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30. April 2013

Ein Schatz am Inn

Taucher mit Metallhelmen, tonnenschwere Turbinenteile und rauchende Werkloks – wie ein VERBUND-Projekt längst vergessene Arbeitswelten wieder zum Leben erweckt.

Wie hat man vor 100 Jahren einen Kanal ausgehoben, ein Ufer gesichert oder eine Turbine eingesetzt? Die Antwort geben historische Fotos der Innkraftwerke in Bayern. Sie eröffnen spannende Einblicke in den Kraftwerksbau der 1910er- bis 1950er-Jahre. „Die Bilder sind wertvolle Zeitzeugen. Vieles wirkt aus heutiger Sicht abenteuerlich, zum Beispiel trägt fast keiner der Arbeiter Helm oder Schutzkleidung“, sagt Andreas Kuchler. Er leitete das Projekt „Arbeit.Alltag.Abenteuer.100 Jahre Wasserkraft am bayerischen Inn“ für VERBUND.

Die Bilder sind Teil einer beachtlichen Sammlung am Hauptsitz der VERBUND-Innkraftwerke GmbH im bayerischen Töging: 400 Regal-Laufmeter mit Dokumenten, darunter mehr als 7.200 Glasplatten-Fotografien. Im Sommer übernimmt das Staatsarchiv in München den wertvollen Bilderschatz. Vertraglich wurde die Übergabe bereits vergangenen Juli fixiert. „Das ist das Beste, was uns passieren konnte. Dort werden die Fotos unter optimalen Bedingungen gelagert, digitalisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht“, so Kuchler.

Aktuell durchforstet Martina Paringer vom Staatsarchiv das Töginger Archiv. „Nur die für die Wissenschaft relevanten und für die Nachwelt wichtigsten Unterlagen werden von uns übernommen“, erklärt die Historikerin. Das Interesse ist groß: Nach einer erfolgreichen Wanderausstellung letzten Sommer haben bereits weitere Institutionen angeklopft. Im Frühling wandern die knapp 70 Bilder nach Rosenheim ins Innmuseum. Im Sommer werden die historischen Fotografien im Staatsarchiv München zu bewundern sein. Wir wollen euch die Schmankerln der Sammlung nicht vorenthalten:

Muskeln statt Technik

Am Bau des Inn-Kanals in den 1920er-Jahren waren bis zu 5.000 Personen beteiligt. Wo heute Maschinen am Werk sind, setzte man damals auf menschliche Kraft.