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Die Rolling Stones sind von gestern. Heutzutage schmettern Blitze Hits wie „I can’t get no Satisfaction“. Das glaubt ihr nicht? Na, dann schaut doch mal im Technischen Museum Wien vorbei.

Das, was ihr daheim strengstens unterlassen solltet, ist im Hochspannungsraum im Technischen Museum Wien ganz normal: Das Experimentieren mit Strom. Damit euch dabei nicht selbst die Haare zu Berge stehen, findet das natürlich unter kontrollierten Bedingungen mit einem Experten statt.

Ein Pilz und 400.000 Volt
Als erstes kommt der Metall-Pilz zum Einsatz, der sogenannte Van-de-Graaff-Generator. Das äußerst ungenießbare Schwammerl wird unter Starkstrom gesetzt – 400.000 Volt, um genau zu sein. Durch die zugeführte Ladung stehen die bunten Fähnchen an der Spitze in alle Richtungen, als würden sie vorm Strom fliehen. Nach dem Versuch muss die Ladung mit einem Blitzableiter abgeleitet werden, da das Berühren lebensgefährlich wäre.

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Mitarbeiter Andreas Haas beim Entladen des Van-de- Graaff-Generators.
© Schreibagentur

Wenn Blitze singen und tanzen
Auch die Tesla-Spule hat es in sich – sie zeigt die faszinierende Wirkung von elektrischer Wechselspannung. Der Transformator erzeugt bis zu 250.000 Volt Spannung. Die aufgestaute Energie entlädt sich durch ausschlagende Blitze. Die violetten Blitz-Verästelungen  haben ein ganz besonderes Talent: Sie können singen. Druckschwankungen in der Luft erzeugen Schallwellen, die in Töne umgewandelt werden können. Der Blitz selbst dient als Lautsprecher. So kann der Blitz mit einer Tonfrequenz von bis zu 800 Hertz Melodien wiedergeben, vom Radetzky-Marsch über Hits von den Rolling Stones bis zum klassischen Donauwalzer.

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Singende Blitze tanzen zum Beat von „I can’t get no Satisfaction“.
© Schreibagentur

Eine Lampe, die ohne Strom leuchtet? Die Tesla-Spule macht es möglich. Wenn ihr mit der Hochspannungsspule in die Nähe von Leuchtstoffröhren kommt, fangen diese wie von Geisterhand an zu leuchten. Diesen Effekt kann man bei Dunkelheit auch bei Freileitungen beobachten.

Vorsicht: Strom ist gefährlich
Auch abseits des Hochspannungsraums bietet das Technische Museum Wien Kuriositäten und Experimente rund um Strom und Energie. Ein Teil der Ausstellung ist dem Wiener Arzt Stefan Jelinek gewidmet, dem Begründer der Elektropathologie. Er untersuchte und dokumentierte am Beginn des 20. Jahrhunderts Elektrounfälle und leistete damit einen großen Beitrag zur Prävention.

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„Elektroschutz in 132 Bildern“ – Jelineks bildhafte Darstellung der Gefahrenquellen von Strom
© Schreibagentur

Wie in einem Skurrilitäten-Kabinett kann man verschiedene Bilder, Fragmente und Überbleibsel von Strom-Unfällen sehen: ein verschmortes Bügeleisen, ein in den Stromkreis gekommener Marder oder ein alter Porzellan-Isolator, der ein wenig aussieht wie eine verkohlte Ming-Vase.

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Ein Schaufenster voller verunglückter Elektrogeräte. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
© Schreibagentur

Einmal Kraftwerksmeister spielen
Wollt ihr wissen, wie es sich anfühlt, Österreich unter Strom zu setzen? Im Technischen Museum könnt ihr in die Rolle eines Kraftwerklers schlüpfen und den benötigten Strombedarf Österreichs erzeugen. Dabei stehen euch alle Kraftwerke des Landes zur Verfügung. Das ist gar nicht so einfach, wie es klingt, denn der Bedarf ändert sich ständig und Anrufe informieren einen über unerwartete Kraftwerksausfälle. Am Ende bekommt ihr Feedback, wie ihr den Arbeitstag gemeistert habt, ob ihr zu viel oder zu wenig Strom erzeugt habt oder wie viele Speicher unnötigerweise eingesetzt wurden. Das Spiel ist der reine Nervenkitzel.

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Einen Tag lang Strom erzeugen. Das ist gar nicht so einfach, wie man meinen möchte.
© Schreibagentur

Na, habt ihr auch Lust auf die spannenden Experimente, das „Strom-Grusel-Kabinett“ und die Geschichte der Elektronik bekommen? Dann zögert nicht und schaut im Technischen Museum Wien vorbei.

Gut zu wissen

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9-18 Uhr, Samstag/Sonntag/Feiertag von 10-18 Uhr.
  • Anreise: Ihr erreicht das Technische Museum bequem mit Öffis (Linie 10, 18, 52, 58).
  • Eintritt: Erwachsene 10 Euro (20 % Ermäßigung für ÖBB-Vorteilscard, ÖAMTC-Mitgliedschaft, Standard- oder Club Ö1-Abo), Pensionisten und Studenten 8,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis zum 19 Lebensjahr haben freien Eintritt.
  • Weitere Informationen zum Programm findet ihr auf www.technischesmuseum.at