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30. September 2013

Saubermachen im Kraftwerkskeller Ybbs-Persenbeug

Österreichs erstes Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug erhält neue Maschinen. Die letzte Maschine wird 2020 getauscht und muss bis dahin einwandfrei laufen. Darum erhält sie im Herbst ihre letzte Standardrevision. Bevor sie zerlegt wird, muss sie erst gründlich gereinigt werden.

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Platz für „3 Mann plus Werkzeug (600 kg)“: der Panoramalift im Turbinenschacht

15 Meter im engen Förderkorb geht es in den Turbinenschacht des Donaukraftwerks hinunter. (Blog-Reporter müssen schwindelfrei und ohne Platzansgst sein) Die Landung am Boden der Maschine Nr. 1 in Ybbs-Persenbeug ist etwas unsanft. „Bei der Lauda Air is des sanfter“, nörgelt der ORF-Kameramann. Doch die Reise hat sich gelohnt. In der imposanten Halle sehen wir den „Kegel“- den Einlauf zur horizontalen Kaplan-Turbine, Baujahr 1959. Hier trifft jahraus-jahrein die Donau auf die Turbine und erzeugt so Strom. Über 400.000 Betriebsstunden hat die Anlage schon auf dem Buckel. Genug für die Pension. Doch weil jedes Jahr nur eine der sechs Maschinen getauscht werden kann, muss die „M1“ noch bis 2020 durchhalten und benötigt eine Generalinspektion.

VERBUND Kraftwerk Ybbs Persenbeug Staumauer
Tief unter der Staumauer wird geschrubbt, gespritzt und geschaufelt

Mittlerweile ist der große Einlaufbereich entleert. Bevor die Techniker ans Inspizieren gehen kann, muss aber erst sauber gemacht werden. „Gatsch“ signalisiert die feine Nase sofort. Genau genommen ist es Feinsediment, also Sand, der sich da im Einlaufbereich der Turbine  angesammelt hat. Ihn Wegzuspülen ist die erste Aufgabe der Kraftwerker wie Lukas Grubner.

VERBUND Kraftwerk Ybbs Persenbeug Lukas Grubner

 Mit Schaufeln, Feuerwehrschläuchen und sogar einem kleinen Bagger wird der nasse Sand entfernt. Tückisch dabei, dass der Abfluss sich immer wieder verstopft. „Her mitm Rotz!“ ruft ein Kollege. „Kanalratte“ ist der liebevolle Name des steifen Sporns, mit dem der Kanal immer wieder durchgeputzt werden muss.

VERBUND Kraftwerk Ybbs Persenbeug Kanalratte

Kleiner Helfer beim Putzen: Die “Kanalratte“:

Ein anderer Bewohner des Turbineneinlaufs sind Flussmuscheln. Diese geschützten Lebewesen genießen die Ruhe und Sicherheit vor Fressfeinden hinter dem Einlauf-Rechen. Die Strömung kümmert sie wenig und alleine ihre Existenz beweist die Wassergüte der Donau, die seit Jahren besser als ihr Ruf ist.

VERBUND Kraftwerk Ybbs Persenbeug Flussmuschel

Schmackhaft und selten: Süßwassermuschel

In den kommenden Wochen werden hier Gerüste hochwachsen, Stromkabel verlegt und Werkzeug herauf- und herumgeschleppt werden- bis dann für die nächsten sechs Jahre die Turbine wieder der Donau übergeben wird.

Wenn der Sand weggeputzt ist, können die eigentlichen Arbeiten an der Turbine begonnen werden.

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