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Vor 157 Jahren wurde der Physiker Nikola Tesla geboren. Habt ihr gewusst, dass der Erfinder des Wechselstroms gerne mit Blitzen gespielt hat? Und dass er das erste große Wasserkraftwerk der Welt ermöglicht hat?

Blitze fahren aus den Spulen und Kugeln über seinem Kopf, und was macht Nikola Tesla? Er sitzt da und liest in aller Ruhe ein Buch. Der elektrische Magier liebte es, sein Publikum zu beeindrucken. Doch während sich andere Erfinder große Namen gemacht haben, blieb Tesla über seinen Tod 1943 hinaus ein verkanntes Genie. Dabei war er ein Visionär der Wasserkraft.

Vom Wasserfall zum Wechselstrom

Die Niagarafälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada beeindruckten den jungen Nikola Tesla. Seine Vision war, die gewaltige Wasserkraft in elektrische Energie umzuwandeln. Im Jahr 1896 verwirklichte sich sein Traum: Das erste Groß-Wasserkraftwerk der Welt ging in Betrieb. Die Basis dafür bildeten die Wechselstrom-Patente von Nikola Tesla. Mehrere phasenverschobene Wechselströme erzeugen dabei ein elektromagnetisches Feld. Strom lässt sich so mit geringen Verlusten über große Strecken transportieren – das Fundament unserer modernen Welt war gefunden.

Damit hat sich Nikola Tesla auch gegen Thomas A. Edison, seinen ersten großen Chef, durchgesetzt. Der vermeintliche Glühbirnen-Erfinder konnte den begabten Techniker gut gebrauchen, hielt aber nicht viel von fairer Bezahlung. Es kam zum Bruch, der zu einem Stromkrieg führte. Während Edison auf die Zukunft von Gleichstrom (DC) hoffte, entwickelte Tesla ein funktionierendes Wechselstromsystem (AC). Edison intervenierte gegen Tesla, sogar der erste elektrische Stuhl wurde dank ihm mit Wechselstrom betrieben. Der „Todesstrom“ sollte die Menschen abschrecken. Doch es half nichts – bis heute bildet das Tesla-System den Kern unseres weltweiten Strom-Systems.

  © Recuerdos de Pandora/flickr

Viele Erfindungen, ein Erfinder: Nikola Tesla

Nikola Tesla war ein Kind des österreichischen Kaiserreichs. Aufgewachsen im heutigen Kroatien, kam er zum Ingenieursstudium nach Graz. Dieses schloss er zwar nicht ab, kam aber mit neuen Kenntnissen über den Atlantik. In den USA konnte er seinen Forscherdrang ausleben. Ob ihr euren Lieblingssong im Radio hört oder mit der Fernbedienung durch TV-Kanäle surft – all das und viel mehr haben wir Nikola Tesla zu verdanken.

Viele Erfindungen wären ohne seine Ideen nicht möglich gewesen. Über 700 Patente meldete er an und lieferte die Basis für zahlreiche Funktionen, z. B. Mikrowelle oder Radar. Vielleicht habt ihr schon von der Tesla-Spule gehört. Sie wandelt Strom von niedriger Spannung auf Hochspannung um. Die dabei entstehenden Tesla-Ströme werden heute noch bei Versuchen angewandt, zum Beispiel in der Blitzforschung.

Teslas Bilder im Kopf

Nikola Tesla arbeitete an die 20 Stunden am Tag und war ein Visionär. Er sah in seinem „Kopfkino“ die technischen Grundlagen seiner Erfindungen. Könnt ihr euch vorstellen, wie er seine mentalen Fähigkeiten trainiert hat? Er hat alles im Kopf durch die Zahl 3 geteilt. Eine seiner Visionen war, die Welt mit den Energien des Kosmos zu betreiben – einfach so Strom aus dem Äther zapfen, das wär’ doch was! Sein Traum, Energie weltweit drahtlos zu übertragen, ist bis heute einer geblieben. Mit 86 Jahren starb er verarmt in einer Hotelsuite mit der Nummer 3327 – auch sie war durch 3 teilbar.

  Zu Lebzeiten konnte er Geld gut brauchen, nun ziert sein Konterfei den serbischen 100-Dinar-Geldschein: Nikola Tesla. © Arenamontanus/flickr

Bis heute begegnet uns Nikola Tesla auf Schritt und Tritt. Wusstet ihr, dass er auf dem serbischen 100-Dinar-Schein abgebildet ist? Hier könnt ihr die Formel der nach ihm benannten Einheit „T“ für magnetische Flussdichte nachlesen. Außerdem wurde der Belgrader Flughafen nach ihm benannt. 

  Die Niagarafälle zu seinen Füßen: Heute erinnert ein Denkmal an das erste große Wasserkraftwerk, das Nikola Tesla ermöglichte. © Payton Chung/flickr

Weitere Infos findet ihr im Buch „Wie Nikola Tesla das 20. Jahrhundert erfand“ von Michael Krause. Und wenn ihr David Bowie als Tesla erleben wollt, könnt ihr hier einen kurzen Ausschnitt des Films „Prestige“ auf Youtube ansehen. Viel Spaß!

 

Titelbild: Nikola Tesla war ein Blitzgneißer: Hier seht ihr die Tesla-Spule in Aktion. © Rob Flickenger/flickr