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22. August 2014

Blindes Bergsteigen mit Andy Holzer

Das Klettergeschirr sitzt, die Schuhe sind geschnürt, die Hände tasten sich langsam vor, finden Halt. Langsam zieht man sich rauf. Der Felsen ist etwas nass vom Morgentau, der Atem wird aufgrund der Anstrengung etwas schneller. Unter einem schroffe Felshänge, zwei Stauseen und von Menschenhand geformte, riesige Staumauern. Trotzdem ist diese Klettertour anders, als all die anderen. Der Kletterer ist blind.

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Die Klettersteigarena Höhenburg an den Kaprun Hochgebirgsstauseen von VERBUND bieten für jeden Schwierigkeitsgrad etwas. Andy Holzer, blinder Alpinist, hat im Rahmen einer Presseveranstaltung und des Workshop „Blindes Bergsteigen“ Journalisten gezeigt, wie es sich anfühlt, ohne den Sehsinn, die Routen zu bewältigen. Sein neuesten Projekt war die Entwicklung eines Schuhs der den Spürsinn etwas fördern soll. Mit Dachstein hat er den idealen Partner dafür gefunden.

In Zweier-Teams und abwechselnd mit verbundenen Augen war schon der Weg über die Staumauer ein Erlebnis. Rucksack Technik – nennt sich diese Art. Mit einer Hand am Rucksack des sehenden Vordermanns, erspürten die Teams den kurzen Zustieg über Stufen zum Klettersteig. Danach ging es in die Felswand. Durch einen Bergführer gesichert und mit Tipps und Tricks von Andy Holzer, wurden die Kategorien B und C gemeistert. Immer voran der leidenschaftliche Alpinist Holzer. Schlüsselstellen mussten ohne den Sehsinn bewältigt werden. Auch für geübte ein etwas unwirkliches Unterfangen und eine Erfahrung voller neuer Eindrücke.

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Wer nun selber einmal die Klettersteigarena Höhenburg unter Anleitung eines staatlich geprüften Bergführer, erklimmen will, kann dies jeden Mittwoch in Angriff nehmen. Für Gruppen gibt es das Active Package, das mit einer Staumauerführung und der Klettersteigarena die perfekte Mischung ist. Nähere Infos gibt es unter: www.verbund.com/kaprun