. Darüber hinaus werden auch jene Bauteile, die sich im Betrieb unter Wasser befinden, in regelmäßigen Abständen überprüft. Genau zu diesem Zweck wird der Schlegeis-Speicher im März zur Gänze entleert, um alle Kontrollschritte sorgfältig erledigen zu können.

 

Bereits bei der Planung dieses imposanten Bauwerks stand das Thema Bauwerksicherheit im Mittelpunkt – und das ist bis heute so. Ein umfangreiches System aus feinen Sensoren und Messeinrichtungen liefert permanent und in Echtzeit Informationen über den Zustand der Schlegeis-Sperre. Regelmäßige Kontrollgänge und Messungen durch Mitarbeiter der Bauwerksüberwachung runden das Kontrollprogramm ab und machen VERBUND-Talsperren zu den best überwachten Bauwerken Österreichs.

 

Zentralwarte Zillertal: Herzstück der Kraftwerksteuerung und Überwachung

Gesteuert und überwacht wird diese Sondermaßnahme in der Zentralwarte Zillertal in Mayrhofen. Neben der Steuerung der VERBUND-Kraftwerke im Zillertal laufen hier alle sicherheitsrelevanten Informationen zusammen. Dadurch ist gewährleistet, dass jederzeit notwendige Maßnahmen gesetzt werden können. Das Thema Sicherheit genießt bei VERBUND in allen Bereichen oberste Priorität. 

 

Die Zentralwarte Zillertal, das Herzstück der Kraftwerkssteuerung, wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Bis zum Jahresanfang 2015 wird VERBUND in Leittechnik und Effizienzsteigerungen bestehender Anlagen im Zillertal rund 80 Mio. Euro investieren.