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04. Juli 2013

Reparatur nach Hochwasser: Tauchereinsatz in Altenwörth

Das Jahrhundert-Hochwasser hat auch Kraftwerksanlagen schwer beschädigt. Besonders hart getroffen hat es die Schiffahrts-Schleuse in Altenwörth. Taucher waren notwendig, um Reparaturarbeiten beim Schleusentor vorzubereiten.

verbund-altenwoerth-taucher-schleuse-reperatur-hochwasser-02 Benjamin Hoprich (Lestin), noch triefend nass vom Einsatz, im Gespräch mit dem ORF über die Arbeit unter Wasser.

Schleusen dienen Schiffen dazu, die Staustufe eines Kraftwerks zu überwinden. Bei extremen Hochwasser werden sie auch eingesetzt, um die Fluten kontrolliert abzuleiten. Die enorme Kraft des Wassers traf die Schleuse in Altenwörth doppelt. Bei einer Schleusenkammer wühlte die Donau ein gewaltiges Loch unter die Schleusenmauer. Das ausgespülte Material lagerte sich gleich danach unterhalb der Schleuse ab. So musste einerseits die Staumauer mit Schotter stabilisiert und gleichzeitig die Schifffahrtsrinne freigebaggert werden.

verbund-altenwoerth-taucher-schleuse-reperatur-hochwasser-03 Noch dümpeln die 30 Tonnen schweren Dammbalken im Unterwasser und warten auf ihren Einsatz.

Bei der zweiten Schleusenkammer erlebten die VERBUND-Mitarbeiter bei der Sicherheitsüberprüfung eine böse Überraschung: Eines der beiden Stemmtore war offenbar verklemmt und konnte nicht geschlossen werden. Die Reparatur kann nur in der trockenen Schleuse erfolgen - also müssen Taucher, Schwimmkran und Dammbalken her, um die gewaltige Schleusenkammer trocken zu legen.

verbund-altenwoerth-taucher-schleuse-reperatur-hochwasser-04 Bereit zum Einsatz: der 80-Tonnen-Schwimmkran

Wenn die 30 Tonnen schweren Dammbalken dichten sollen, müssen sie auf sauberem Untergrund aufsetzen. Dafür steigen Berufstaucher auf den Grund der Schleuse. Benjamin Hoprich taucht seit neun Jahren und erkennt nahezu alle Anlagenteile der VERBUND-Kraftwerke mit geschlossenen Augen. Logisch, denn seine Arbeit im Wasser erfolgt quasi ohne Sicht. Das Wasser ist zu trüb, um etwas zu erkennen. Mit Händen und Flacheisen tasten er und seine Kollegen den Grund der Schleuse ab, wo unmittelbar darauf der 80-Tonnen-Schwimmkran die Dammbalken zentimeterweise einsetzen wird.

verbund-altenwoerth-taucher-schleuse-reperatur-hochwasser-05 Alexander Kindl übernimmt den nächsten Tauch-Einsatz.

Erst nach dem letzten Dammbalken kann die Schleuse leergepumpt und der Schaden am Stemmtor begutachtet werden. Die eigentliche Reparatur wird noch Tage dauern.verbund-altenwoerth-taucher-schleuse-reperatur-hochwasser-06 Zentimeterweise wird der erste Dammbalken abgelassen