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12. September 2013

Traisen- Ein neuer Flussabschnitt entsteht

Die Neugestaltung der Traisenmündung beim Donaukraftwerk Altenwörth ist Österreichs größtes Renaturierungsprojekt. Die Vorbereitungsarbeiten haben begonnen.

ServusTV Beitrag zur Renaturierung der Traisen

Interview mit Projektleiter Helmut Wimmer und Ökologen Thomas Kaufmann

Wir treffen Projektleiter Helmut Wimmer und den Ökologen Thomas Kaufmann nahe des Donaukraftwerks Altenwörth. Mit sichtlicher Freude führen sie uns in den Auwald. Die Traisen verläuft schnurgerade in einem starren, befestigten Bett. Im Zuge des Kraftwerksbaus war der Fluss im Weg und so wurde er nach dem Stand der damaligen Technik einfach umgeleitet und, so wie viele Gewässer zu dieser Zeit, reguliert. „Zu dieser Zeit hatte der Mensch Priorität: Siedlungsraum, landwirtschaftliche Nutzflächen und später die Stromerzeugung hatten Priorität“, erzählt Helmut Wimmer aus der Geschichte der Donau. Aus einer vielfältigen Aulandschaft wurde ein mitunter recht eintöniger Wald. Dank der fehlenden Hochwässer entwickelten sich hohe Bäume. Die Charakteristik einer natürlichen Au, mit ihrem Artenreichtum und der Dynamik verschwand. „Nach Abschluss der Arbeiten werden wir einen komplett neuen Fluss vorfinden- vom Mäander bis zum Trockenrasen wird alles enthalten sein, was eine gesunde Au ausmacht.“ Bis 2019 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

VERBUND Traisen (Bagger bei den ersten Vorarbeiten in der Au)

Im ersten Bau-Abschnitt „Mitte West“ stehen die ersten Bagger bereit. Das ursprüngliche Flussbett erhält hier neue Kurven. Zuvor wird aber noch in der Praxis getestet, was im Labor funktioniert hat: Der Fluss bringt Kies und Sand mit sich und soll damit in der neuen Traisen mosaikartig unterschiedliche Zonen gestalten. Ein großflächiges Liegenbleiben von Sand ist nicht erwünscht. VERBUND Traisen flussbetten
(Thomas Kaufmann erläutert der Servus-TV-Moderatorin Nicola Löwenstein die Funktion von unterschiedlich geformter Flussbetten.)

Viele Fischarten schätzen kiesigen Untergrund als Lebens- und Laichraum. Sandablagerungen wären da störend. Durch ein optimal ausgeformtes Flussbett sollte das Problem vermieden werden“, so Kaufmann.  Rund um die neue Traisen wird ein Weidenauwald entstehen. Dazu muss das Gelände mit Baggern aber erst hergestellt werden. Dies wird in einem großen Feldversuch an der Traisen noch getestet, bevor die Arbeiten wirklich mit Volldampf losgehen. Die Testfläche ist schon abgetragen.
Traisen Käfer Neubesiedelung
(Sichtlich unbeeindruckte Käfer arbeiten bereits an der Neubesiedelung des gewonnenen Lebensraumes)