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04. Juli 2014

Ganz schön zackig, so ein Blitz!

Blitze kommen oft scheinbar aus heiterem Himmel. Aber habt ihr gewusst, wie die grellen Funken entstehen und dass sogar Fische ihre Gegner manchmal abblitzen lassen? Wir verraten euch mehr.

Ein heißer Sommertag im Schwimmbad, strahlend blauer Himmel, ein leckeres Eis. Doch plötzlich wird es dunkel und Gewitterwolken ziehen auf. Ein heller, zackiger Lichtstrahl erscheint – ein Blitz. Aber wo kommt dieses Naturphänomen her?

So entstehen Blitze
Wenn es heiß ist und feuchte, schwüle Luft aufsteigt, entstehen gerne Gewitterwolken. Im oberen Teil der Wolke bilden sich positiv geladene Eiskristalle, die sich mit den darunter befindlichen negativ geladenen Wassertropfen reiben. Dies erzeugt elektrische Spannung. Ihr kennt das aus dem Alltag. Etwas ärgert euch an eurer Partnerin oder eurem Partner, ihr werdet wütend und irgendwann ist es euch zu viel: Es gibt ein Donnerwetter in Form eines Streits. Genauso läuft das in der Wolke ab. Ist die Spannung groß genug, dass die Luft leitend wird, dann blitzt es. Dabei gehen aber nur 10 % der elektrischen Funken auf die (anders gepolte) Erde, der Rest entlädt sich zwischen den Wolken. Die Kraft dahinter ist gigantisch: Eure Steckdose zu Hause ist für 10 Ampere konzipiert – Blitze haben eine durchschnittliche Stromstärke von 20.000, seltene sogar bis zu 300.000 Ampere!

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Wenn sich in Gewitterwolken positive Eiskristalle an negativen Wassertropfen reiben, entsteht elektrische Spannung. Die Folge: ein Blitz. © Nico Nelson (Flickr)

Blitzschnell, heiß und laut: Der Weg zur Erde
Dabei sind Blitze unglaublich flink: Sie suchen sich mit bis zu 100.000 Kilometern pro Sekunde den schnellsten Weg zur Erde. Mit Temperaturen bis zu 30.000 Grad wird der zackige Blitzkanal glühend weiß erleuchtet – somit sehen wir den Blitz. Dabei wird auch die kühle Luft verdrängt, wodurch ein gewaltiger Lärm entsteht: der Donner. Da sich das Licht schneller durch die Luft bewegt als der Schall, hört ihr das Grollen erst nachher. Die Distanz des Gewitters könnt ihr einfach abschätzen. Zählt die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt sie durch 3. Dann wisst ihr die ungefähre Entfernung in Kilometern.

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Bis zu 30.000 Grad heiß glüht der Blitz am Himmel – gleichzeitig entsteht der Donner. Da Licht schneller als Schall ist, sehen wir zuerst den Blitz. © Patrick Juchem

Elektrische Fische und zerzauste Haare
Doch nicht nur hoch über unseren Köpfen entstehen elektrische Ladungen. In der Tierwelt lassen manche Genossen ihre Feinde regelrecht „abblitzen“. Torpedo- oder Zitterrochen haben ein elektrisches Organ, mit dem sie andere Fische mit bis zu 230 Volt lähmen oder töten können. Der Zitteraal schafft sogar 800 Volt und kann damit Glühbirnen oder Weihnachtsbäume zum Leuchten bringen. Selbst bei der Suche nach Partnern für die Fortpflanzung setzt er leichte Stromstöße ein. Aber auch an euch selbst könnt ihr Spannendes erleben. Wenn euch die Haare zu Berge stehen, kann das ein Hinweis auf ein baldiges Unwetter sein – die elektrostatische Aufladung der Luft bei Gewittern ist schuld daran. Auch der Blick nach oben zeigt, ob es Unwetter gibt: Wenn keine Vögel mehr da sind, wird es in der Regel bald donnern.

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Dem Zitteraal geht mit seinen Elektrozyten ein Licht auf: Er kann Glühbirnen zum Strahlen bringen. © chrisbb@prodigy.net (Flickr)

Vielleicht seht ihr Blitze ja nun mit anderen Augen. Schaut euch doch hier den Zitteraal an, wie er den Weihnachtsbaum zum Leuchten bringt.