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17. Oktober 2013

Heimatkrimi aus Tulln

Im Roman-Debut von Josef Hacker geht es um einen Kriminalfall im beschaulichen Städtchen Tulln an der Donau. Beim Lokalkolorit darf das benachbarte Kraftwerk Greifenstein als Schauplatz nicht fehlen.

Herbert Harmer ist ein Mensch von Nebenan: gescheiterte Ehe, Wien-Pendler und mäßig ausgelasteter Kriminalpolizist bei der Mordkommission. Aus Zufall wird er mit der Aufklärung eines Mordes in seiner Heimatstadt Tulln betraut. Als kurz darauf eine zweite Leiche beim Donaukraftwerk Greifenstein auftaucht, ist Harmer schon persönlich in einen höchst gefährlichen Fall verwickelt. 

Josef Hacker zeichnet durch und durch glaubwürdige Figuren. Der Ermittler ist zentrale Figur, jedoch verfügt er weder über dunkle Punkte in der Vergangenheit noch über bestimmende Schrullen, die den Leser von der eigentlichen Geschichte ablenken würden. Gerade diese Merkmale seiner Gewöhnlichkeit lassen ihn wenn nicht sympathisch, dann doch glaubwürdig wirken. 

Kriminalgeschichten aus Niederösterreich sind schwieriges Terrain für Autoren. Wenn die Zeitungs-Nachrichten aus Niederösterreichs Kellern regelmäßig die schlimmsten Fantasie von Stephen King bis Quentin Tarrantino in den Schatten stellen, ist der Wettlauf mit der Realität verloren. So konzentriert sich Josef Hacker auf das Milieu der Kleinstadt, das er mit wenigen Worten und ohne mit Insiderwissen zu prahlen schildert. Zwischen Hauptplatz, Bootshafen und Golfplatz tummeln sich die Figuren der bürgerlichen Gesellschaft. Versteckt hinter gepflegten Kleingärten und sauberen Vorhängen hüten sie ihre großen und kleinen Geheimnisse. Wer im wechselhaften Frühlingswetter durch Hackers und Harmers Tulln spaziert, erkennt es wieder. 

Josef Hacker lebt und arbeitet als Psychologe, Coach und Supervisor in Tulln und präsentiert seinen Roman Costa Rica im Rahmen einer szenischen Lesung mit Musik am 19.10. in der Kunstwerkstatt Tulln.

Weitere Informationen zur Lesung finden sie unter http://www.tulln.at