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24. April 2014

mySugr – Diabetes-App mit Humor

Wie lässt sich ein ernstes Thema spielerisch und positiv aufbereiten? Und dann auch noch eine durchaus gefährliche Krankheit wie Diabetes? Das Unternehmen mySugr, mit Sitz in Wien, hat es geschafft, mit der 2011 entwickelten Diabetes-App „mySugr Companion“ den gelungenen Spagat zwischen Hilfestellung und Humor zu beschreiten.

Blutzuckerwerte interpretieren, Insulinmengen berechnen, Kohlenhydrate bestimmen... Der Alltag eines Diabetikers ist geprägt von vielen Daten und Auswertungen. Auch der Großteil des Teams des österreichischen Start-ups mySugr, einem auf Diabetes-Apps spezialisierten Unternehmen, kennt diesen Therapie-Alltag nur allzu gut. Schließlich sind einige der Gründer selbst Diabetiker und bringen ausreichend persönliche Erfahrung mit.

Fredrik Debong, Co-Gründer von mySugr, hat seit seiner Kindheit Diabetes Typ 1. Auf dem Präsentations-Video von „mySugr Junior“, einer speziell für Kinder mit Diabetes entwickelten App, ist er gemeinsam mit seinem Sohn „in zuckersüßen zwei Minuten“ zu sehen. Sein Sohn Elliot hat zwar kein Diabetes, aber es wird gut ersichtlich: auch ein Medizinprodukt kann Spaß machen. Debong strahlt genau jene Leidenschaft aus, die den besonderen Mehrwert dieser medizinischen Innovation ausmacht: hier wurde ein Diabetes Management-App mit viel Liebe zum Detail entwickelt. Die „Zutaten“: Witz, Motivation und viel positives Feedback.

Die App „mySugr Companion“ ist aufgebaut wie ein Spiel: jeder Eintrag wird mit Punkten und Feedback vom „Avatar“, dem frechen und aufmüpfigen Diabetes-Monster, belohnt. Verschiedene „Challenge“s“ können dabei helfen, persönlich gesteckte Ziele zu erlangen. Mit diesen spielerischen Methoden, möchte mySugr die Diabetes-Therapie in etwas Positives verwandeln. Dennoch ist die App „ein waschechtes Medizinprodukt“, wurde gemäß der internationalen Norm ISO 13485 entwickelt und trägt die CE-Kennzeichnung. Die Consumer-App ist bei der amerikanischen FDA, der Arzneimittelzulassungsbehörde der USA, gemeldet und erfüllt alle Sicherheits- und Qualitätsanforderungen.

„Die Gründers des Teams haben für sich selbst ein App entwickelt, wovon nun auch Betroffene auf der ganzen Welt profitieren“, erzählt Irene Fialka, Geschäftsführerin des Gründerservice „INiTS“ (Innovation into Business), begeistert. Fialka und ihr Team waren von Anfang an überzeugt von der hohen Innovationskraft und dem wirtschaftlichen Wachstumspotenzial von mySugr. Zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem der „Staatspreis Marketing 2013“ für das beste Startup-Marketing in Österreich, belegen dies.

Seit rund 11 Jahren bietet die universitäre Gründereinrichtung INiTS Unterstützung für Jungunternehmen in Österreich an. Auch mySugr ist ein INiTS-Projekt und wurde beim erfolgreichen Aufbau am Weg in die internationalen Märkte begleitet. „Wir helfen den Entrepreneuren in ihrer frühen Aufbauphase. Auch bei der Findung von Financiers“, betont INiTS CEO Irene Fialka. Bis zu 2 Jahre stellt die Serviceeinrichtung heimischen Start-ups ein Netzwerk aus Beratung, PR, Marketing und dem Ausloten wirtschaftlichen Potenzials zur Verfügung. Rund 150 Start-up-Projekte konnten so bisher erfolgreich am Weg in die Märkte begleitet werden.  

Als einer der wenigen medizinischen Innovationen aus Österreich, hat das mehrfach ausgezeichnete Start-up mit dem Diabetes Manager-App „mySugr Companion“, sogar den Sprung in die USA geschafft. Aber auch in vielen europäischen Ländern, wie Deutschland, England, Frankreich, Niederlande, Spanien, Italien und Polen sowie in Indien und einigen afrikanischen Staaten, ist mySugr Companion erhältlich. Im Medizinbereich ist man in mehreren Ländern die Nummer 1 bei den Diabetes-Apps.

„Mit ein bisschen Hilfe können wir nämlich alles schaffen, jede Mahlzeit und jedes Abenteuer“, erzählt Fredrik Debong am Ende des mySugr Junior Präsentations-Clips. Da lässt sich sogar das Diabetes-Monster bezwingen...